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Das Sinnbild für den Klimawandel: Der einsame Eisbär auf der Eisscholle. Würde ein Tempolimit 130 das Klima retten?

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    Ist das noch Wetter oder schon Klima? Possoch klärt!

    Dauerregen in Franken, Sturzflut in Landshut, 50 Grad in Kanada, Schlammlawine in Japan: Dreht das Wetter gerade nur ein bisschen am Rad oder bekommen wir jetzt den Klimawandel erst so richtig zu spüren? Possoch klärt!

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    Von
    • Dominic Possoch

    Die Berichte über Wetterextreme in der Welt sind aktuell voll von krassen Bildern: Erst hat es in Lytton in Kanada 49,6 Grad, dann brennt der Ort ab. In Atami in Japan hat es an einem Tag so viel geregnet wie sonst im ganzen Monat, sodass eine gewaltige Schlammlawine abgeht und den Kurort verwüstet. Aber wir müssen gar nicht so weit wegschauen, um ebenso krasse Bilder zu finden: In Landshut hat es eine Sturzflut gegeben, die die Innenstadt komplett unter Wasser setzte. Klimaforscherin Antje Boetius erklärt im neuen "Possoch klärt" (Video unten), dass die Tatsache, dass all diese Ereignisse gleichzeitig stattfinden, eindeutig mit dem Klimawandel zusammenhängt.

    "Der CO2-Gehalt der Atmosphäre führt dazu, dass solche Extremsituationen massiv verstärkt werden." Antje Boetius, Klimaforscherin

    Schließlich werden ja jedes Jahr neue Wetter-Rekorde zum Vorjahr aufgestellt, die dann wiederum im nächsten Jahr schon wieder eingeholt werden, sagt Boetius.

    Klimawandel: Temperaturanstieg weltweit bei 1,2 Grad

    Karsten Schwanke, ARD-Wetterexperte und Meteorologe, bekommt nach solchen extremen Unwettern immer die Frage gestellt: Ist das noch Wetter oder schon Klima? "Es ist beides", antwortet er darauf. "In den letzten 100 Jahren ist die weltweite Temperatur im Schnitt um 1,2 Grad gestiegen, das aber reicht schon aus, dass in Kanada die Temperaturrekorde um 5 Grad übertroffen werden", sagt Schwanke im neuen "Possoch klärt". Für Europa erwartet der Meteorologe eine ähnliche Entwicklung.

    Die Stellschraube, mit dem das Klima in unseren Breitengraden am Wetter dreht, ist die gestiegene Durchschnittstemperatur aufgrund des Treibhauseffekts. Im Jahr 2020 überstiegen die Durchschnittstemperaturen in Bayern das langjährige Mittel von 1961-1990 um mehr als zwei Grad.

    Tempolimit 130: Gut fürs Klima?

    Eine Maßnahme, die aktuell wieder einmal diskutiert wird, ist ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen, auch weil damit was fürs Klima getan werden könnte. Die Rechnung ist simpel: Wenn ich schneller fahre, verbrauche ich mehr Sprit und blase mehr CO2 oder andere Treibhausgase raus. Wenn ich langsamer fahre entsprechend weniger. 1,9 Millionen Tonnen weniger bei einem Tempolimit von 130. Das hat das Umweltbundesamt in einer Studie 2020 rausgebracht. Insgesamt kommt der Verkehr in Deutschland auf etwa 160 Millionen Tonnen CO2 oder andere Treibhausgase. Gleichwohl: Es gibt Berechnungen, die aufzeigen, dass mehr als 50 Länder insgesamt jeweils weniger CO2 ausstoßen als Deutschland durch das Tempolimit von 130 einsparen könnte. Darunter Mali, Malawi, Somalia und Ruanda.

    Klimaforscherin Antje Boetius hält wenig davon, sich immer wieder mit den Diskussionen um ein Tempolimit oder einen etwaigen "Veggie Day" für weniger Fleischkonsum aufzuhalten. Welche Stellschrauben für Klimaschutz jetzt wirklich gedreht werden müssten, was jeder einzelne tun kann und warum sie trotz allem Hoffnung für die Menschheit hat:

    Im Video: Possoch klärt!

    Mehr Infos zur Frage „Können wir den Klimawandel noch stoppen?“ finden Sie im Video. Diskutieren Sie gerne in den Kommentaren mit.

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