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Vogelgrippe Keulung

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    Kann man durch Impfen Massentötungen verhindern?

    Geflügelzüchter wappnen sich gegen die Vogelgrippe: In vielen Landkreisen müssen Hühner und anderes Geflügel im Stall bleiben. Denn: Ist ein Tier infiziert, wird der ganze Bestand gekeult. Impfung ist bisher keine Alternative. Von Moritz Pompl.

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    Die Lösung könnte theoretisch so aussehen: Jeder Betrieb spritzt seinen Tieren einen Impfstoff gegen die Vogelgrippe. Tritt das Virus dann tatsächlich auf, ist das Geflügel geschützt, und wird nicht vom Erreger dahingerafft.

    Impfung EU-weit verboten

    Allerdings sind Impfungen nicht erlaubt. Und zwar aus gutem Grund: Die Impfung schützt die Tiere nur davor krank zu werden. Sie können sich aber trotzdem infizieren und das Virus weiter verbreiten.

    Seuchenkontrolle nur durch Massentötungen

    Außerdem könnten Geflügelhalter und Veterinäre infizierte Tiere nicht mehr von gesunden unterscheiden. Beide tragen nämlich die Antikörper im Blut, über die eine Infektion normalerweise festgestellt wird. Die EU-Kommission hat daher entschieden: „Um die Virus-Ausbreitung einzudämmen, muss infiziertes Geflügel human getötet und sicher entsorgt werden.“

    Hoffen auf Impfstoff der Zukunft

    Trotzdem gibt es Virologen wie Thomas Vahlenkamp von der Universität Leipzig, die noch Hoffnung ins Impfen setzen. Und zwar in eine "Lebend-Impfung" mit gentechnisch veränderten Viren.

    „Es laufen verschiedene Forschungsvorhaben, die versuchen, einen Impfstoff zu entwickeln, bei dem man dann ein geimpftes von einem infizierten Tier unterscheiden kann.“ (Thomas Vahlenkamp, Universität Leipzig)

    Das wäre die Voraussetzung, um Geflügel großflächig zu impfen. Verabreichen könnte man solche Impfstoffe den Hühnern zum Beispiel über ihr Trinkwasser. Allerdings sind die Ansätze noch nicht so ausgereift, dass sie anwendbar sind. Es bleibt die Hoffnung, dass bei einer Seuche nicht mehr ganze Tierbestände gekeult werden müssen. Aber aktuell ist es die einzig sichere Möglichkeit, die Vogelgrippe einzudämmen.