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Malariaerkrankungen steigen wieder an | BR24

© picture-alliance/dpa

Anopheles-Mücke sticht in die Haut

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    Malariaerkrankungen steigen wieder an

    Nach großen Erfolgen ist der Kampf gegen Malaria ins Stocken geraten. Hunderttausende Menschen sterben jedes Jahr an der Krankheit, die eigentlich vermeidbar und heilbar ist. Verhindert werden Fortschritte vor allem durch einen Faktor: Armut.

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    Weltweit nimmt die Zahl der Malaria-Erkrankungen wieder zu. Nach jahrelangen Erfolgen im Kampf gegen die Infektionskrankheit sei die Zahl der registrierten Fälle 2017 um zwei Millionen auf 219 Millionen gestiegen, sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus.

    Betroffene Länder gezielter unterstützen

    Dies sei ein "massiver Weckruf", erklärte Tedros Adhanom Ghebreyesus. "Es ist klar: Wir brauchen einen Kurswechsel." Die WHO kündigte eine Initiative an, um die am meisten betroffenen Länder gezielter zu unterstützen. Rund 70 Prozent aller Malaria-Fälle betreffen elf Länder: Nigeria, Kongo, Mosambik, Burkina Faso, Kamerun, Ghana, Mali, Niger, Uganda, Tansania und Indien. Die WHO will ihre neue Strategie zusammen mit der "Partnerschaft zur Beendigung von Malaria" umsetzen, der auch die Industrie angehört. Öffentliche Gelder zur Bekämpfung von Malaria waren zuletzt deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

    Der Malaria-Erreger wird von Moskitos übertragen

    Malaria wird durch Stiche von Anopheles-Mücken übertragen, die den Erreger in sich tragen. Sie benötigen das menschliche Blut, um ihre Eier reifen zu lassen. Dafür stechen sie meist nachts oder in der Dämmerung. Im Körper der Stechmücke wird das Ei wiederum befruchtet, wobei sich infektiöse und parasitische Einzeller bilden, die beim nächsten Stechen an den Menschen übertragen werden können. Im menschlichen Körper entwickeln sich die Parasiten zunächst in der Leber und später in den roten Blutkörperchen.

    Symptome der Malaria

    Bei den meisten Mückenstichen wird keine Malaria übertragen. Wenn jedoch nach sieben oder mehr Tagen Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen und möglicherweise Erbrechen auftauchen, sollte man sich sofort an einen Arzt wenden. Gewissheit bekommt man mit einem einfachen Bluttest nach ein bis zwei Stunden. Im Übrigen kann eine Malariaerkrankung auch ohne die oben genannten Symptome bestehen. Im Zweifel sollte man sich immer ärztlich untersuchen lassen, auch deshalb, weil nur der Arzt die verschiedenen Formen von Malaria diagnostizieren kann.

    Die Inkubationszeit beträgt je nach Erregertyp zwischen 7 und 40 Tage. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Es gibt drei Malariaformen. Die gefährlichste ist die Malaria tropica mit einer Sterblichkeitsrate von etwa 20 Prozent.

    Deutschland – jährlich 500 eingeschleppte Malariafälle

    Malaria ist die am stärksten nach Europa eingeschleppte tropentypische Krankheit. In Deutschland werden jährlich rund 500 importierte Malariafälle erfasst; immer wieder kommt es auch zu Todesfällen.

    Von
    • BR24 Redaktion
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