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Der Kampf der Schulen gegen digitale Inkompetenz | BR24

© BR/Leonie Thim

Im Alltag nutzen Teenager ununterbrochen digitale Medien. Doch nur wenige Schüler können richtig gut mit Computern umgehen. Was an Bayerns Schulen fehlt, um digitale Kompetenz zu vermitteln – das hat Leonie Thim versucht herauszufinden.

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Der Kampf der Schulen gegen digitale Inkompetenz

WhatsApp, TikTok, Instagram: Im Alltag nutzen Teenager ununterbrochen digitale Medien. Doch eine Studie zeigt: Wie Computer sinnvoll zum Arbeiten genutzt werden können, wissen viele nicht. Was an Bayerns Schulen fehlt.

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Nur ein verschwindend geringer Anteil der Schüler zwischen 13 und 14 Jahren kann richtig gut mit Computern umgehen, viele haben nur Grundkenntnisse. Zu diesem Ergebnis kommt die "International Computer and Information Literacy Studie", kurz Icils. Hinter der Studie steckt ein unabhängiger internationalen Verbund wissenschaftlicher Institutionen für Bildungsforschung. Sie wird vom Bundesministerium für Bildung gefördert.

Mathe lernen per App

In der Mittelschule Simmernstraße in München-Schwabing wird schon mit Hilfe von Apps gelernt. Die Lehrerin Isabel Franze schreibt die Rechenaufgaben nicht mehr mit Kreide an die Tafel, die Schüler lernen in kleinen Gruppen per App. "Die Schüler sind unheimlich motiviert, wenn sie ihr Handy in die Hand nehmen dürfen, was sie ja eh den ganzen Tag begleitet, und dann damit lernen können", sagt die Lehrerin.

Das Problem: Kein stabiles und schnelles Internet an den Schulen

Die Mittelschule will in Zukunft vermehrt iPads für den Unterricht nutzen. Das Problem: kein WLAN. Für die Förderung der digitalen Kompetenz sei ein zuverlässiges WLAN aber essenziell, sagt Birgit Dittmer-Glaubig, Konrektorin der Mittelschule Simmernstraße: "Wenn wir mit den Schülern eine Recherche im Internet durchführen möchten, dann muss das gleich passieren können und nicht erst mit riesigem Vorlauf und mit der Angst, ob es funktioniert oder nicht."

Die Mittelschule in München ist kein Einzelfall, sagt Birgit Dittmer-Glaubig, die auch für den Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverband arbeitet. Viele Schulen haben Probleme mit einem zuverlässigen WLAN.

"Wir sind auf einem Guten Weg, müssen aber noch mehr investieren." Kultusminister Michael Piazolo

Kultusministerium verspricht mehr Informatikunterricht

Das Bayerische Kultusministerium weiß, dass der Bereich digitale Kompetenz ausbaufähig ist - und es will handeln. Etwa soll es bayernweit mehr Informatikunterricht geben. Die Pädagogen sollen außerdem Medienkompetenz vermitteln - schulfachübergreifend, sagt Kultusminister Michael Piazolo. "Wir haben da schon viel investiert, auch in die Fortbildung von Lehrern." Er findet, man befände sich da "auf einem guten Weg", meint aber auch, dass noch mehr getan werden müsse.

Internet für alle! Und dann?

Investitionen in die Fort- und Weiterbildung sind das eine. Das Kultusministerium will aber auch in Technik investieren - und zwar rund 778 Millionen Euro bis zum Jahr 2024. Für Konrektorin Birgit Dittmer-Glaubig reicht es nicht aus, die Schule mit Technik auszustatten. Aus ihrer Sicht bräuchte es Systembetreuer, die unproblematisch und schnell in Schulen kommen, um dort zu helfen.

In Zeiten des Lehrermangels, sagt Dittmer-Glaubig, könnten sich die Pädagogen nicht auch noch um Wartung und Probleme mit der Technik kümmern.