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Bildrechte: JAXA

Das Landegerät MASCOT wird von der Raumsonde Hayabusa 2 mit Federkraft ausgelöst (links) und soll auf dem Asteroiden Ryugu landen (rechts).

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    Landeplatz für deutschen Asteroiden-Besucher MASCOT gefunden

    Mit einer Feder schnippt die Sonde Hayabusa 2 bald das deutsche Landegerät MASCOT auf den Asteroiden Ryugu. Ohne Schwung kann die Schuhschachtel voller Technik nicht landen. Mit zuviel Schwung aber auch nicht. Der Landeplatz steht jetzt fest.

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    Von
    • Heike Westram

    Auf einem Asteroiden zu landen, ist sehr schwer, denn er ist es gerade nicht - schwer. Die geringe Anziehungskraft macht solche Manöver zu einer echten Herausforderung in der Raumfahrt. Und einer solchen stellt sich das deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum DLR mit seinem Landegerät MASCOT am 3. Oktober 2018. Dann nämlich soll der schuhschachtelgroße Lander auf Ryugu landen, einem Asteroiden von etwa einem Kilometer Durchmesser.

    Der richtige Schwung macht's

    Der kosmische Gesteinsbrocken hat so wenig Anziehungskraft, dass das Landegerät nicht einmal aus der Muttersonde herausfallen würde. Deshalb muss Hayabusa 2, die Sonde der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA, MASCOT mit einer Feder herausschnellen. Das Landegerät landet daher mit Schwung auf Ryugu. Zuviel Schwung wäre aber auch nicht gut, denn dann würde der nur zehn Kilogramm schwere Lander einfach wieder abprallen und auf Nimmerwiedersehen im All verschwinden.

    Landeplatz für MASCOT mit harten Brocken

    Am Landeplatz, bislang nur als MA-9 bezeichnet, warten einige Gesteinsbrocken auf MASCOT, die bis zu dreißig Meter groß sind - hundertmal größer als der kleine Lander. Doch genau diese Brocken sollen untersucht werden. Und am Landeplatz findet sich offenbar recht "frisches" Bodenmaterial, das noch nicht vom Sonnenwind oder kosmischem Staub verändert wurde und damit für die Erforschung des 4,5 Milliarden Jahre alten Asteroiden besonders interessant ist.

    Große Sprünge statt kleiner Schritte

    MASCOT ist für das Abenteuer der Landung gut gerüstet: Das deutsche Gerät kann hüpfen - und soll es auch. MASCOT soll die Asteroidenoberfläche von Ryugu an mindestens vier verschiedenen Stellen untersuchen. Seine Batterien halten aber nur für zwei Ryugu-Tage - insgesamt 16 Stunden. Da bleibt keine Zeit, herumzufahren. Und daher hat die ausgetüftelte Technik-Schachtel auch gar keine Räder, sondern einen Schwungarm, der MASCOT Sprünge von 70 Metern Weite ermöglicht. Hopsa!