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Justin Bieber erkrankt: Was ist Lyme-Borreliose? | BR24

© dpa-Bildfunk/Paul Buck

Justin Bieber

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    Justin Bieber erkrankt: Was ist Lyme-Borreliose?

    Der kanadische Popstar Justin Bieber hat seine Fans via Instagram wissen lassen, dass er unter Lyme-Borreliose leidet. Die von Bakterien verursachte Krankheit wird durch Zecken übertragen und kann Nervensystem und Gelenke schädigen.

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    Nein, er sei nicht drogensüchtig, teilte Justin Bieber auf Instagram mit, denn das wurde ihm in letzter Zeit aufgrund seines ungesunden Aussehens immer wieder unterstellt. Er leide vielmehr an der durch Zecken übertragenen Krankheit Lyme-Borreliose.

    Was ist Lyme-Borreliose für eine Krankheit?

    Die Borreliose ist die am häufigsten von Zecken übertragene Infektionskrankheit. Unbehandelt kann sie zu Spätfolgen wie Gelenk- oder Herzmuskelentzündungen führen. Borreliose wird nicht, wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), unmittelbar bei einem Zecken-Stich übertragen. Man vermutet, dass nach etwa zwölf bis 24 Stunden Saugzeit die Zecke so vollgesogen ist, dass sie einen Teil des bereits aufgesogenen Blutes wieder in die Wunde abgibt. Dabei können Borrelien in den menschlichen Blutkreislauf gelangen. Die Wahrscheinlichkeit der Übertragung steigt also, je länger die Zecke Blut saugen kann. Deshalb sollten die Tiere so schnell wie möglich aus der Haut entfernt werden.

    Borreliose Symptome: Wie erkenne ich eine Borreliose-Infektion

    Eine Borreliose, auch Lyme-Borreliose, ist nicht leicht zu diagnostizieren, denn nur wenige Symptome sind spezifisch für diese Erkrankung. Erstes und eindeutiges Symptom ist die Wanderröte (Erythema migrans), eine ringförmige, schmerzlose, sich zentrifugal ausbreitende Rötung an der Bissstelle und an anderen Körperstellen. Die Rötung kann Tage bis Wochen nach dem Biss auftreten und ist im Zentrum oft etwas heller. Das Problem: Die Rötung tritt nicht bei allen Borreliose-Patienten auf. Auch eine Blutuntersuchung auf Borrelien verläuft gerade im Anfangsstadium oft negativ. Daneben sind grippeähnliche Symptome wie Fieber und Abgeschlagenheit, Glieder- und Gelenkschmerzen oder auch Lymphknotenschwellungen und Kopfschmerzen symptomatisch.

    Zweites Krankheitsstadium der Borreliose

    Ein zweites Krankheitsstadium kann nach Wochen oder Monaten auftreten. Zu den Symptomen gehören schmerzhafte Gelenkentzündungen, meist an Knien, Händen oder Knöcheln, aber auch Herzprobleme und verschiedene Symptome der Hirnhautentzündung. Problematisch ist manchmal die Diagnose. Die Beschwerden werden nicht selten mit anderen Krankheitsbildern verwechselt. Häufigste Fehldiagnose: Rheuma.

    Borreliose Behandlung - Antibiotika

    Ist es zu einer Infektion gekommen, bekommt der Patient Antibiotika verschrieben, die in den meisten Fällen über einen Zeitraum von mehreren Wochen eingenommen werden müssen. Die Bakterien lassen sich dadurch meist gut bekämpfen.

    So schützen Sie sich vor Zecken

    Wer sich auf einer ungemähten Wiese, im Unterholz oder im Gebüsch bewegt, ist besonders gefährdet. Die Hauptregel für dieses Terrain heißt daher: Geschlossene Kleidung tragen - auch wenn das schweißtreibend sein kann.

    • Lange Hose anziehen und am besten noch die Hose in die Socken stecken.
    • Langärmeliges Oberteil mit Bündchen tragen, zum Beispiel Bluse oder Hemd. Auch oben schließen. Feste Schuhe anziehen, die über den Knöchel reichen.
    • Auf heller Kleidung sehen Sie die Zecken besser und können Sie eventuell vor dem Zubeißen noch entfernen.
    • Auch wenn Sie diese Tipps beherzigen, sollten Sie sich unbedingt am Abend gezielt nach Zecken absuchen. Besonders wichtig ist das bei Kindern - weil die besonders gerne im Unterholz umhertollen.

    Die Zahl der Infektionen in Deutschland ist nicht bekannt. Das Robert-Koch-Institut verweist aber auf eine Studie, wonach die Krankenkassen hierzulande jährlich mehr als 214.000 Patienten mit Lyme-Borreliose registrieren.