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Baukräne und rauchende Schornsteine im Münchner Stadtteil Maxvorstadt bei Abendsonne. Das Klimaziel sieht vor, CO2-Emissionen zu senken.
© BR/Fabian Stoffers
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Baukräne und rauchende Schornsteine im Münchner Stadtteil Maxvorstadt bei Abendsonne. Das Klimaziel sieht vor, CO2-Emissionen zu senken.

In Vorbereitung auf die Klimakonferenz in Kattowitz, die vom 3. bis 14. Dezember in Polen stattfindet, hat das UN-Umweltprogramm jetzt eine Zwischenbilanz des Pariser Klimaabkommens vom 12. Dezember 2015 vorgelegt. Sie ist zutiefst ernüchternd. Denn um das Zwei-Grad-Ziel von Paris noch bis zur Jahrhundertwende zu schaffen, müssten alle Länder ihre bisherigen Anstrengungen mindestens verdreifachen. Machen die Länder so weiter wie bisher, wird sich die Erwärmung der Erdtemperatur um mehr als drei Grad im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung erhöhen. So steht es in dem 9. Emissions Gap Report, den das Umweltprogramm am 27. November in Paris vorgestellt hat.

Unumkehrbare Folgen der Erderwärmung

Dabei gilt das Zwei-Grad-Ziel durchschnittlicher Erwärmung schon als äußerste Grenze, um unumkehrbare Klimafolgen abzuwenden. Eigentlich sollte nach Klimaexperten-Ansicht die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad begrenzt werden. Dafür müssten die Länder ihre bisherigen Bemühungen bis Ende des Jahrhunderts allerdings sogar verfünffachen! Ansonsten, warnen die Wissenschaftler, hätte das für die Menschheit kaum tragbare Folgen: Schmelzen der Polkappen, Anstieg der Meeresspiegel und mehr Wetterextreme.

Starke Kohlendioxid-Zunahme in 2017

Die Experten weisen deshalb so eindringlich auf die Folgen der Klimaerwärmung hin, weil der weltweite CO2-Ausstoß 2017 nach drei relativ stabilen Jahren wieder gestiegen ist. Mit 53,5 Gigatonnen CO2 sei der Ausstoß alarmierend hoch. Eine Gigatonne entspricht einer Milliarde Tonnen. Als Hauptgrund wird das höhere Wirtschaftswachstum weltweit genannt. Gleichzeitig nimmt der Energieverbrauch von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Erdgas und Erdöl langsamer als erhofft ab.

Maßnahme: Emissionsarme Energien fördern

Der Bericht nennt als konkrete Maßnahme, um die Klimaziele von Paris doch noch einzuhalten, die fossilen Brennstoffe höher zu besteuern und stattdessen erneuerbare Energien mit Subventionen zu fördern. Auch die E-Mobilität sollte mit speziellen Programmen noch stärker in den Fokus gerückt werden. Momentan seien die G20-Länder nicht auf dem Weg, ihre national festgelegten Ziele zu erfüllen: den CO2-Ausstoß bis 2030 um 45 Prozent gegenüber dem Wert von 2010 zu reduzieren. Nur Brasilien, China und Japan lägen im festgelegten Rahmen, stellen die Unep-Wissenschaftler in ihrem neuesten Emissions Gap Report fest.

"Deutschland und Europa könnten hier Führungsstärke zeigen, indem sie die vollständige Treibhausgasneutralität bis 2050 und eine deutliche Stärkung der Emissionsminderungsziele für 2030 festschreiben." Gunnar Luderer, ein Autor des Berichts und Wissenschaftler am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung