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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Patrick Pleul

Seit 15 Jahren gibt es eine Impfung gegen Infektionen mit HPV. Immer noch aber infizieren sich jedes Jahr Tausende mit Krankheiten, die diese Viren verursachen. An der Regensburger Pestalozzischule wird Pionierarbeit bei der Aufklärung geleistet.

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Impfen gegen Krebs: Aufklärungskampagne startet in Regensburg

Seit 15 Jahren gibt es eine Impfung gegen Infektionen mit HPV. Immer noch aber infizieren sich jedes Jahr Tausende mit Krankheiten, die diese Viren verursachen. An der Regensburger Pestalozzischule wird Pionierarbeit bei der Aufklärung geleistet.

Von
Uli ScherrUli Scherr
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Mehr als 6.000 Frauen und mehr als eineinhalbtausend Männer erkranken jedes Jahr an Krebsarten, die durch sogenannte Humane Papillom Viren, kurz HPV, verursacht werden. Dabei würde es seit 2006 einen wirksamen Impfschutz gegen HPV geben, die Impfquoten aber sind niedrig. Eine bundesweite Aufklärungskampagne an Schulen soll das jetzt ändern. Erste Leuchtturmschule in Bayern, die an dem Projekt teilnimmt, ist die Pestalozzi-Mittelschule in Regensburg.

Die Gynäkologin Claudia Künzel ist regelmäßig zu Besuch, um mit Mädchen und Jungen über Gesundheitsvorsorge und die Gefahren durch HPV zu sprechen.

"Die Kinder dürfen uns alles fragen, was sie bewegt. Die sind in der Pubertät und die fragen natürlich nicht nur nach HPV. Ich will ihnen die Möglichkeit geben, Dinge zu fragen, die ihnen sonst vielleicht schwer fallen." Claudia Künzel, Gynäkologin

Humane Paplillom Viren sind verantwortlich für Krebs am Gebärmutterhals oder in Hals- und Rachen. Und sie verursachen zahlreiche andere Krankheiten. Die Mehrzahl der Menschen steckt sich sich mindestens einmal im Leben mit HPV an, trotzdem wissen viele nicht Bescheid.

Übertragen werden die Viren bei Sexualkontakten, deswegen ist das Thema in vielen Familien tabu, sagt Jennifer Tempfli von der Zeitbild-Stiftung, die die Aufklärungskampagne organisiert hat.

"Es ist einfach schwierig. Weil das Thema oft mit Scham behaftet ist, weil es eben durch Sex kommt. Da redet man einfach nicht drüber." Jennifer Tempfli, Zeitbild-Stiftung

Schulleiterin Karin Alkofer weiß, dass viele Eltern angesichts der aktuellen Diskussion um Corona beim Thema Impfen zurzeit sensibel reagieren. Niemand soll sich deshalb durch die Info-Kampagne genötigt fühlen, sagt die Rektorin.

"Für mich ist generell wichtig bei der Frage der Impfung, dass wir den Schülern so viele Informationen wie möglich zukommen lassen, aber dass die Freiheit der Entscheidung natürlich bei den Eltern bleibt. Wir wollen hier niemanden überreden." Karin Alkofer, Rektorin

Die jetzt gestartete Kampagne mit dem Titel "Impfen gegen Krebs" wird von der Zeitbild-Stiftung und der "Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung“ (ÄGGF) organisiert und vom Bundesgesundheitsministerium gefördert. Sie soll aufklären und helfen, die Impfbereitschaft zu verbessern. Bundesweit 16 Schulen sind bislang beteiligt. Die Pestalozzischule in Regensburg ist Vorreiter in Bayern.

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