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Vollständiger Kiefer eines Riesenwombats in Australien gefunden | BR24

© James Horan/Australian Museum

Riesenwombats in Australien waren die größten Beuteltiere, die je gelebt haben.

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Vollständiger Kiefer eines Riesenwombats in Australien gefunden

50 Zentimeter lang ist der Kiefer eines prähistorischen Riesenbeuteltiers, der in Australien gefunden wurde. Die bis zu zwei Meter großen Tiere waren Pflanzenfresser, das jetzt gefundene Exemplar der Gattung Diprotodon war noch ein Jungtier.

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Zu der Zeit, als bei uns in Nordeuropa die Neandertaler und Homo sapiens mit riesigen Mammuts kämpften, lebten auch in Australien gigantische Tierarten. Das Riesenbeuteltier "Diprotodon" gehörte dazu: bis zu vier Meter lang, zwei Meter Schulterhöhe und drei Tonnen Gewicht, das größte Beuteltier, das je gelebt hat.

Riesenbeuteltier sah einem Wombat ähnlich

Jetzt haben Archäologen aus Australien einen besonders gut erhaltenen Kieferknochen untersucht. Er ist 50 Zentimeter lang und gehörte zu einem Jungtier. Die ältesten Funde des Tiers sind 1,8 Millionen Jahre alt.

"Die Tiere haben wahrscheinlich ähnlich wie heutige Wombats ausgesehen." Matthew McCurry, Kurator Australian Museum, Sydney

Der Name "Diprotodon" leitet sich aus dem Griechischen ab, von den zwei großen Schneidezähnen im Unterkiefer, die etwas nach vorne stehen ("di" steht für "zwei", "proto" bedeutet "erste" und "odon" ist "Zahn"). Im Oberkiefer sind noch drei so auffällige Schneidzähne. Weil die Füße der Diprotondons nach innen gedreht sind, wie beim heutigen Wombat, werden sie auch als "Riesenwombat" bezeichnet. Äußerlich kann man sie auch mit Nilpferden oder Nashörnern vergleichen, aber vermutlich hatten sie ein dunkles Fell.

Gut erhaltener Kieferknochen des Riesenwombats

Der jetzt gefundene Kieferknochen ist deshalb besonders wertvoll, weil er am Stück geblieben ist, sagt Matthew McCurry.

"Es ist so, dass nur wenige Tiere in Fossilien umgewandelt werden, die wir heute finden können. Und selbst wenn sie überdauern, brechen Fossilien oft auseinander und wir haben nur Bruchstücke. Wir finden selten einen Kieferknochen am Stück." Matthew McCurry, Kurator Australian Museum, Sydney

Erst Ende Juni hatten Arbeiter den versteinerten Knochen im australischen Bundesstaat New South Wales entdeckt. Sofort wurde dann das Australian Museum in Sydney informiert, deren Archäologen das Fossil dann fachgerecht geborgen und untersucht haben. Wo genau der Fundort ist, wird geheim gehalten, denn in der Region vermuten die Forscherinnen und Forscher noch viele weitere Fossilien. Früher war dort vermutlich ein Flussgebiet, dass die Bildung von Fossilien erst ermöglicht hat.

© John Fields/Australian Museum

Der Schädelknochen eines Riesenwombats ist mehrmals so groß wie der eines Menschen.

In Zukunft soll das Fossil aber nicht im Museum ausgestellt werden. Zunächst werden es nur Forscherinnen und Forscher untersuchen können.

Ausgestorben durch menschlichen Einfluss?

Diprotodons sind Pflanzenfresser gewesen, die wahrscheinlich kleine Büsche und Gras gefressen haben, pro Tag bis zu 150 Kilogramm. Dabei nutzten sie ihre Schneidezähne wie Sicheln. Die Tiere sind vor 40.000 bis 7.000 Jahren ausgestorben. Die Ursachen dafür sind immer noch nicht geklärt. Möglicherweise ist das Klima schuld. Zu dieser Zeit war es in großen Teilen Australiens extrem trocken. Auch der Mensch könnte eine Rolle gespielt haben, doch das ist umstritten. Denn die damaligen Bewohner Australiens hatten vor 20.000 Jahren noch keine Waffen, um Großwild zu jagen. Dennoch könnten die Tiere durch Brandrodung vertrieben worden sein.