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Japanischer Walfang verstößt gegen Artenschutzabkommen | BR24

© picture-alliance/ dpa/Fotograf: epa Jeremy Sutton-Hibbert

Ein von japanischen Walfischern mit einer Harpune verletzter Wal. Japans Walfang im Nordpazifik verstößt gegen das Artenschutzabkommen CITES.

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    Japanischer Walfang verstößt gegen Artenschutzabkommen

    Japan hält sich mit seinem Walfang nicht an internationale Abkommen. Zu dieser Auffassung kamen die Mitglieder des Artenschutzabkommens CITES auf ihrer Tagung in Sotschi. Bis Februar muss Japan Fortschritte darlegen, sonst drohen Handelssanktionen.

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    Japan fängt pro Jahr etwa 130 Seiwale und 170 Zwergwale im Nordpazifik sowie bis zu 333 Minkwale in der Antarktis. Die Walfangnation tut sich daher schwer mit der Einhaltung internationaler Abkommen, die zum Schutz der zurückgehenden Walbestände geschlossen wurden. Schon im September hatte Japan den in ihrem Land so traditionsreichen, aber verbotenen kommerziellen Walfang gegenüber der Internationalen Walfangkommission (IWC) wieder durchsetzen wollen. Die Kommission hatte Japans Vorstoß aber abgelehnt. Nun der nächste Streit.

    Vorwurf der CITES-Länder

    Die Mitglieder des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) werfen Japan vor, mit der Einführung verschiedener Produkte von Seiwalen (Balaenoptera borealis) aus dem Nordpazifik wieder kommerziellen Handel zu betreiben und damit gegen das CITES-Abkommen zu verstoßen. Japan dagegen gibt an, Wale nur zu Forschungszwecken zu fangen.

    Fortschritte bis Februar gefordert, sonst drohen Handelssanktionen

    Die CITES-Länder fordern Japan nun dazu auf, sich umgehend an die Walfang-Bestimmungen des Abkommens zu halten und bis Anfang Februar 2019 Fortschritte darzulegen. In ihrer nächsten Sitzung, die auch im Februar 2019 stattfindet, wollen die CITES-Mitglieder dann die Bemühungen der Japaner überprüfen. Sollte der Ausschuss nicht mit den vorgelegten Ergebnissen der Japaner zufrieden sein, könnte dies sogar zu Handelssanktionen gegen Japan führen.

    Tierschutzorganisationen erleichtert

    Tierschutzorganisationen begrüßten den Entschluss der CITES-Mitglieder.

    "Dies ist ein bedeutender Erfolg für den Schutz der Seiwale und ein weiterer Schlag der internationalen Gemeinschaft gegen den sogenannten wissenschaftlichen Walfang Japans." Robert Kless, Leiter der Meeresschutzkampagne IFAW in Deutschland

    Japan will nun einlenken

    Angesichts der Drohungen des CITES-Kommitees will Japan nun eines seiner zwei Forschungswalfangprogramme ändern. Die Überarbeitung des Programms im Nordpazifik solle bis 1. Februar vorliegen, teilten Vertreter der japanischen Fischereibehörde heute mit.

    Kehrtwende der Japaner

    Binnen weniger Wochen haben die Japaner damit eine Kehrtwende vollzogen. Noch Mitte September hatte Japans Fischereiunterhändler Hideki Moronuki gegenüber der Internationalen Walfangkommission (IWC) erklärt, er erwäge "alle Möglichkeiten", um sich wieder für den kommerziellen Walfang einzusetzen. Diese Äußerung war als Drohung mit einem Austritt aus der Internationalen Walfangkommission (IWC) gewertet worden.

    Das CITES-Abkommen

    Dem Artenschutzabkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) gehören derzeit 183 Länder an. Es reguliert den Handel mit mehr als 36.000 Arten von Tieren und Pflanzen, um das Überleben der Arten zu sichern. Unter anderem verbietet das Übereinkommen den kommerziellen Handel mit Seiwalen. Es ist seit 1975 in Kraft.

    Die Tagung in Sotschi geht noch bis Freitag.