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Kreativität macht's möglich: Gärtnern in Zeiten von Corona | BR24

© pa / dpa / Zoonar

Mann bei der Gartenarbeit

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    Kreativität macht's möglich: Gärtnern in Zeiten von Corona

    Frühlingszeit ist Gartlerzeit. Aber in dieser Saison macht das Coronavirus Pflanzenfans einen Strich durch die Rechnung: Gartencenter und Gärtnereien sind zu. Mit kreativen Ideen und bewährten Hausmitteln können Hobbygärtner aber doch aktiv werden!

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    Wer einen Garten hat, der ist jetzt – in Zeiten geschlossener Gärtnereien und Gartencenter – ein bisschen besser dran, zumindest wenn es einen Komposthaufen gibt. Ist man allerdings "nur" Balkongartler, ist gerade guter Rat teuer, zum Beispiel in Sachen Substrat und frischer Pflanzerde. Denn einfach in Wald und Flur anfangen zu buddeln und die ausgehobene Erde mitnehmen, das ist verboten!

    "Was aber schon erlaubt ist: Wenn es auf einer Wiese Maulwurfshügel gibt, diese Erdanhäufungen, die darf man abtragen und mitnehmen; aber selbst graben unter keinen Umständen!" Anna Angermaier, Gärtnermeisterin aus Bad Feilnbach

    Topf-Erde vom Vorjahr

    Natürlich kann man auf die vorhandene Erde aus Töpfen und Kästen zurückgreifen. Dazu sollte sie jedoch gesiebt und altes Wurzelwerk herausgenommen werden. Dann ist die alte Erde perfekt fürs Aussäen und Vorziehen. Allein die alte Bepflanzung abschneiden und unterarbeiten, das funktioniert nicht. Denn es fehlen in aller Regel die Boden-Mikroorganismen. Deswegen muss auch irgendwann gedüngt werden.

    Zweites Leben für alte Socken

    Gärtnermeisterin Anna Angermaier rät da zum Beispiel zu einem Brennesselsud. Der wird aus den jetzt sprießenden Jungtrieben der pieksigen Pflanze mit Wasser angesetzt. Auch echte Schafwolle eignet sich zum Düngen. Einfach abgetragene Schurwollsocken oder -jacken fein zerschneiden, unten in den Topf oder Kasten legen, die gesiebte Erde darauf – fertig.

    "Um unsere Erde von letztem Jahr wieder in Schwung zu bringen, können wir auch auf alte Hausmittel setzen: den Kaffeesatz, die Tee-Reste, zerstoßene Eierschalen, Fingernägel oder weil man jetzt schon länger keinen Frisörtermin bekommen hat, die Haare selber schneiden und das alles zerkleinert in die Erde rein – schön vermengen und wir haben einen wunderbaren Nährboden, um die nächsten Pflanzarbeiten in Angriff zu nehmen." Florian Kamlah, Bio-Gärtnermeister aus München-Pasing

    Vogelfutter – eine Samenfundgrube

    Glück hat, wer in seinen Beständen noch Samentütchen aus dem Vorjahr hat, zum Beispiel Kresse. Die eignet sich besonders fürs Daheim-Gärtnern mit Kindern! Weil der Kressesamen so genügsam ist, keimt er nicht nur auf Watte, sondern auch auf auf Taschentuch oder Küchenpapier. Allerdings muss der Behelfs-"Boden" immer feucht gehalten werden.

    Aber auch wenn kein altes Saatgut vorhanden ist, gibt's keinen Grund zum Verzweifeln. Denn man kann beispielsweise aus Vogelfutter die Kerne von Sonnenblume, Hirse und Co. als Saatgut verwenden. Auch mit Kartoffeln aus dem Supermarkt-Beutel kann man gute Erfolge erzielen: die vorgetrieben Knollen in eine große Regentonne, in einen Balkonkasten oder ein Frühbeet mit gedüngter Erde legen, mit Erde bedecken, wässern und der Zeit ihren Lauf lassen.

    "Mit gekauften Tomaten ist es kompliziert. Man kann da zwar die Samen herauspulen, aber die meisten Tomaten sind Hybridsorten. Wenn man die wieder aussät, da kommt meist nix G'scheit's bei raus!" Anna Angermaier, Gärtnermeisterin

    Origami-Töpfe aus Zeitungspapier

    Wem die Töpfe ausgehen, der kann sich mit Eimern und Holzkisten behelfen. Für's Vorziehen lässt sich die durchsichtige Plastikschale mit Deckel aus dem Supermarkt wunderbar zum Mini-Gewächshaus umfunktionieren. Außerdem finden sich im Haushalt vermutlich leere Eierschachteln und ganz sicher zahllose leere Toilettenpapierrollen. Auf Maß geschneidert sind das ebenfalls für die Anzucht geeignete Ersatztöpfchen.

    "Man findet im Internet zig Origami-Anleitungen für Zeitungspapier-Töpfe. Mit Erde befüllen, Samen oder Steckling rein und das Tolle: Die Töpfe kann man einfach später mit in den Kasten oder das Beet einpflanzen. Davon bleibt nix übrig – alles 100 Prozent abbaubar." Florian Kamlah, Bio-Gärtnermeister

    Viele Gärtnereien bieten Lieferservice

    Übrigens: Ganz auf sich und eigene kreative Ideen ist man auch jetzt nicht gestellt! Die meisten Gärtnereien bieten Lieferservices an. Einfach per E-Mail oder Telefon bei der Gärtnerei des Vertrauens eine Bestellung aufgeben und dann werden die gewünschten Garten-Materialien sogar in der Regel bis zur Haustür geliefert, auch Erde.

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