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Mehr Sex zu Weihnachten | BR24

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Auswertung von Internetaktivitäten weltweit haben gezeigt, dass in der Weihnachtszeit die Geburtenrate im September entsprechend höher ist.

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    Mehr Sex zu Weihnachten

    Kuscheln unterm Weihnachtsbaum? Eine neue Studie zeigt: Sex ist zu Weihnachten ein heißes Thema. Neun Monate später heißt es dann: Ihr Kinderlein kommet. Auch in muslimischen Kulturen gibt es ein Fest der Liebe, das die Geburtenrate steigen lässt.

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    Sex, drugs and Rock'n'Roll? Offenbar sind es eher Stollen und Stille Nacht, die den Sexualtrieb christlicher Gesellschaften ankurbeln: Dieses merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Weihnachtsfeierer zeigt eine aktuelle Studie von Forschern aus den USA und Portugal über "das zyklische Sexual- und Fortpflanzungsverhalten der menschlichen Bevölkerung".

    Suche nach Sex im Internet

    Informatiker der US-amerikanischen Universität Indiana in Bloomington haben dazu die Internetaktivität zur Weihnachtszeit in rund 130 Ländern weltweit analysiert. Die Auswertung von Suchanfragen bei Google und Twitter-Aktivitäten zeige, dass es rund um Weihnachten ein gesteigertes Interesse an Sex und Themen rund um Sexualität gäbe, so die Forscher.

    Geburten-Peak neun Monate später

    Und dieses Interesse bleibt nicht virtuell, sondern zeitigt offenbar ganz handgreifliche Folgen im realen Leben: Direkt korrespondierend zu der häufigeren Suche nach Sex bei Google und Co. zu Weihnachten steigt in allen Ländern mit überwiegend christlicher Bevölkerung die Geburtenrate im September.

    Die treibende Kraft beim Kuschelkurs ist nicht der Winter

    Kuscheln in der kalten Winterzeit, die langen dunklen Nächte lieber gemeinsam unter einer Decke verbringen - das leuchtet ein. Bislang wurde die erhöhte Zeugungsbereitschaft zu Weihnachten auch eher biologischen Ursachen zugeschrieben - dem Umstand geschuldet, dass es zur Weihnachtszeit kalt und dunkel ist oder - evolutionär gesehen - zu der Zeit die Nahrungsmittel eher knapp waren.

    Aber Weihnachten in Südamerika, in Südafrika oder Australien - das sind brütende Hitze und lange, laue Sommerabende. Denn auf der Südhalbkugel ist zur Weihnachtszeit Sommer. Aber auch hier steigt die Lust auf Sex, sowohl was die Suchanfragen im Internet als auch den folgenden Kindersegen im September angeht. Das zeigt die Studie nach Ansicht der Wissenschaftler mit Deutlichkeit. Denn zum ersten Mal liege ein derart großer Datensatz vor, der Vergleiche von Nord- und Südhalbkugel der Erde zulasse.

    Fastenbrechen ist das muslimische Fest der Liebe

    Auch in Ländern mit überwiegend muslimischer Bevölkerung gibt es ein religiöses Fest, das für vermehrte Suchanfragen nach Sex und eine steigende Geburtenrate neun Monate später sorgt: Zum Ende des Fastenmonats Ramadan, dem Fest des Fastenbrechens Eid al-Fitr, entdeckten die Forscher eine ähnliche Korrelation wie bei christlichen Gesellschaften zu Weihnachten. Der jährliche Peak in der Geburtenrate fällt nur weniger auf, da er sich Jahr für Jahr etwas verschiebt: Der Ramadan findet immer elf Tage früher statt als im Vorjahr.

    Kulturell geprägte Sehnsucht nach Sex

    Umso deutlicher macht dieser Umstand aber für die Forscher, dass die festlich gesteigerte Sehnsucht nach Sex kein biologisches oder jahreszeitliches Phänomen ist, sondern kulturelle Ursachen haben muss. Das Internet zeige wie ein "kollektives Unbewusstes" die versteckten Sehnsüchte der Menschen, heißt es in der Pressemitteilung der Universität Indiana.

    Die Informatiker hatten auch die Wortwahl von Twitter-Meldungen zur Festzeit analysiert und dabei festgestellt, dass sich die Menschen insgesamt offenbar glücklicher, sicherer und ruhiger fühlten. Vermutlich keine allzu schlechte Voraussetzung für glückliche Stunden der Zweisamkeit ...

    Ostern nicht so fruchtbar wie Weihnachten

    Allen Eiern, Osterhasen und sonstigen heidnischen Fruchtbarkeitssymbolen zum Trotz konnten die Forscher zu Ostern oder anderen großen christlichen Feiertagen keine vermehrte Lust auf Sex feststellen. Warum aber ausgerechnet Weihnachten? Nach Ansicht des Informatik-Professors Luis Rocha ist Weihnachten für christlich geprägte Menschen eben das Fest der Liebe.

    "Zudem versetzt die Geschichte von der Geburt Jesu und der Heiligen Familie womöglich viele Menschen in eine glückliche, liebevolle und familiäre Stimmung." Luis Rocha, Professor für Informatik an der Universität Indiana, Bloomington, USA

    Und weil zur Weihnachtszeit ständig von Liebe und Kinder beschenken die Rede sei, wecke es offenbar einen Kinderwunsch. Ein Familienfest im buchstäblichen Sinne also - eines, das Lust auf mehr Familie macht.