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Karnivor vs. vegan - Bilanz nach einem Selbstversuch | BR24

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Vegetarisch, vegan oder lieber viel Fleisch: Beim Essen gehen die Meinungen der Menschen auseinander. Doch was ist besser? Welche Folgen hat es? Zwei Reporter des BR haben fünf Tage lang den Selbstversuch gemacht: Einmal karnivor und einmal vegan.

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Karnivor vs. vegan - Bilanz nach einem Selbstversuch

Vegetarisch, vegan oder lieber viel Fleisch: Beim Essen gehen die Meinungen der Menschen auseinander. Doch was ist besser? Welche Folgen hat es? Zwei Reporter des BR haben fünf Tage lang den Selbstversuch gemacht: Einmal karnivor und einmal vegan.

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Immer mehr Leute entscheiden sich dazu, auf Fleisch zu verzichten - sei es aus gesundheitlichen oder moralischen Gründen. Gleichzeitig wächst in den USA eine Gegenbewegung heran, die langsam zu uns herüberschwappt. Die Anhänger der "Carnivore Diet" ernähren sich ausschließlich von tierischen Produkten, die Puristen unter ihnen sogar nur von Fleisch. Für BR-Reporter Martin Breitkopf wäre das halb so wild, er aber hat ausprobiert, auf jegliche tierische Produkte zu verzichten. BR-Reporterin Nathalie Stüben hingegen ist normalerweise eher vegetarisch unterwegs. Sie hat den Fleischtrend aus den USA ausprobiert.

Nathalie: Karnivor für mich keine Option

So schlecht ging es mir lange nicht mehr. Schon am ersten Tag hatte ich einen metallischen Geschmack im Mund, den ich seitdem nicht mehr losgeworden bin. Außerdem roch alles nach Fleisch: Meine Finger, mein Kühlschrank, wenn ich aufstoßen musste, Fleisch, Fleisch, Fleisch. Was mich allerdings am meisten gestört hat, war die Einstellung dieser karnivoren Community. Umwelt, CO2-Ausstoß, Wasserverbrauch, all diese Themen spielen da überhaupt keine Rolle. Auch das Tierwohl blenden sie aus. Der Tenor in den einschlägigen Facebook-Gruppen, Foren und Instagram-Accounts lautet stattdessen: Wir sind die Spitze der Nahrungskette, Tiere sind Lebensmittel. Punkt.

Also da treiben sich schon viele mit sehr extremen Ansichten herum. Es gibt zum Beispiel Karnivoren, die nur essen, was sie selbst töten. Oder solche, die ausschließlich rohes Rindfleisch essen. Ich halte das für äußerst fragwürdig, sowohl moralisch als auch gesundheitlich.

Fazit: Ich bin froh, dass ich mich jetzt wieder normal ernähren kann.

Autor: Nathalie Stüben

Martin: Vegane Produkte als Ergänzung durchaus vorstellbar

Die Veganer sind das genaue Gegenteil der Karnivoren. Während deren Beweggründe egoistisch sind, sind ihre oft altruistisch. Die Veganer, die mir begegnet sind, die machen das meist gar nicht nur unbedingt aus gesundheitlichen Gründen, sondern die wollen irgendwie die Welt retten und fangen bei sich selber an. Für viele ist das Tierwohl der Hauptbeweggrund, warum sie sich nur noch pflanzlich ernähren - und der Trend spricht für sie: Die Zahl der Veganer hat in den letzten drei Jahren um fast eine halbe Million zugenommen. Rund 1,3 Millionen Menschen leben in Deutschland vegan.

Die Ausprägungen sind da jedoch sehr unterschiedlich. Während die einen sogar auf Lederschuhe verzichten, tolerieren die anderen auch mal ein Ei. Bei mir hat der Selbstversuch dazu geführt, dass ich mit dem Thema Ernährung viel bewusster umgehe.

Fazit: Ich war überrascht, wie gut man ohne tierische Produkte essen kann. Rein vegan ist mir aber einfach zu extrem.

Autor: Martin Breitkopf