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Können Nasensprays Coronaviren aufhalten? | BR24

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Bildrechte: pa / dpa / Christin Klose

Israel bleibt Vorreiter in der Corona-Bekämpfung: Das Land gehört zu den Schnellsten bei den Impfungen. Jetzt hat das Land auch als eines der ersten ein leicht anwendbares Medikament gegen Corona-Viren zugelassen: Ein Nasenspray.

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Können Nasensprays Coronaviren aufhalten?

In Israel wurde jüngst ein Nasenspray mit dem Wirkstoff Stickstoffmonoxid als Medikament gegen SARS-CoV2 zugelassen. Können Sprays eine Infektion stoppen? Auch Kölner Forscher hoffen darauf.

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Von
  • Jutta Henkel

Laut einer Studie in Großbritannien kann das Spray Corona-Viren in der Nasenschleimhaut um bis zu 99 Prozent reduzieren. Der Einsatz des Mittels könne auch prophylaktisch geschehen, heißt es. Die Hersteller empfehlen ein bis zwei Sprühstöße, nachdem man sich in öffentlichen Verkehrsmitteln bewegt hat oder sich bei anderen Gelegenheiten mit dem Coronavirus infiziert haben könnte.

Wirkstoff Stickstoffmonoxid

Das in den Spray enthaltene Stickstoffmonoxid (NO) ist ein Wirkstoff, der auch selbst vom Körper hergestellt wird.

Prof. Ulrike Protzer, Virologin an der TU München, hält einen Einsatz von NO in dem Medikament gegen Covid für vielversprechend: "Dieses Stickstoffmonoxid, was da freigesetzt wird, das ist eine körpereigene Substanz. Das setzen unsere Zellen auch frei, um sich gegen Erreger zu wehren." In geringer Dosis direkt in der Nähe einer Zelle sei das schon etwas, was körpereigen und gut verträglich sei: "Wie das jetzt in höheren Dosen ist, wenn es vielleicht ständig freigesetzt wird, da muss man sicherlich gucken, was hat so etwas dann für Nebenwirkungen."

Die Hersteller bemühen sich jetzt um weitere Zulassungen in den USA, Kanada und Europa.

Ein Heuschnupfenmittel gegen Corona?

Auch an der Uniklinik in Köln forschen Wissenschaftler an einem Nasenspray. Es enthält den Wirkstoff Azelastin und ist bereits als Heuschnupfenmittel zugelassen. Das Mittel ist ein Antiallergikum mit möglichen Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Schwindelgefühl.

Trotzdem könnte es in der Covid-Bekämpfung gute Dienste tun, denn erste Studien in Wien haben Hinweise ergeben, dass dieses Mittel die Virenlast im Nasen-Rachenraum reduziert.

"Es könnte ein kleiner Baustein sein, um Infektionsraten zu senken oder schwerere Krankheitsverläufe zu vermindern", meint Prof. Jens-Peter Klußmann. Er ist der Studienleiter an der Uniklinik Köln. Derzeit suchen er und seine Mitarbeiter 90 Corona-Infizierte mit einem leichten Verlauf, die an einem Test mit diesem Medikament teilnehmen. Sie sollten im Raum Köln wohnen und ein positiver Coronatest darf nicht länger als zwei Tage zurückliegen.

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