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Mars-Mission InSight - Deutscher Maulwurf hämmert wieder | BR24

© DLR (CC-BY 3.0)

Der deutsche Marsmaulwurf HP3 bohrt den Planeten Mars an

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Mars-Mission InSight - Deutscher Maulwurf hämmert wieder

Der in Deutschland gebaute "Marsmaulwurf" HP3 hämmert wieder. Sieben Monate musste der Bohrroboter, der an der "Leine" seiner Muttersonde InSight hängt, pausieren. Nun ist er in zehn Tagen gut zwei Zentimeter weiter in den Mars vorgedrungen.

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Als Ursache für die Pause vermuteten die Wissenschaftler vom Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), dass sich der Maulwurf ein vergleichsweise breites Loch gegraben hatte, in dem er nach 35 Zentimetern Bohrung keinen Halt mehr gefunden hat. Anstatt sich weiter nach unten zu bohren, hüpfte der Marsmaulwurf auf der Stelle. Das DLR in Köln griff zu einem Trick: Mit der Schaufel eines Roboterarms wurde der Maulwurf gegen die Wand des Lochs gedrückt. Danach fand er wieder genug Halt, um sich weiter in den Boden zu hämmern. In zehn Tagen schraubte sich der Marsmaulwurf gut zwei Zentimeter weiter in den Mars, also in etwa 37 Zentimeter Tiefe. Dafür benötigte er 220 Hammerschläge.

Der Bohrroboter soll auch weiterhin vom Roboterarm unterstützt werden. Hat er sich bis unter die Marsoberfläche gearbeitet, müsse man nach Angaben des DLR abwarten, ob er alleine vorankommt.

Marsmaulwurf soll sich fünf Meter in den Boden bohren

Bis zu fünf Meter tief soll sich der ferngesteuerte Marsmaulwurf insgesamt in den Marsboden bohren - erstmals in der Geschichte der Raumfahrt. Dafür wird die Rammsonde des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) mehrere Wochen brauchen. In der Tiefe soll HP3 (Heat Flow and Physical Properties Package) Temperatur und Wärmeleitfähigkeit des Untergrundmaterials messen, um mit den Daten zu einem besseren Verständnis von Entstehung und Entwicklung erdähnlicher Körper beizutragen. Die Wissenschaftler vom DLR erhoffen sich außerdem weitere Hinweise darauf, ob der Rote Planet noch immer über einen heißen, flüssigen Kern verfügt.

Die Sonde wird sich in kleinen Schritten in die Tiefe vorarbeiten. Sie nutzt dazu einen vollautomatischen, elektrisch angetriebenen Hammerschlagmechanismus und zieht ein mit Messsensorik ausgestattetes Flachkabel hinter sich in den Marsboden.

Daten der ersten Bohrung

Die erste Etappe am 28. Februar 2019 dauerte rund vier Stunden. Mit 4.000 Hammerschlägen drang der Roboter 35 Zentimeter tief in den Marsboden ein. Dann stieß er auf einen starken Widerstand und kippte leicht um 15 Grad. Das HP3-Team beschloss daraufhin eine Pause für den Hammer, um "die Situation genauer zu analysieren und gemeinsam Strategien zu entwickeln, wie sich der Widerstand überwinden lassen könnte", schrieb der Leiter des HP3-Experiments Tilman Spohn vom DLR-Institut für Planetenforschung in seinem Blog zur InSight-Mission. Die Forscher vermuteten zunächst, dass der Maulwurf auf einen Stein oder eine Kiesschicht getroffen ist. Doch nach Berechnungen von Geologen liegt die Wahrscheinlichkeit bei nur fünf Prozent.

© Bayerischer Rundfunk

Die Mars-Mission InSight startet. BR-Raumfahrtexperte Stefan Geier erklärt, wie mit Hilfe deutscher Wissenschaftler der Mars angebohrt wird und welche Einsichten sich Weltraumforscher von der Aktion erhoffen.

Zwei Jahre Forschung auf dem Mars

Das stationäre geophysikalische Observatorium InSight hatte am 26. November 2018 nach einer fast siebenmonatigen Reise durch den Weltraum planmäßig auf dem Mars aufgesetzt. Im Zuge der NASA-Mission sollen in den kommenden beiden Jahren Entwicklung, Struktur und physikalische Eigenschaften von Kruste, Mantel und Kern unseres Nachbarplaneten erforscht werden.

Beben und Pole werden auf dem Mars vermessen

Dazu hat InSight außer HP3 auch das Marsbeben-Observatorium SEIS (Seismic Experiment for Interior Structure) auf dem Roten Planeten ausgesetzt, das unter Federführung der französischen Raumfahrtagentur CNES gebaut wurde. Neben SEIS und HP3 zählt zu der InSight-Mission auch das amerikanische Experiment RISE (Rotation and Interior Structure Experiment), das Schwankungen der Polachse des Mars aufzeichnen soll.

© Bayerischer Rundfunk

Video: In den 1970er-Jahren hatte man keine Ahnung, wie die Oberfläche des Mars aussieht, aber viele bunte Ideen. Die Vorstellung von Außerirdischen, den Marsianern, war auch eher bunt - und lustig. Wie ein Film von 1976 aus dem BR-Archiv zeigt ...