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Der deutsche Marsmaulwurf HP3 bohrt den Planeten Mars an
© DLR (CC-BY 3.0)
© DLR (CC-BY 3.0)

Der deutsche Marsmaulwurf HP3 bohrt den Planeten Mars an

Bis zu fünf Meter tief soll sich der ferngesteuerte Marsmaulwurf in den Marsboden bohren - erstmals in der Geschichte der Raumfahrt. Dafür wird die Rammsonde des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) mehrere Wochen brauchen. In der Tiefe soll HP3 (Heat Flow and Physical Properties Package) Temperatur und Wärmeleitfähigkeit des Untergrundmaterials messen, um mit den Daten zu einem besseren Verständnis von Entstehung und Entwicklung erdähnlicher Körper beizutragen.

Die Sonde wird sich in kleinen Schritten in die Tiefe vorarbeiten. Sie nutzt dazu einen vollautomatischen, elektrisch angetriebenen Hammerschlagmechanismus und zieht ein mit Messsensorik ausgestattetes Flachkabel hinter sich in den Marsboden.

Die Daten der ersten Bohrung sind da

Die erste Etappe am 28. Februar dauerte rund vier Stunden. Mit 4.000 Hammerschlägen drang der Roboter rund 18 bis 50 Zentimeter tief in den Marsboden ein. Dann stieß er auf einen starken Widerstand und kippte leicht um 15 Grad. Das HP3-Team beschloss daraufhin eine zweiwöchige Pause für den Hammer, um "die Situation genauer zu analysieren und gemeinsam Strategien zu entwickeln, wie sich der Widerstand überwinden lassen könnte", schrieb der Leiter des HP3-Experiments Tilman Spohn vom DLR-Institut für Planetenforschung in seinem Blog zur InSight-Mission. Die Forscher vermuten, dass der Maulwurf auf einen Stein oder eine Kiesschicht getroffen ist. Das Team hatte gehofft, dass es dort relativ wenige Steine unter der Erde geben würde. Bilder der Landestelle zeigten nur wenige Brocken auf der Oberfläche neben dem Lander.

BR-Raumfahrtexperte Stefan Geier erklärt die Marsbohrung.

BR-Raumfahrtexperte Stefan Geier erklärt die Marsbohrung.

Zwei Jahre Forschung auf dem Mars

Das stationäre geophysikalische Observatorium InSight hatte am 26. November 2018 nach einer fast siebenmonatigen Reise durch den Weltraum planmäßig auf dem Mars aufgesetzt. Im Zuge der NASA-Mission sollen in den kommenden beiden Jahren Entwicklung, Struktur und physikalische Eigenschaften von Kruste, Mantel und Kern unseres Nachbarplaneten erforscht werden.

Beben und Pole werden auf dem Mars vermessen

Dazu hat InSight außer HP3 auch das Marsbeben-Observatorium SEIS (Seismic Experiment for Interior Structure) auf dem Roten Planeten ausgesetzt, das unter Federführung der französischen Raumfahrtagentur CNES gebaut wurde. Neben SEIS und HP3 zählt zu der InSight-Mission auch das amerikanische Experiment RISE (Rotation and Interior Structure Experiment), das Schwankungen der Polachse des Mars aufzeichnen soll.

BR-Archiv: Mars-Animation von 1976

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