BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR/Wolfgang Jandl
Bildrechte: BR

Legionellen treten verstärkt in Wasserleitungen auf, in denen das Wasser längere Zeit steht. Und das war in der Lockdownzeit vor allem in Schwimmbädern oder bei Sportvereinen der Fall. Und beim Duschen könnte dann eine Gesundheitsgefahr bestehen...

5
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Dusche, Boiler, Wassertank: Legionellen-Gefahr durch Lockdown

Sie sind natürlicher Bestandteil unserer Wasserleitungen: Legionellen. Doch wenn das Wasser längere Zeit stillsteht, vermehren sie sich explosionsartig. Dann können die Erreger, etwa beim Duschen, zu einer schweren Lungenentzündung führen.

5
Per Mail sharen
Von
  • Wolfgang Jandl
  • BR24 Redaktion

Legionellen sind Warmduscher. Jedenfalls lieben sie warmes Wasser, wo sie optimale Bedingungen für ihre Vermehrung vorfinden. Erst ab einer Temperatur von 60 Grad endet ihre Lebensfähigkeit.

Besonders heimisch fühlen sich die Bakterien in Boilern, Wassertanks, Warmwassererzeugungsanlagen, Schwimmbädern, Krankenhäusern und öffentlichen Duschen. Vor allem jetzt, nachdem Vereinsheime, Sportanlagen oder Schwimmbäder Corona-bedingt monatelang geschlossen waren, könnte das Leitungswasser dort vermehrt mit Legionellen belastet sein.

Warnung vor explosionsartiger Vermehrung

"Wenn das Wasser Wochen oder gar Monate lang nicht fließt, können sich Legionellen explosionsartig vermehren", warnt Dr. Gero Beckmann, Mikrobiologe und Hygieniker aus Oberthulba im Landkreis Bad Kissingen. Sein Labor überprüft Leitungswasserproben aus der gesamten Bundesrepublik. Und darin befinden sich seit einigen Wochen mehr Legionellen als gut ist.

Legionellose: Gefahr durch schwere Lungenentzündung

Legionellen kommen von Natur aus in Wasserleitungen vor. Doch wenn über einen längeren Zeitraum kein Wasser fließt, sind die Bakterien in der Lage, sich stark zu vermehren. Werden sie dann in Form von Aerosolen eingeatmet, können sie eine Legionellose verursachen, eine besondere Art schwerer Lungenentzündung.

Infizieren kann man sich, wenn man das Legionellen-belastete Leitungswasser in feinsten Tröpfchen, so genannten Aerosolen, einatmet. Die Aerosole entstehen dort, wo Wasser vernebelt wird, in Duschen, in Whirlpools, sogar in Autowaschanlagen.

Jährlich tausend Todesfälle durch Legionellen in Deutschland

Legionellen verursachen jährlich einige Tausend Todesfälle in Deutschland. Den Gesundheitsämtern liegen noch keine erhöhten Zahlen vor. Es bestehe Meldepflicht durch Labore und Krankenhäuser. Doch zu überprüfen ist diese kaum.

Zur Bekämpfung rückt man den Erregern deshalb mit Hitze zu Leibe. Am besten spült man die Leitungen mit 70 Grad heißem Wasser drei Minuten lang aus. Bei einer Temperatur von 60 Grad sollten es zehn Minuten sein.

Auch beim TSV Oerlenbach hat man die Leitungen mehrfach mit heißem Wasser durchgespült. Gut dran sind dabei Besitzer von Solaren Thermo-Anlagen. Sie können das Heißwasser daraus zur Spülung verwenden und dadurch eine Menge Geld sparen.

© BR
Bildrechte: BR/Simon Heimbuchner

Sie sind natürlicher Bestandteil unserer Wasserleitungen: Legionellen. Doch wenn das Wasser längere Zeit stillsteht, vermehren sie sich explosionsartig. Dann können die Erreger, etwa beim Duschen, zu einer schweren Lungenentzündung führen.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!