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2018 war ein Rekordjahr: Nicht nur das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, sondern auch ein extrem trockenes Jahr
© picture alliance/Geisler-Fotopress
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2018 war ein Rekordjahr: Nicht nur das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, sondern auch ein extrem trockenes Jahr

Für Sonnenanbeter hatte das Jahr 2018 reichlich zu bieten: Es war das Jahr mit den meisten Sonnenstunden, den meisten Sommertagen und den meisten heißen Tagen, seit 1881 die Wetteraufzeichnungen begonnen wurden. Selbst der "Jahrhundertsommer" 2003 hatte diesbezüglich weniger zu bieten.

Fehlende Niederschläge und extreme Trockenheit

Doch etwas anderes macht Meteorologen und Klimaforschern weit mehr Sorgen: 2018 war viel zu trocken. Nicht einmal 75 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge fiel. Von Februar bis November waren alle Monate des Jahres zu trocken.

Dürre Böden, schlechte Ernten

Die Böden trockneten extrem aus: Im Juni war der Wasservorrat in den Böden bereits auf weniger als die Hälfte geschrumpft, im September lag er nur noch bei dreißig Prozent. Selbst im Spätherbst waren die Böden noch nicht feucht genug. Erst im Dezember endete die lange Dürre, die für Landwirtschaft und Binnenschifffahrt schwere Folgen hatte.

Jahresdurchschnittstemperatur in Bayern im langjährigen Mittel (links) und die Abweichung davon im Jahr 2018 (rechts)

Jahresdurchschnittstemperatur in Bayern im langjährigen Mittel (links) und die Abweichung davon im Jahr 2018 (rechts)

2018 Rekordjahr, aber kein Einzelereignis

Die Kombination aus überdurchschnittlich hohen Temperaturen und Niederschlägen weit unter dem Durchschnitt machen das Jahr 2018 zu einem Ausnahmejahr. Doch die Experten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) fürchten, dass sich Jahre mit extremer Hitze und extremer Trockenheit häufen werden - ebenso wie auch Extremwetterereignisse.

"Das Jahr 2018 hat vielleicht noch eindrücklicher als 2017 gezeigt, mit welchen folgenreichen Auswirkungen wir bei weiter steigenden Temperaturen in Deutschland künftig wohl rechnen müssen." Dr. Thomas Deutschländer, Klimawissenschaftler des DWD

Denn auch das Jahr 2017 war bereits eines der heißesten Jahre in Deutschland, 2016 lag ebenfalls deutlich über dem Durchschnitt früherer Jahre. Im Trend ist es in Deutschland inzwischen um 1,5 Grad wärmer geworden als in der Referenzperiode von 1961 bis 1990 - in der Jahresdurchschnittstemperatur.

Klimawandel wird spürbar

Für den DWD weist die "auffällige Ballung warmer Jahre" klar darauf hin, dass sich das Klima verändert:

"Die Erwärmung ist ungebremst, der Klimawandel hat Deutschland im Griff." Prof. Dr. Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes

Trend setzt sich fort

Der Winter 2018/2019 hat zwar die lange Dürreperiode des Vorjahres unterbrochen, im Dezember und Januar konnten die Böden buchstäblich auftanken. Doch der Februar hat bereits wieder auf das neue "Normal" eingeschwenkt: Wie im Vorjahr fielen wieder deutlich weniger Niederschläge als "normal".