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Kampf dem Pilzbefall – Forscher untersuchen Rußrindenkrankheit | BR24

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Die Rußrindenkrankheit, an der Bäume sterben, wird durch einen Pilz hervorgerufen. Wissenschaftler erforschen die Krankheit nun näher. Dabei untersuchen sie geschädigte Bäume aus Rottendorf im Landkreis Würzburg.

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Kampf dem Pilzbefall – Forscher untersuchen Rußrindenkrankheit

Die Rußrindenkrankheit, an der Bäume sterben, wird durch einen Pilz hervorgerufen. Wissenschaftler erforschen die Krankheit nun näher. Dabei untersuchen sie geschädigte Bäume aus Rottendorf im Landkreis Würzburg.

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Die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) mit Sitz in Freising sammelt praktische Erfahrungen mit der sogenannten Rußrindenkrankheit. In Rottendorf bei Würzburg hat die LWF erste Probefällungen vorgenommen. Das Ernten und Zerkleinern der erkrankten Bäume erfolgt maschinell mit Hilfe eines Harvesters. Diese Methode hat laut den Forstfachleuten verschiedene Vorteile.

Verschiedene Gefahren bei den Waldarbeiten

Zum einen kommen auf diese Weise keine Waldarbeiter direkt mit den aufgewirbelten Sporen in Kontakt. Das ist wichtig, weil sie allergische Reaktionen bis hin zu Lungenentzündungen auslösen können. Zum anderen sinkt die Gefahr durch herabfallende Äste. Dass beim Fällen diverse Schutzmaßnahmen durchaus gerechtfertigt seien, haben sich bereits bei den Probefällungen gezeigt. Die abgestorbenen Ahornbäume sind häufig sehr trocken, sodass sie beim Sägen in mehrere Teile zerbrechen. Weil Äste herabfallen könnten, sollte man von den offensichtlich verdorrten Bäumen Abstand halten. Für Spaziergänger geht von den Pilzsporen keine akute Gefahr aus, dazu ist die Konzentration in der Luft normalerweise zu gering.

Überlegungen zur Entsorgung befallener Bäume

Der Versuch wird wissenschaftlich von der Phytopathologin Nicole Burgdorf begleitet. Die Expertin für Pflanzenkrankheiten sammelt mit Hilfe von Sporenfängern Daten über die natürliche Ausbreitung des Pilzes durch Wind und Wetter und vergleicht sie mit dem Sporenflug, der beim Fällen der Bäume entsteht. Die entscheidende Frage, auf die sich die Landesanstalt mit den Versuchen in Unterfranken eine Antwort erhofft: Muss das befallene Holz aus dem Wald geholt und dann als Sondermüll entsorgt werden oder lässt sich die Rußrindenkrankheit auch dann eindämmen, wenn die Bäume im Wald verrotten? Beide Varianten spielen die Fachleute durch. Letztere wäre deutlich billiger und würde vor allem private Waldbesitzer beruhigen. Ein Teil der im Wald verbleibenden Bäume wird überdies mit einer Erdschicht bedeckt.

Unterfranken ist Schwerpunkt der Rußrindenkrankheit

Seit dem Frühjahr 2019 widmen sich die Freisinger Forstleute intensiv der Rußrindenkrankheit. Sie gilt als Folge des Klimawandels und betrifft vor allem fränkische Standorte, die als warm und trocken bekannt sind. Die meisten der rund 30 befallenen Waldgebiete liegen in Unterfranken, weshalb die Landesanstalt hier ihre Forschungen konzentriert. Mit schnellen Ergebnissen ist nicht zu rechnen: Erst in einigen Monaten werden Waldbesitzer und Forstämter von den Versuchen profitieren können.

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