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Kinderärzte empfehlen Grippeschutzimpfung für Kinder | BR24

© picture alliance / Panther Media/Fotograf: Aunion Jua

Die Grippeschutzimpfung ist dieses Jahr laut einiger Experten aufgrund der Corona-Pandemie für alle Kinder zu empfehlen.

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    Kinderärzte empfehlen Grippeschutzimpfung für Kinder

    Angesichts der Corona-Pandemie raten deutsche Kinderärzte Eltern dringend, ihre Kinder in diesem Herbst gegen Grippe impfen zu lassen. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schließt sich der Forderung an.

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    "Wir wissen, dass Kinder den Influenza-Virus maßgeblich übertragen", sagte Johannes Hübner, der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, der "Welt am Sonntag" (WamS). In jedem Winter müssten viele Kinder wegen Grippe stationär aufgenommen und sogar mit Sauerstoff versorgt werden. In Zeiten der Corona-Pandemie gebe es neben den Risiken für die Gesundheit der Kinder eine gesellschaftliche Verpflichtung zum Schutz anderer, so Hübner weiter. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine Grippeschutzimpfung für alle Kinder ab einem Alter von sechs Monaten.

    Auch Gesundheitsminister Spahn rät zur Grippeimpfung von Kindern

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rät ebenfalls aufgrund der aktuellen Situation zu einer Grippeschutzimpfung von Kindern. "Gleichzeitig eine größere Grippewelle und die Pandemie kann das Gesundheitssystem nur schwer verkraften", sagte er der WamS: "Deswegen haben wir diesmal zusätzlichen Grippeimpfstoff besorgt. Jeder, der sich und seine Kinder impfen lassen will, sollte und kann das tun."

    BAK-Präsident: "Auf Schutz besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen konzentrieren"

    Der Präsident der Bundesärztekammer (BAK), Klaus Reinhardt, empfiehlt allerdings angesichts möglicher Engpässe bei den Impfstoffen, sich vor allem "auf den Schutz der besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen" zu konzentrieren. Ratsam seien Grippeschutzimpfungen bei jungen Menschen immer dann, wenn eine erhöhte Gefährdung infolge eines Grundleidens vorliege, zum Beispiel Asthma, Diabetes oder Erkrankungen des Immunsystems.

    Lauterbach lehnt Zwang zur Grippeschutzimpfung ab

    SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach empfiehlt zwar generell eine Grippeschutzimpfung, lehnt einen Zwang dazu aber ab: "Wir müssen uns bei Grippeschutzimpfungen in diesem Jahr deutlich steigern, jedoch nur aufgrund freiwilliger Bereitschaft."

    Huml empfiehlt Grippeschutzimpfung vor allem für gefährdetes Personal

    Auch Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hält eine Grippeimpfung in diesem Jahr für wichtig. Unverzichtbar sei sie vor allem für das Personal in Krankenhäusern, Schulen und Pflegeeinrichtungen: "Deshalb appelliere ich an das Verantwortungsbewusstsein der Beschäftigten und fordere sie zur Impfung auf."

    Immer mehr Länder folgen WHO-Empfehlung

    In den USA sind derzeit bereits fast 60 Prozent aller Kinder gegen Grippe geimpft, Tendenz steigend. In der EU folgen erste Länder der WHO-Empfehlung, grundsätzlich alle Kinder gegen Grippe impfen zu lassen, so etwa Großbritannien oder Finnland.

    Allgemeine Empfehlungen zur Grippeschutzimpfung des RKI

    Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts (RKI) empfiehlt die jährliche Grippeimpfung allen Kindern, die unter bestimmten Vorerkrankungen leiden, wie zum Beispiel bei:

    • chronischen Krankheiten der Atmungsorgane (inklusive Asthma)
    • Herz- oder Kreislauferkrankungen
    • Leber- oder Nierenkrankheiten
    • Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten
    • chronischen neurologischen Krankheiten wie Multiple Sklerose
    • angeborenen oder später erworbenen Störungen des Immunsystems
    • einer HIV-Infektion.

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