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Bildrechte: ESA

Illustration der ExoMars-Landesonde Schiaparelli beim Landeanflug am Fallschirm

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    Landesonde Schiaparelli: "Ich bin schon da!"

    Die Landung der russisch-europäischen Sonde Schiaparelli auf dem Mars ist fehlgeschlagen. Offenbar schätze sie ihre Höhe falsch ein und dachte, sie sei längst da. Ein paar Kilometer freier Fall folgten, und es bleibt: ein großer, schwarzer Fleck.

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    Ein Software-Problem scheint die Ursache dafür zu sein, dass die Landesonde Schiaparelli der europäischen ExoMars-Mission am 19. Oktober kurz vor der Landung abstürzte und vermutlich explodierte.

    Offenbar kommunizierte das Radarhöhenmessgerät an Bord von Schiaparelli nicht richtig mit der Steuerungssoftware des Landers. Es entstand eine fatale Zeitverschiebung: Schiaparellis "Haupthirn" dachte, er sei schon viel tiefer, als er tatsächlich war. Dadurch wurden die Fallschirme zu früh abgesprengt und die Bremstriebwerke nur drei statt der erforderlichen sechzig Sekunden lang gezündet. So erklärte es Rolf Densing, ESA-Direktor für Missionsbetrieb, in einem . Die letzten zwei bis vier Kilometer bis zur Oberfläche legte Schiaparelli demnach wohl im freien Fall zurück. Die durch die Fehlfunktion noch vollen Tanks des Landegeräts dürften beim Aufprall explodiert sein.

    Ein weißer und ein schwarzer Punkt

    Weitere Erkenntnisse haben die Forscher mit Hilfe der Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) der US-Raumfahrtbehörde NASA gewonnen. Auf Bildern sind zwei neue Punkte zu erkennen: ein weißer, der der Größe von Schiaparellis Bremsfallschirm entspricht, und ein großer dunkler. Dieser sei etwa 15 Meter lang und 40 Meter breit und dürfte Oberflächenmaterial sein, das bei dem Aufprall in die Luft wirbelte. Auch ein Einschlagkrater ist zu erkennen.

    Mutterschiff fliegt nach Plan

    ESA-Chef Jan Wörner betonte, die eigentliche wissenschaftliche Sonde sei aber die Muttersonde Trace Gas Orbiter (TGO). Und diese fliege planmäßig und solle nun erstens die Marsatmosphäre auf Methan untersuchen. Zweitens diene sie als Relay-Station für die Daten, wenn im nächsten Projekt ein Mars-Rover zum Roten Planet geschickt werde und in die Oberfläche bohre. Schiaparelli sei eine Vorläufer-Testsonde gewesen.