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Der Nobelpreis für Medizin geht heuer an den US-Amerikaer James P. Allison und den Japaner Tatsuku Honjo. Die Wissenschaftler werden für ihre Forschungen zur Krebstherapie durch Hemmung von negativen Immunreaktionen ausgezeichnet.

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Medizin-Nobelpreis für Krebsforscher aus den USA und Japan

Der Nobelpreis für Medizin geht heuer an den US-Wissenschaftler James P. Allison und den japanischen Forscher Tasuku Honjo. Die Wissenschaftler werden für ihre Forschungen zur Krebstherapie durch Hemmung von negativen Immunreaktionen ausgezeichnet.

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Von
  • Jan-Claudius Hanika

Zwei Immunologen aus den USA und Japan teilen sich in diesem Jahr den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin: James P. Allison und Tasuku Honjo hätten den Kampf gegen Krebs entscheidend vorangebracht, begründete das Nobelkomitee seine Entscheidung.

"Durch die Stimulierung der Fähigkeit unseres Immunsystems, Krebszellen anzugreifen, haben die diesjährigen Nobelpreisträger ein ganz neues Verfahren der Krebsbehandlung begründet." Nobelkomitee des Karolinska-Instituts in Stockholm

Allison und Honjo hatten entdeckt, dass bestimmte Proteine als eine Art Bremse auf das Immunsystem wirken und dieses von der Bekämpfung von Tumorzellen abhalten. Löst man die Bremse, attackieren die Immunzellen die Krebszellen. Erste Therapien, die auf diesem Konzept basieren, sind als sogenannte Checkpoint-Therapien für verschiedene Krebsarten bereits im Einsatz.

Proteine lösen Bremse im Immunsystem

Der US-Amerikaner James Patrick Allison (geboren 1948), der seit 2012 an der University of Texas arbeitet, hatte herausgefunden, dass sich durch Aufhebung der Bremse das Immunsystem entfesseln lässt. Er entwickelte das Konzept zu einem neuen Ansatz zur Behandlung von Patienten weiter, unter anderem bei Schwarzem Hautkrebs. Er befasste sich vor allem mit dem Protein CTLA-4. Der Japaner Tasuku Honjo (geboren 1942) von der Universität Kyoto untersuchte das Protein PD-1, das über einen anderen Wirkmechanismus das Immunsystem ausbremst. Therapien, die auf dieser Entdeckung beruhten, hätten sich laut Nobelkomitee als bemerkenswert effektiv im Kampf gegen Krebs erwiesen.

Neuartige "Checkpoint-Therapie"

Krebs töte jedes Jahr Millionen von Menschen und stelle eine der größten medizinischen Herausforderungen für die Menschheit dar. Bis zu den Entdeckungen der beiden Mediziner sei der klinische Fortschritt bescheiden gewesen, so die Begründung. Die "Checkpoint-Therapie" habe die Krebsbehandlung revolutioniert und unsere Ansichten, wie Krebs unter Kontrolle zu bringen ist, fundamental verändert. Neuere Studien deuteten darauf hin, dass eine Kombination der beiden Therapieansätze noch wirksamer sei. Zudem würden neue "Brems-Proteine" als Ansatzpunkte für die Behandlung untersucht.

Froh, begeistert und völlig überrascht

Allison erklärte auf der Website seines Krebsforschungszentrums, er fühle sich "geehrt und demütig" angesichts der Auszeichnung. Forscherkollege Honjo erklärte, er werde weiter an der Erforschung der Immuntherapie arbeiten, damit diese "mehr Krebspatienten denn je retten" kann. Er freue sich "riesig", wenn Menschen ihm sagten, sie seien wegen seiner Forschung genesen. "Natürlich war ich sehr froh, begeistert und gleichzeitig völlig überrascht" angesichts der Auszeichnung mit dem Nobelpreis.

Gegen Haut- und Lungenkrebs

Die Immunonkologie gilt nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft als eine der großen Hoffnungsträgerinnen der Krebstherapie. Dabei wird das Immunsystem als das Instrument des Körpers zur Bekämpfung von Erregern und geschädigten Zellen gezielt gegen Krebszellen aktiviert. Erfolge seien vor allem beim schwarzen Hautkrebs und fortgeschrittenem Lungenkrebs erzielt worden.

Preisverleihung am 10. Dezember

Der Nobelpreis ist mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 870.000 Euro) dotiert. Im vergangenen Jahr teilten sich Jeffrey Hall, Michael Rosbash und Michael Young den Medizinnobelpreis für Entdeckungen um molekulare Mechanismen, die den Biorhythmus kontrollieren. Die Zeremonie zur Verleihung der Nobelpreise findet in jedem Jahr am 10. Dezember im Rathaus von Stockholm statt, dem Todestag von Preisstifter Alfred Nobel.

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Ihre Entdeckung rettet täglich Leben: Für die Entwicklung spezieller Krebstherapien bekommen der US-Amerikaner James Allison und der Japaner Tasuku Honjo den diesjährigen Nobelpreis für Medizin.