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Welcher Marienkäfer ist häufiger: der Asiatische (Bild) oder der Siebenpunkt-Marienkäfer? LBV und NABU gehen dem beim "Insektensommer 2021" nach.

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    Insektensommer 2021: Jetzt bei der Insektenzählung mitmachen

    LBV und NABU rufen wieder dazu auf, Insekten zu zählen. Diesmal stehen gleich zwei Marienkäferarten im Fokus der Aktion: der Siebenpunkt- und der Asiatische Marienkäfer. Vom 4. bis 13. Juni kann jeder mitmachen.

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    Von
    • Sylvaine von Liebe

    Unter dem Motto "Zählen, was zählt" ruft der Landesbund für Vogelschutz e. V. (LBV) gemeinsam mit dem Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) wieder dazu auf, für den Naturschutz Insekten zu zählen. Diesmal geht es bei der bundesweiten Zählaktion "Insektensommer" darum, herauszufinden, welcher Marienkäfer in Deutschland häufiger auftaucht: der bei uns heimische Siebenpunkt-Marienkäfer oder der eingewanderte Asiatische Marienkäfer. Mitmachen darf jeder. Gezählt werden soll vom 4. bis 13. Juni 2021 jeweils eine Stunde lang.

    Siebenpunkt-Marienkäfer vs. Asiatischer Marienkäfer - die Unterschiede

    Welchen können Sie häufiger entdecken: den Asiatischen Marienkäfer oder den Siebenpunkt-Marienkäfer? Das ist die sogenannte "Entdeckungsfrage" der diesjährigen Insektenzählung, die LBV und NABU heuer bereits zum vierten Mal initiieren.

    Den Siebenpunkt-Marienkäfer mit seinem roten Panzer und den schwarzen Punkten kennt eigentlich jeder. Unter den vielen verschiedenen Marienkäferarten ist er der häufigste und wohl auch der beliebteste. Er ist nicht nur in Deutschland weit verbreitet. Der Coccinella septempunctata, wie der Käfer noch heißt, taucht in ganz Europa, aber auch in Asien, Afrika und Nordamerika auf. Wie der Asiatische Marienkäfer, frisst auch der Siebenpunkt-Marienkäfer gerne Blattläuse. Der Siebenpunkt-Marienkäfer schafft allerdings nur 100 Blattläuse am Tag, wohingegen der asiatische Käfer bis zu 250 der Schädlinge am Tag vertilgen kann. Im Gegensatz zum bei uns heimischen Glückskäfer schreckt der Asiatische Marienkäfer auch nicht vor Holunderblattläusen zurück, weil ihn die darin enthaltenen Giftstoffe nicht stören.

    Der Asiatische Marienkäfer, auch Harmonia axyridis oder - wegen seiner vielen Farben - Harlekin-Marienkäfer genannt, kommt, wie der Name vermuten lässt, ursprünglich aus Asien. Erst Ende des 20. Jahrhunderts wurde er gezielt zur biologischen Schädlingsbekämpfung zuerst in die USA, später dann auch nach Europa eingeführt. In Deutschland wird der Käfer mit dem markanten hell-gelblich gefärbten Halsschild seit 2002 gesichtet. Sein Vorteil: Er vermehrt sich im Gegensatz zum deutschen Marienkäfer in bis zu drei Generationen pro Jahr. Zudem wird der invasive Marienkäfer fast nie krank. Ursache für die Robustheit des Käfers sind wohl 50 Peptide, also kleine Proteine im Körper des Sechsfüßlers, die der Infektionsabwehr dienen, wie Wissenschaftler herausgefunden haben. All das hat zu einer enormen Ausbreitung des Asiatischen Marienkäfers und zur Verdrängung des heimischen Siebenpunkt-Marienkäfers in Europa und Deutschland geführt.

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    Bildrechte: picture alliance / imageBROKER | Gianpiero Ferrari/FLPA

    Der Siebenpunkt-Marienkäfer mit seinem charakteristischen roten Panzer mit sieben Punkten und dem schwarzen Halsschild.

    © picture alliance / blickwinkel/H.-P. Eckstein | H.-P. Eckstein
    Bildrechte: picture alliance / blickwinkel/H.-P. Eckstein | H.-P. Eckstein

    Asiatischer Marienkäfer mit seinem hell-gelblich gefärbten Halsschild.

    Siebenpunkt- oder Asiatischer Marienkäfer? So erkennen Sie's:

    Um den Siebenpunkt-Marienkäfer bei der Insektenzählung vom Asiatischen Marienkäfer möglichst schnell unterscheiden zu können, hat der LBV verschiedene Bestimmungshilfen auf seine Internetseite gestellt. Diese sind die wichtigsten:

    1. Ist das Halsschild des gesichteten Käfers hell-gelblich und hat mittig eine M- bzw. W-förmige Zeichnung, so handelt es sich um den Asiatischen Marienkäfer.

    2. Der Siebenpunkt-Marienkäfer hat dagegen ein komplett schwarzes Halsschild und sieben Punkte auf seinem Panzer.

    3. Den Asiatischen Marienkäfer gibt es im Gegensatz zu dem hierzulande heimischen Siebenpunkt-Marienkäfer in den unterschiedlichsten Farben. Das Spektrum reicht von orange ohne Flecken bis zu schwarz mit roten Flecken. Seine Deckflügel sind hellgelb bis dunkelrot. Meist hat er 19 schwarze Flecken.

    Tipps vom LBV für die Zählung

    Für diejenigen, die sich an der Insektenzählung beteiligen möchten, gibt der LBV unter anderem folgende Tipps:

    • Nehmen Sie sich vom 4. bis zum 13. Juni 2021 maximal eine Stunde Zeit.
    • Suchen Sie sich einen ungestörten Beobachtungsort: den Balkon, Garten, Wald oder die Wiese.
    • Zählen Sie dort im Umkreis von wenigen Metern nach, welche Insekten Sie entdecken können.
    • Wichtig für die Zählung ist, wie viele Exemplare einer Art Sie gleichzeitig sehen, nicht die Summe aller Tiere, die Sie insgesamt beobachten konnten.

    Weitere Hinweise zur Insektenzählung, wie eine Zählhilfe und das Online-Meldeformular, finden Sie auch auf den Internetseiten des LBV und des NABU.

    Warum Insekten zählen? Die politische Botschaft der Aktion

    Insekten sind unverzichtbar für unsere Ökosysteme. Sie tragen zur Vermehrung der Pflanzen und zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. Die Naturschutzverbände LBV und NABU wollen mit folgender Botschaft zur Insektenzählung aufrufen: Wer Insekten und ihren Lebensraum kennenlernt, kann sie auch besser schützen. Aber die Aktion solle vor allem Spaß machen, betont der LBV auf seiner Internetseite.

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