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(K)eine Mystery-Figur: Der Schattenwolf | BR24

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Wissen: Auswertung von DNA-Spuren des Schattenwolfs

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(K)eine Mystery-Figur: Der Schattenwolf

Fantasy-Fans wissen wohl alles über den Schattenwolf. Anders als bisher die Wissenschaft - doch nun haben Genforscher dank der Auswertung von DNA-Spuren neue Erkenntnisse gewinnen können. Der Schattenwolf ist nur sehr entfernt verwandt mit dem Wolf.

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Von
  • Prisca Straub
  • Jörn Sawatzki

Der Schattenwolf. So legendär wie mystisch. Gut bekannt ist das intelligente, kräftige Tier mit dem leuchtend weißen Fell aus der Fantasy-Serie "Game of Thrones". Doch der Schattenwolf ist keine reine Fantasiekreatur. Das stattliche Raubtier geht zurück auf eine ganz konkrete, urtümliche Wolfsform: Canis Dirus, so der zoologische Name aus Nordamerika.

Jetzt haben Paläogenetiker - Wissenschaftler, die sich mit der Analyse genetischer Proben fossiler, subfossiler und prähistorischer Überreste von Organismen befassen - das Erbgut des Schattenwolfs bestimmt. Und sie waren überrascht. Das Tier hat zwar große Ähnlichkeit zu heute lebenden Wolfsformen, es bildet aber eine ganz eigene, unabhängige Linie. Und das obwohl sich das Verbreitungsgebiet in Nordamerika beider Wolfsarten mindestens 10.000 Jahre lang überschnitten hatte. Mit großer Sicherheit konnte der Canis Dirus mit den Vorfahren unserer Wölfe auch keine Nachkommen zeugen.

Schattenwolf: nur sehr entfernte Verwandtschaft mit dem Wolf

Laurent Franz von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) hat mit seinem Team winzige fossile Überreste von Zahnfragmenten und Innenohrknochen ausgewertet. Er kommt zu dem Schluss: Der Schattenwolf war etwas ganz Besonderes!

"Rein äußerlich sind sie sich sehr ähnlich. Der Schattenwolf ist eine etwas größere Ausgabe des heutigen Wolfs, aber genetisch gibt es entscheidende Unterschiede. Das war dann doch für uns eine echte Überraschung." Laurent Franz (LMU)

Warum der Schattenwolf vor rund 13.000 Jahren dann ausstarb, das ist noch nicht geklärt. In Mythen und Legenden aber lebt er weiter bis heute. Nur anders als in der Fernsehserie "Game of Thrones" hatte das Tier höchstwahrscheinlich kein weißes Fell. Es war eher rötlich-braun.

Filmstars Schäferhund und Husky: keine pflegeleichte Rassen

In der Serie "Game of Thrones" werden Schattenwölfe unter anderem von Northern Inuit Dogs gespielt. Das ist eine Rasse, die unter anderem von Huskys und Deutschen Schäferhunden abstammt und gezielt gezüchtet wurde, um Hunde zu haben, die dem Wolf zum Verwechseln ähnlich sehen.

Solche Hunde wollen Fans der Fantasy-Serie auch haben. Deswegen entscheiden sich viele von ihnen für den Siberian Husky. Das berichtet das National Geographic-Magazin in seiner englisch sprachigen Online-Ausgabe. Denn mit seinem zottigen, gräulich-weißen Fell, den spitzen Ohren und der langen Schnauze ähnelt der Husky den Schattenwölfen aus der Serie enorm.

Aber Huskys sind keine sonderlich pflegeleichte Rasse. Sie wollen rennen – und zwar oft und viel. Außerdem sind sie im Gegensatz zu vielen anderen Arbeitshunden nicht so einfach zu trainieren. Wenn sie täglich nicht mindestens zwei Stunden Auslauf und geistige Beschäftigung erhalten, können sie frustriert sein und destruktive Verhaltensweisen entwickeln.

Viele Huskys enden im Tierheim

Dawn Eisele, die Vorsitzende für Öffentlichkeitsarbeit des Zuchtverbands Siberian Husky Club of America (SCHA), warnt davor, sich leichtfertig einen Husky anzuschaffen. Denn Konflikte seien vorprogrammiert, sagt sie im Interview mit dem National Geographic: Bekommt ein Husky nicht genug Bewegung und Beschäftigung, ist er frustriert, und der Besitzer versteht nicht, warum der Hund Probleme macht. Das Ergebnis ist, dass viele Huskys in Tierheimen landen oder ausgesetzt werden.

Eiseles Bitte an Husky-Züchter: Stellen Sie den Interessenten möglichst viele Fragen, um herauszufinden, ob der Lebensstil des potenziellen Husky-Besitzers mit den Bedürfnissen eines Huskys kompatibel ist. Die Tiere sind gesellig, loyal, neugierig und anhänglich. Sie müssen sehr konsequent erzogen werden, können mitunter nicht von der Leine gelassen werden und passen zum Beispiel gut zu einer sehr aktiven Familie, die ihnen jederzeit die nötige Gesellschaft und körperliche Auslastung bieten kann.

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