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Jetzt Bärlauch sammeln: So erkennen Sie giftige Doppelgänger | BR24

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Bärlauch: Vorsicht - giftige Doppelgänger!

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Jetzt Bärlauch sammeln: So erkennen Sie giftige Doppelgänger

Jetzt kommt wieder die Bärlauchsaison. Von April bis Juni lockt der intensive Knoblauchgeruch Gourmets in Wälder und Auen. Aber Vorsicht: Beim Sammeln droht Verwechslungsgefahr mit den giftigen Doppelgängern Herbstzeitlose und Maiglöckchen.

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Bärlauch - der "wilde Bruder des Knoblauchs" streckt schon sehr früh im Jahr - etwa ab April- seine Blattspitzen aus dem Boden und lockt Sammler mit seinem intensiven Duft in lichte Laubwälder, an Flussufer oder auf schattige Wiesen. Ab April bildet er Knospen, ab Mai etwa beginnt der Bärlauch zu blühen. Im Juni, spätestens im Juli zieht er sich zurück. Die beste Zeit für ein schmackhaftes Bärlauchessen ist deshalb von März bis Mai. Ein Vorteil des Bärlauchs: Der knoblauchartige, würzige Geschmack ist zwar in den Speisen vorhanden, aber später im Atem nicht bemerkbar.

Gefährliche Doppelgänger

Bärlauch ist gesund und schmeckt - aber nur, wenn man beim Sammeln auch wirklich Bärlauch pflückt! Denn das Kraut hat zwei gefährliche Doppelgänger: Maiglöckchen und Herbstzeitlose. Vor dem Sammeln sollte man sich daher unbedingt schlau machen! Wer das Blattwerk des Bärlauchs nicht sicher erkennen kann, sollte auf das Bärlauchsammeln verzichten!

Vergiftungen durch Maiglöckchen

Vergiftungen mit Maiglöckchen enden selten tödlich, können aber zu Übelkeit, Erbrechen und Herzrhythmusstörungen führen.

Unterschiedliche Blattnerven bei Bärlauch und Maiglöckchen

Normalerweise kommen die Maiglöckchen später und an anderen Orten wie der Bärlauch aus dem Boden - doch das ist nur ein relativer Schutz! Wichtig ist daher, die Blätter zu unterscheiden: Die länglichen Blattnerven beim Maiglöckchen liegen sehr eng zusammen. Bärlauch hat weniger Blattnerven, die zudem weiter auseinander liegen. Pro Stiel wachsen zwei aufrechte Blätter, die geruchslos sind.

© dpa/pa Montage BR

Das Bärlauchblatt (links) hat wenige, weit auseinanderliegende Blattnerven, dass Maiglöckchenblatt (rechts) viele, engstehende.

Vergiftungen durch Herbstzeitlose

Verwechslungen mit der Herbstzeitlosen sind deutlich gravierender, die Gefahr zu sterben, ist deutlich größer als beim Maiglöckchen. Symptome treten erst einige Stunden später auf: Brennen im Mund, Schluckbeschwerden, Erbrechen, Krämpfe, blutiger Durchfall.

Ein Unterschied liegt in den Stengeln

Die Herbstzeitlose kann direkt neben dem Bärlauch wachsen, meistens am Rand, seltener in der Mitte der Bestände. Hier ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal: Beim Bärlauch kommt jedes Blatt an einem eigenen Stiel aus dem Boden, während die Rosette der Herbstzeitlosenblätter ohne Stiele direkt aus dem Boden wächst.

© dpa/pa

Bärlauchblätter haben einen einzelnen Stengel, Herbstzeitlose wachsen in einer Rosette zu drei bis vier Blättern aus dem Boden.

Der Knoblauch-Geruchstest funktioniert nur einmal

Trügerisch ist ein Tipp, der oft gegeben wird: Den Bärlauch am Geruch erkennen. Häufig wird empfohlen, die Blätter beim Sammeln zwischen den Fingern zu zerreiben - was einen intensiven Knoblauch-Duft freisetzt. Das funktioniert zwar, aber nur beim ersten Blatt! Wer mehrere Bärlauchblätter zwischen den Fingern gerieben hat, wird den Duft so schnell nicht los. Da scheinen dann selbst Gänseblümchen nach Knoblauch zu riechen.

Bärlauch wächst auch im Blumentopf

Wer also sichergehen möchte, holt sich das aromatische Küchenkraut daher besser beim Gemüsehändler oder auf dem Wochenmarkt. Wer dennoch nicht auf ganz frischen Bärlauch verzichten möchte, kann ihn selbst ziehen: Die Lauchpflanze wächst auch auf der Fensterbank im Topf oder im eigenen Garten. Wer sich Bärlauch in den Garten holt, muss aber darauf gefasst sein, dass sich der wilde Knoblauch schnell breit macht - und zwar Jahr für Jahr um das Zehnfache, wenn die Voraussetzungen stimmen.

Nummer vom Giftnotruf

Wer Wildkräuter sammelt, sollte immer die Nummer des Giftnotrufs parat haben: Die lautet für ganz Bayern: 089/19240. Der Giftnotruf ist jeden Tag rund um die Uhr erreichbar. Auf der Webseite der Giftnotrufzentrale finden Sie alle Nummern in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

© dpa/pa

Von März bis Mai ist Bärlauchsaison - aber Vorsicht, er hat giftige Doppelgänger.

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Die Blätter zwischen den Fingern zu reiben, da sie dann nach Knoblauch riechen, klappt nur einmal. Danach riecht auch jedes Blümchen nach Knobi.

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Doppelgänger Maiglöckchen: Vergiftungen können zu Erbrechen und Herzrhythmusstörungen führen. Schlimmstenfalls enden sie tödlich.

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Tipps zur Unterscheidung: Die Blattnerven beim Maiglöckchen liegen sehr eng zusammen.

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Der Bärlauch hat weniger Blattnerven als das Maiglöckchen, die zudem weiter auseinander liegen.

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Herbstzeitlose: Vergiftungen können tödlich enden. Symptome treten erst einige Stunden später auf: Erbrechen, Krämpfe, blutiger Durchfall ...

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Unterscheidung: Die Blätter der Herbstzeitlose sind lanzenförmig und fester. Drei bis vier Blätter wachsen aus einer Rosette aus dem Boden.

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Beim Bärlauch hat jedes Blatt einen eigenen Stiel.

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Bei der Herbstzeitlosen sitzt in der Mitte der Blätter oft eine kleine grüne Frucht.

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Maiglöckchenblätter sind etwas breiter als die vom Bärlauch und haben ein braunes Hüllblatt.

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Wer auf Nummer sicher gehen will, züchtet sich seinen Bärlauch einfach im Blumentopf.

© BR

Wir haben den Bärlauch wiederentdeckt - vor allem als Delikatesse in der Suppe oder im Gemüse. Doch wissen Sie auch, wo und wann Bärlauch wächst, wie seine Blüten aussehen und wie er sich vermehrt?