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In Sibirien lösen sich Methanblasen | BR24

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In Sibirien lösen sich Methanblasen

Jeder spricht von Kohlendioxid, wenn es um den Klimawandel geht. Doch Methan ist 30 Mal so schlimm für unsere Atmosphäre. Forscher in Russland machen sich daher Sorgen. Denn der Permafrostboden taut auf und setzt dabei Methan frei. Von Oliver Soos

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Wissenschaftler Nikita Simow beobachtet ein seltsames Phänomen in Sibirien: Es gibt immer mehr kleine Seen. Er vermutet, das hängt mit dem Klimawandel zusammen.

"Vor 30 Jahren haben wir im Permafrostboden zwischen minus sechs und minus sieben Grad gemessen. Heute sind die Werte bei minus 2,5 oder drei Grad" Nikita Zimow, Leiter Pleistozän-Park Sibirien

Weil der Boden immer wärmer wird, bauen auch immer mehr Mikroorganismen das organische Material ab, aus dem der Permafrostboden aufgebaut ist. Dabei entsteht Methan.

Unheil aus dem Untergrund

Diese Blasen werden immer größer, bis sie schließlich platzen. Im Boden entsteht ein Krater, der sich dann mit Wasser füllt - fertig ist der neue See.

Aus den Seen steigt dann auch weiteres Methan auf. Ein Problem, denn Methan ist 30 Mal so wirksam für das Klima wie das bekannte Kohlendioxid. Je stärker der Permafrostboden auftaut, desto mehr Methan wird entstehen, sagt der Wissenschaftler.

Wabernde Grashügel

Das kann man auf der sibirischen Insel Bely beobachten. Dort war es im vergangenen Sommer ungewöhnlich heiß - auf einmal waberte der Boden, in der Graslandschaft entstanden 12 kleine Hügelchen. Aus denen konnten Wissenschaftler die Gase CO2 und in geringerer Menge Methan herausdrücken. Grund auch hier: der auftauende Permafrostboden.

Tiere könnten helfen

Eine Lösung für das Problem ist momentan nicht in Sicht. Nikita Simow hat gemeinsam mit seinem Vater ein eigenes, kleines Experiment gestartet. Er siedelt verschiedene Tiere in der Steppe an, zum Beispiel Wisente. Die trampeln den Schnee fest - so taut der Permafrostboden schlechter auf.

Ob das die Entwicklung in Sibirien aufhalten kann, bleibt aber fraglich.