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Luftschadstoffe – Bessere Vorhersagen mit neuen Satelliten | BR24

© picture-alliance/dpa

Saubere Luft via Satellit messbar

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Luftschadstoffe – Bessere Vorhersagen mit neuen Satelliten

Immer mehr Menschen leben in Städten. Was tun, um sie vor dreckiger Luft zu schützen? Ob Fahrverbote oder Filter – wichtig ist immer, die Luftqualität zu messen. Neue Satelliten sollen dabei helfen und auch Vorhersagen möglich machen.

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Inzwischen hat Europa mehrere Satelliten im All, die Luftschadstoffe aufspüren. Der letzte dieser sogenannten Sentinel-Familie ist vor einem Jahr gestartet, er sendet Infrarotstrahlen aus. Das Lichtmuster, das die Detektoren einfangen, ist wie ein Fingerabdruck von Schadstoffen.

Die üblichen Verdächtigen

Zum Beispiel Ozon, Kohlenwasserstoffe oder auch Stickoxide. Auf der Europakarte im Netz sieht man sehr deutlich, wo Schadstoffe die Luft besonders stark verschmutzen. In manchen Regionen Europas ist Schwefeldioxid die Hauptquelle für Luftverschmutzung, sagt Vincent-Henri Peuch, Chef des Copernicus-Atmosphären-Programms der Europäischen Kommission. „Es entsteht in Häfen, aber in der Nordsee tragen auch die Schiffsrouten bei.“

Luftsauberkeitsindex für Europa

Mit den Atmosphärenmessungen des Copernicus-Programms wird die Luftqualität in Europa überwacht. Seit kurzem veröffentlicht die Kommission auf dieser Basis einen Luftsauberkeitsindex. Er berücksichtigt insgesamt zehn verschiedene Schadstoffe und beschreibt die Luftqualität auf einer Skala von 1 bis 5. 1 steht für sehr saubere Luft, 5 für sehr dreckige Luft.

Satellitendaten reichen nicht aus

Allerdings: Wie gut die Luft in einzelnen Straßen oder Stadtvierteln ist, dass können die Satellitenmessungen nicht verraten. Dafür sind sie zu ungenau. Man muss auch auf der Erde messen. Engmaschig und vor allem dort, wo die Schadstoffe entstehen.

Doch wenn man die Messungen aus dem All und am Boden dann mit Vorhersagemodellen kombiniert, kann man prognostizieren, wie sich die Schadstoffkonzentrationen in den nächsten Stunden und Tagen entwickeln werden.

Schadstoffwarnung per App

In drei Jahren soll es solche Luftqualitätsvorhersagen für ganz Deutschland geben, sagt Tobias Fuchs vom Deutschen Wetterdienst: "Die werden in einer App eingefüttert werden, die das Umweltbundesamt entwickelt hat, so dass jeder Bürger sich informieren kann, wie ist die Luftqualität in meiner Region, wo muss ich mich vorbereiten, wenn es problematisch sein wird."