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Mauersegler - Der Vogel, der in der Luft schläft | BR24

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IQ-Wissenschaftsmeldungen: Forscher studieren die Eigenarten des Mauerseglers / Wie realistisch ist ein Raumfahrt-Antrieb mit Sonnenenergie? / Menstruationstassen / Forschungsreaktor Garching - Ist der Betrieb mit hoch angereichertem Uran illegal?

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Mauersegler - Der Vogel, der in der Luft schläft

Der Mauersegler hat Forscher nicht nur einmal überrascht. Seit Jahren werden Tiere mit kleinen Sendern ausgestattet, um mehr über das eigenwillige Verhalten der Flugkünstler herauszufinden. Zwölf spannende Fakten über den Mauersegler:

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  • Mauersegler (Apus apus) sind Zugvögel und können bis zu zehn Monate lang fliegen, ohne zu landen. Bodenkontakt haben die Vögel meist nur in der Brutzeit. Schwedische Wissenschaftler waren überrascht über die Ausdauer der Vögel: Bei der Auswertung von Sender-Daten im Jahr 2016 zeigte sich, dass manche Mauersegler von den Brutgebieten in Europa nach Zentralafrika und zurück flogen, ohne ein einziges Mal den Boden zu berühren. Mauersegler legen jährlich rund 190.000 Kilometer zurück.
  • Forscher gehen aufgrund des Flugverhaltens der Vögel davon aus, dass Mauersegler in der Luft schlafen. Wahrscheinlich können die Vögel, ähnlich wie Delfine, eine Hirnhälfte abschalten. Während eine Hälfte des Gehirns beim Fliegen schläft, steuert die andere aktiv den Flug.
  • Mauersegler stoßen beim Fliegen schrille Rufe aus. Das unterscheidet sie von den ähnlich aussehenden Schwalben, mit denen Mauersegler nicht verwandt sind. Männchen rufen einen hohen Sri-Laut, Weibchen einen tiefen aus. Mauersegler gehören nicht zu den Singvögeln.
  • Mauersegler sind beim Brüten pingelig: Die Vögel fliegen in Europa immer stur den Brutplatz des letzten Jahres an. Da es hier nur noch wenige Felsen gibt, die üblichen Brutplätze der Vögel, nisten die Höhlenbrüter heutzutage meist an Hausfassaden, unter Dächern, Regenrinnen und Balkonen. Ändert sich das gewohnte Heim durch Baumaßnahmen - und sei es nur um einen Versatz von wenigen Zentimetern - sind Mauersegler verwirrt und ratlos. Beim Vogelzug in Afrika zeigen sich Mauersegler deutlich flexibler: Sie haben kein festes Winterquartier, sondern folgen den besten Witterungsbedingungen und dem besten Nahrungsangebot.
  • Mauersegler sind wetterfühlig: Die Brutdauer passen sie an die Wetterbedingungen an. Bei schönem Wetter sitzt der Vogel 18, bei schlechtem Wetter bis zu 25 Tage auf seinen Eiern. Auch die Küken reagieren schon aufs Wetter. Bei angenehmen Wetterbedingungen sind sie nach 37 Tagen flügge, bei widrigem Wetter erst nach bis zu 56 Tagen.
  • Mauersegler legen nur einmal im Jahr Eier. Verliert der Vogel sein Nest, kann er nochmals eine Ersatzbrut nachlegen.
  • Jungvögel des Mauerseglers sind selbstständig, sobald sie das Nest verlassen. Sie finden ihren Weg nach Afrika ganz allein und fliegen ohne ihre Eltern ins Winterquartier.
  • Für gutes Futter fliegen Mauersegler-Eltern meilenweit. So kann es vorkommen, dass Jungvögel zwei bis drei Nächte allein im Nest ausharren müssen. Ohne Futter fallen sie in eine Art Starre, die einem kleinen Winterschlaf ähnelt.
  • Ausgewachsene Mauersegler picken Beute nicht auf, sondern fangen sie in der Luft ein. Wasser saugt der Mauersegler direkt von Wasseroberflächen und im Gleitflug auf.
  • Seinen Namen erhielt der Mauersegler, weil er an Mauern entlang segelt. Früher hieß er auch Turmschwalbe, weil Türme und hohe Gebäude eine beliebte Behausung des Mauerseglers sind.
  • Mauersegler können bis zu 20 Jahre alt werden.
  • Der Mauersegler war im Jahr 2003 Vogel des Jahres. Er steht auf der Vorwarnliste der "Roten Liste", weil seine Nistplätze und sein Futter, also Insekten, schwinden.
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Video: Der Bestand an Mauerseglern geht zurück. Die Gründe: Der Klimawandel und der Verlust von Nistplätzen durch Gebäudesanierungen. Forscher untersuchen die Lebensbedingungen der Tiere, indem sie diese mit Sendern ausstatten.

Sendungen:

  • IQ, 24. Juli 2019, 18.05 Uhr auf Bayern 2
  • Gut zu wissen, 3. August 2019, 19.00 Uhr im BR Fernsehen