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© Annette Nigl /Nationalpark Bayerischer Wald
Bildrechte: Annette Nigl /Nationalpark Bayerischer Wald

Der duftende Feuerschwamm ist in Deutschland nur an sehr wenigen Stellen, unter anderem im Nationalpark Bayerischer Wald, zu finden.

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    Leben im Totholz: Nationalpark startet Projekt für Artenvielfalt

    Totes Holz im Wald – das ist zunächst keine Augenweide. Dabei finden sich auf abgestorbenen Bäumen viele seltene Pilze oder Moose, für die Totholz zum idealen Lebensraum wird. Ein Projekt im Bayerischen Wald soll jetzt deren Ausbreitung fördern.

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    Von
    • Renate Roßberger
    • BR24 Redaktion

    Der Nationalpark Bayerischer Wald hat ein Interreg-Projekt mit dem Namen "Flechten, Moose, Pilze und Insekten" gestartet, das zunächst auf Nationalparkflächen der Gemeinde Bayerisch Eisenstein umgesetzt werden soll. Projektpartner sind der tschechische Nachbar-Nationalpark Sumava und die Frankfurter Goethe-Universität.

    Lebensraum für Pilze und Flechten auf 100 Hektar Wald

    Bei dem Projekt geht es darum, auf insgesamt 100 Hektar Waldflächen am Rand des Nationalparks an bestimmten Punkten ideale Lebensräume für Flechten, Moose , Pilze und Insekten zu schaffen, zum Beispiel in Totholz, also abgestorbenen Bäumen, die man stehen oder liegen lässt.

    Seltene Baumarten sollen gefördert werden

    Gefördert werden sollen dabei seltene Baumarten wie Linde, Bergulme und Eibe. Wenn man solche Bäume nach dem Absterben im Wald lässt, kann man damit besondere Arten fördern. Denn es gibt Pilze, Moose, Insekten und Flechten, die nur auf dem Totholz solcher Baumarten vorkommen.

    Ein Pilz, der nach Rosen duftet

    Ein Beispiel ist der extrem seltene Duftende Feuerschwamm, ein Pilz, der nach Rosen duftet und nur auf dem Totholz von großen Tannen mit dickem Holz wächst. Er kommt weltweit nur noch an ganz wenigen Stellen vor. Eine davon ist die Mittelsteighütte, ein altes Naturschutzgebiet, das heute zum Nationalpark gehört.

    Erkenntnisse zur Artenvielfalt gewinnen

    Mit dem Interreg-Projekt will man Erkenntnisse gewinnen, wie die Artenvielfalt mithilfe von Totholz und anderer Maßnahmen aktiv gefördert werden kann. Daraus sollen dann auch Naturschutzkonzepte für Wirtschaftswälder entwickelt werden. Der Nationalpark hofft, dass er andere Institutionen dazu anregen kann, Totholz im Wald zu lassen als Schlüsselfaktor für die Artenvielfalt.

    Das Projekt kostet knapp 800.000 Euro und wird zu 85 Prozent von der Europäischen Union gefördert.

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