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Bildrechte: picture-alliance/dpa

Wenn sich die Nordsee durch den Klimawandel weiter erwärmt, könnte es mit dem Kabeljau, dem beliebten Speisefisch, bald vorbei sein: Sein Nachwuchs leidet empfindlich, so eine Studie des Alfred-Wegener-Instituts.

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Klimaflüchtling Kabeljau: Ein Fisch wandert aus

Er ist einer unserer beliebtesten Speisefische: der Kabeljau. Doch wenn sich die Nordsee durch den Klimawandel weiter erwärmt, könnte es mit ihm bald vorbei sein: Sein Nachwuchs leidet empfindlich, so eine Studie des Alfred-Wegener-Instituts.

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Von
  • Jenny von Sperber

Forscher des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) haben im Labor getestet, was mit dem Dorsch (Kabeljau) passiert, sollte sich die Nordsee durch den Klimawandel weiter aufheizen. Das Ergebnis war ernüchternd: Die Eier des Fischs brauchen es kühl und reagieren durch die zunehmende Versauerung der Ozeane noch empfindlicher auf zu hohe Temperaturen. Damit sein Nachwuchs überlebt, müsste sich der Kabeljau immer weiter in die Arktis zurückziehen.

Für den Polardorsch sieht es noch schlechter aus, denn der lebt bereits in der Arktis. Wohin sollte dieser Fisch also fliehen, wenn es ihm zu warm wird? Und die arktischen Gewässer heizen sich noch schneller auf und versauern auch stärker. Wenn der Klimaschutz versagt, könnten beide Fische zur Seltenheit werden, meint der Biologe vom AWI:

"Es zeigt sich ganz deutlich: Bei einem 'Weiter so' würden Arten wie Kabeljau und Polardorsch erheblich leiden und ihre wichtigsten Reproduktionsgebiete verlieren. Wenn wir dagegen unsere Klimaziele erreichen, würde die Situation tatsächlich für beide Arten mehr oder weniger so bleiben wie heute. Sie könnten in ihren angestammten Gebieten weiter existieren, wie sie es derzeit tun." Flemming Dahlke, Fischereibiologe am Alfred-Wegener-Institut (AWI)