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Erlanger Forscher des Max-Planck-Instituts sowie des Deutschen Zentrums für Immuntherapie haben eine mögliche Ursache für Long-Covid gefunden.

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Erlanger Forscher entdecken mögliche Ursache für Long-Covid

Viele Menschen leiden nach einer Corona-Infektion unter Langzeitfolgen ihrer Erkrankung. Erlanger Forscher könnten nun herausgefunden haben, wo die Ursache für Long-Covid liegt. Sie stellten bei Betroffenen Veränderungen der Blutkörperchen fest.

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Von
  • Roland Zimmermann

Atemnot, Abgeschlagenheit, Müdigkeit: Das sind nur einige der Symptome, mit denen Menschen zu kämpfen haben, die unter Long-Covid leiden. Wochen-, wenn nicht gar monatelang sind die Betroffenen nach einer Corona-Infektion noch stark eingeschränkt. Bisher waren die Gründe dafür noch unklar.

Corona-Infizierte haben andere Blutkörperchen als gesunde Menschen

Ein Erlanger Forscherteam des Max-Planck-Instituts für Physik und Medizin sowie des Deutschen Zentrums für Immuntherapie hat nun eine ungesicherte Hypothese für die mögliche Ursache von Long-Covid aufgestellt: Wie die Friedrich-Alexander-Universität mitteilte, konnten die Forschenden im Rahmen einer Studie nachweisen, dass die Blutkörperchen bei Corona-Infizierten deutliche Veränderungen gegenüber gesunden Menschen aufweisen.

Mehr als vier Millionen Blutkörperchen untersucht

Das Erlanger Team untersuchte mehr als vier Millionen Blutkörperchen von Erkrankten, Genesenen und Gesunden mithilfe eines selbst entwickelten Verfahrens – der sogenannten "Verformungszytometrie".

Dabei stellte sich heraus, dass die roten Blutkörperchen verformt waren, was den Angaben der Forscherinnen und Forschern zufolge Thrombosen und Embolien der Lunge erklären würde. Durch die Verformung verschlechtere sich die Blutzirkulation und mit ihr die Sauerstoffzufuhr, so das Forscherteam.

Veränderte Blutkörperchen verantwortlich für Long-Covid-Symptome

Die weißen Blutkörperchen – verantwortlich vor allem für die Immunabwehr – waren bis zu sieben Monate nach der Infektion mit Covid-19 verändert, fanden die Erlanger in ihrer Studie heraus. Das erkläre die bislang bekannten Symptome bei Long-Covid wie Atemnot, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen sowie der Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns, heißt es in der Mitteilung des Max–Planck-Instituts.

Das neue Analyseverfahren kann laut Forschern auch zur schnellen, sicheren und günstigen Diagnose eingesetzt werden. Die Erlanger hoffen, damit auch ein mögliches Frühwarnsystem für künftige Pandemien durch noch unbekannte Viren entwickelt zu haben.

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Forscher des Erlanger Max-Planck-Instituts erforschen die Ursache für Long-Covid.

Hinweis (21.06.21, 17.05 Uhr): In einer früheren Version dieses Artikels war fälschlicherweise von vier Millionen Blutproben, statt von vier Millionen untersuchten Blutkörperchen die Rede. Auch haben wir ergänzt, dass die Forscherinnen und Forscher mit ihrer Studie eine ungesicherte Hypothese für die Ursache von Long-Covid aufgestellt haben. Wir haben die entsprechenden Absätze korrigiert.

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