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Insektensterben: Viele Schmetterlinge sind gefährdet | BR24

© picture-alliance/dpa

Viele Schmetterlingsarten wie das Tagpfauenauge sind gefährdet

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    Insektensterben: Viele Schmetterlinge sind gefährdet

    Ob Tagfalter oder Widderchen - die bunte Vielfalt der Schmetterlinge ist vielerorts in Gefahr. Die zerbrechlichen Schönheiten sind vom Aussterben bedroht, denn Klimawandel und schwindender Lebensraum machen ihnen zu schaffen.

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    Insektensterben - ein Phänomen, das schon lange nicht mehr neu ist. Dazu zählen auch viele Schmetterlingsarten. Viele sind in ihrer unglaublichen Schönheit und Farbenpracht in Gefahr. Nach Auskunft des Bundesamtes für Naturschutz in Bonn sind mindestens 60 Schmetterlingsarten in Deutschland ausgestorben. 494 weitere seien vom Aussterben bedroht oder unterschiedlich stark gefährdet.

    Allerweltsarten unter den Schmetterlingen in Gefahr

    Je anspruchsvoller der Schmetterling, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass seine Art ausstirbt, so ein These zum Artenschwund. Aber "selbst viele Allerweltsarten wie zum Beispiel das Tagpfauenauge oder die Kohlweißlinge sind im Bestand merkbar rückläufig", sagte Andreas Segerer, stellvertretender Direktor der Zoologischen Staatssammlung München.

    Ursachen für das Aussterben der Schmetterlinge

    Der Klimawandel, die intensive Landwirtschaft und der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln sind dafür verantwortlich, dass viele Arten bedroht sind. Zudem wird der Lebensraum der Schmetterlinge immer kleiner. "Diese sind aus der Vogelperspektive nur noch winzige Inseln inmitten einer für alle Arten lebensfeindlichen Agrar- und Betonwüste", bemängelte Segerer.

    Alle Gärten zusammen bieten ein großes Potenzial

    Deshalb wäre es umso wichtiger, dass jeder Einzelne seinen Garten in ein Biotop verwandelt. Alle Gärten zusammen genommen nehmen mehr Fläche ein als alle Naturschutzgebiete in Deutschland. Viel Potenzial, um Tieren und Pflanzen eine ökologische Nische zu bieten. Ein durchgängiges Blütenangebot vom Frühjahr bis zum Herbst bietet Insekten einen Lebensraum und Futter.

    Artensterben: Alles hängt mit allem zusammen

    Der Klimawandel ist Ursache für die schwindende Biodiversität der Pflanzen. Ist ein Falter auf eine Pflanzenart als Wirt spezialisiert und diese Pflanze wird aufgrund von Klimaveränderungen oder Überdüngung auf unseren Wiesen immer seltener, so steht es auch um diese Schmetterlingspopulation schlecht. Aufgrund der intensiven Landwirtschaft, dem Anbau von Monokulturen und dem Einsatz von Pestiziden nimmt der Artenreichtum unter den Pflanzen immer mehr ab und damit auch die Vielfalt unter den Falterarten.

    Landwirte versuchen Blühflächen zu schaffen

    Viele Landwirte versuchen mittlerweile, insektenfreundlichen Pflanzen mehr Platz einzuräumen. Nach Auskunft des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) gibt es im Freistaat inzwischen rund 23.300 Hektar Blühflächen, 2018 waren es rund 15.450. Die dort ausgesäten Blühmischungen seien vielfältig. Bienen, Schmetterlinge, Käfer, Spinnen und andere Insekten fänden hier Nahrung und je nachdem auch Nistmöglichkeiten.

    Schmetterlinge - Indikator für Veränderungen in der Natur

    Das Aussterben der Schmetterlingsarten wird auch deshalb mit großer Sorge gesehen, weil die Falter als frühe und gute Indikatoren für Veränderungen der Natur und Lebensumstände gelten. Da sie schnell auf neue Verhältnisse reagieren, kann anhand ihrer Populationsdynamik der ökologische Zustand der Lebensräume bewertet werden.

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