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Bildrechte: dpa/pa/Marius Becker

Mähroboter sind praktisch: Alle paar Tage drehen sie ihre Runden und halten den Rasen kurz. Doch was passiert dabei mit den Kleintieren im Garten? Die bezahlen oft den Preis für die Bequemlichkeit des Gartenbesitzers - besonders die Igel.

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Mähroboter: Tödliche Gefahr für Igel-Nachwuchs

Mähroboter sind für Igel und andere Kleintiere im Garten sehr gefährlich. Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern warnt davor, die Roboter nachts oder in der Dämmerung fahren zu lassen. Hinzu kommt: Gerade jetzt sind ganze Igel-Familien unterwegs.

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Von
  • Claudia Heider

Mähroboter sind eine praktische Sache: Alle paar Tage drehen sie zuverlässig im Garten ihre Runden und halten den Rasen kurz. Doch was ist, wenn der Mähroboter auf Widerstände stößt, was passiert mit den Kleintieren im Garten? Den Preis für diese Bequemlichkeit zahlen oft die Igel.

Igel-Nachwuchs ab August unterwegs

Momentan bekommen die Igel Nachwuchs: Die meisten Igel-Kinder kommen im August auf die Welt, manche früher, manche noch im September. Igelweibchen werfen normalerweise nur ein Mal im Jahr, sie bekommen zwischen zwei und sieben Babys. Ihre ersten Ausflüge machen die kleinen Igel mit ihrer Mutter meist in der Dunkelheit. Momentan ist also besonders große Vorsicht beim Einsatz von Mährobotern geboten.

Problem: Igel fliehen nicht vor dem Mähroboter

Igel-Expertin Claudia Trepte aus Hechendorf warnt vor den elektrischen Gartenhelfern. Denn alles, was nicht hart sei, werde vom Mähroboter nicht als Widerstand erkannt. Er fahre dann gnadenlos darüber.

"Die Natur der Igel ist eben: Wenn Gefahr im Verzug ist und sie sich irgendwie bedroht fühlen, dann rollen Igel sich ein, die laufen nicht weg. Und damit erkennt der Mähroboter sie nicht als Hindernis, und die doch sehr scharfen Messer von so einem Mähroboter fügen dann dem Igel gefährliche, zum Teil tödliche Verletzungen zu." Claudia Trepte, Igelexpertin vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern

Auch Insekten sind gefährdet

Der Mähroboter ist nicht nur eine Gefahr für Kleintiere wie Igel und Kröten, sondern auch für Insekten. Und Insekten sind die Nahrungsgrundlage für Igel. Igel leiden oft im Verborgenen. Nur, weil man als Gartenbesitzer noch kein verletztes Tier gefunden hat, heißt das nicht, dass nichts passiert ist: Verletzte Wildtiere folgen ihrem Instinkt, erklärt die Igel-Expertin, sie würden sich irgendwo verstecken und kläglich verenden.

Mut zu ein bisschen Wildnis im eigenen Garten hilft allen Tieren und insbesondere den Igeln. Claudia Trepte hat aus ihrem Garten eine Wohlfühloase für Kleintiere und Insekten gemacht. Für Igel gibt es ein Futterhäuschen und jede Menge Rückzugsmöglichkeiten und Verstecke. Die Igel nehmen ihr Angebot gerne an - was die Aufnahmen ihrer Wildkamera beweisen. Weil Igel nachtaktive Tiere sind, rät Claudia Trepte, den Mähroboter möglichst nicht nachts oder in der Dämmerung fahren zu lassen, denn da seien die Igel unterwegs.

Viele Mähroboter-Besitzer wissen um die Gefahr für Igel

Gartenbesitzer Johannes Nützel aus Weßling bei München hat seinen Mähroboter seit fünf Jahren und möchte ihn eigentlich nicht mehr missen. "Wir haben uns den damals angeschafft, um am Wochenende, wenn das Wetter passt, eben nicht im Garten zu stehen und selber mähen zu müssen", sagt er. Er achtet jedoch darauf, den Mähroboter nur tagsüber laufen zu lassen und nicht zur Dämmerung oder nachts, in der aktiven Zeit der Igel.

Eine andere Mähroboter-Besitzerin war von den Bildern extrem schockiert, auf denen Igel zu sehen waren, die vom Mähroboter schwer verletzt wurden. Sie habe danach den Rasenmähroboter erstmal ausgeschaltet und den alten Rasenmäher wieder herausgeholt. "Wir sind jetzt am Überlegen, ob wir den Rasenmähroboter abschaffen", sagt sie nachdenklich.

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