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Klimaschutz-Index: Deutschland fällt um fünf Plätze zurück | BR24

© BR / Werner Eckert

Deutschland fällt im Klimaschutz-Index von Platz 22 auf Platz 27 und liegt damit im mäßigem Mittelfeld. Das ist das Ergebnis des Weltklima-Index 2019. Ein Ausstieg aus der Kohle könnte das Ranking deutlich verbessern, so die Autoren.

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Klimaschutz-Index: Deutschland fällt um fünf Plätze zurück

Deutschland fällt im Klimaschutz-Index von Platz 22 auf Platz 27 und liegt damit im mäßigem Mittelfeld. Das ist das Ergebnis des Weltklima-Index 2019. Ein Ausstieg aus der Kohle könnte das Ranking deutlich verbessern, so die Autoren.

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Deutschland fällt von Platz 22 auf Platz 27 zurück und zählt damit zu den Ländern, die eine mäßige Bewertung erhalten. Das geht aus dem Weltklima-Index 2019 hervor, den die Entwicklungsorganisation Germanwatch und das NewClimate Institute am Montag auf der UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz vorstellten. Schlusslichter sind der Iran, die USA und Saudi-Arabien.

In den Ergebnisse des Klimaschutz-Index 2019 werden die wichtigsten regionalen Unterschiede in den Klimaschutz-Anstrengungen von 56 Länder und der EU beurteilt. Dabei werden 14 Indikatoren aus den Kategorien "Treibhausgase", "Erneuerbare Energien", "Energieverbrauch" und das Engagement in der nationalen und internationalen Klimapolitik ausgewertet.

Kein Land erfüllt die Vorgaben der Weltgemeinschaft

Die ersten drei Plätze des Rankings bleiben wie in den vergangenen Jahren unbesetzt: Kein Land bringe den erforderlichen Beitrag, um die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, wie es sich die Weltgemeinschaft vorgenommen habe, erklärten die Autoren der Studie zur Begründung.

Schweden und Marokko punkten mit erneuerbaren Energien

Schweden profitiere vom guten Abschneiden bei den erneuerbaren Energien und beim CO2-Emissionsniveau, hieß es. Marokko punkte insbesondere mit dem rapiden Ausbau der erneuerbaren Energien und liege derzeit auf Kurs zu dem Ziel, in zwei Jahren 42 Prozent seines Strombedarfs aus regenerativen Quellen zu speisen.

Kohleausstieg könnte Deutschlands Abschneiden verbessern

Die vergleichsweise schlechte Leistung Deutschlands in der Kategorie Treibhausgase lässt sich vor allem darauf zurückführen, dass Deutschland nach wie vor einer der größten Verbraucher von Braunkohle ist. Ein ambitionierter Beschluss zum Kohleausstieg 2019 könne die Bundesrepublik in künftigen Rankings entscheidend nach vorne bringen, so die Autoren der Untersuchung.

Rückgang der Erneuerbaren Energien in Deutschland

Auch ein Abflauen beim zuvor starken Ausbau der erneuerbaren Energien monierten die Autoren der Untersuchung. Deutschland wird in der Kategorie der Erneuerbaren Energien als mäßig eingestuft, obwohl es in den vergangenen fünf Jahren den Anteil an dieser Energieform ausgebaut hat.

Mäßige Bewertung im Bereich "Klimapolitik"

Gute Bewertungen erhält Deutschland nach wie vor für seine internationale Klimapolitik. Nationale Experten und Expertinnen aber kritisieren Deutschlands Zurückhaltung bei einer europäischen Strategie zur Klimaneutralität bis 2050. Die Autoren sind der Ansicht, dass die Regierung keine kohärente Politik vorgelegt habe, um das Pariser Abkommen umzusetzen. Zudem kritisieren die Experten eine mangelnde Strategie für einen CO2-freien Verkehrssektor. All diese Faktoren führten in der Kategorie Klimapolitik zu einer nur mäßigen Gesamtbewertung.

China verbessert sich von Platz 41 auf 33

China, der weltweit größte Produzent von Treibhausgasen, verbessert sich von Platz 41 auf 33. Das liege in erster Linie am chinesischen Kohlendioxid-Ausstoß, der zwischen 2014 und 2016 nicht gestiegen sei. Neue Zahlen zeigten allerdings, dass die Emissionen 2017 und 2018 wieder zugenommen hätten. Deshalb könnte die Volksrepublik im Index des nächsten Jahres wieder zurückfallen.

USA fällt auf Platz 59 zurück

Die USA, die den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt haben, fallen um drei Plätze auf Platz 59. Schlechte Noten erhalten die Vereinigten Staaten unter anderem beim Einsatz Erneuerbarer Energien und beim Energieverbrauch. Zu der negativen Bewertung trage zudem bei, dass Maßnahmen zur CO2-Minderung gestoppt worden seien und Präsident Donald Trump den menschlich verursachten Klimawandel leugne, teilten Germanwatch und das NewClimate Institut mit.

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