Gestrandetes Schneemobil auf Spitzbergen

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Klimaforschung auf Spitzbergen

Klimaforschung auf Spitzbergen

Was Klimawandel heißt, können Wissenschaftler auf Spitzbergen in der Arktis schon jetzt beobachten. Das Eis ist stark geschmolzen, Tauwetter setzt zu früh und zu massiv ein und Schneemobile stranden ohne Schnee.

Ny Ålesund auf Spitzbergen - ein Dorf im hohen Norden. Im Winter leben hier 30 Menschen, im Sommer mehr als 100. Die meisten davon: Wissenschaftler aus aller Welt. Trotz der entrückt wirkenden Landschaft in der Arktis sehen die Forscher, wie sich unsere Welt durch den Klimawandel verändert. Neben schmelzenden Polkappen gibt es ganz konkrete Anzeichen auch im Alltag:

  • Im tiefen Winter im Januar auf 80 Grad Nord in der Arktis regnet es, statt zu schneien.
  • Schneemobile stranden, weil der Schnee schmilzt und zu weich zum Fahren ist. Die Forscher müssen dann zum Beispiel aufs Fahrrad umsteigen.
  • Das Tauwetter setzt viel zu früh im Jahr und zu massiv ein.
  • Im Mai herrschen in Ny Ålesund 3,6 Grad Lufttemperatur. Das sind zehn Grad mehr als normalerweise um diese Jahreszeit.

Erschreckendes Daten-Material

Für die Meteorologin vor Ort ist es schon zur Gewissheit geworden, dass die Erwärmung der Erde rasant voranschreitet. Das zeigt Marion Maturilli an den Daten, die sie über Jahrzehnte gesammelt hat:

"Das ist jetzt die Erwärmung, die wir über die letzten 20 Jahre hier an der Station beobachten. Das ist die Jahresmitteltemperatur, die über die Jahre zugenommen hat - mit ungefähr 1,6 Grad pro Dekade. Das ist ein deutlich größerer Anstieg als die Erwärmung, die man im globalen Mittel beobachtet." Marion Maturilli, Meteorologin auf Spitzbergen

Klima-Daten von Spitzbergen

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Das heißt, dass weltweit die Temperatur um etwa 1 Grad in 100 Jahren angestiegen ist. In Spitzbergen sind es 1,6 Grad in nur 10 Jahren! Die Arktis erwärmt sich deutlich schneller als irgendein anderer Fleck auf der Erde.