Entenküken schwimmen der Entenmutter hinterher.

Entenküken schwimmen der Entenmutter hinterher.

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    Ig-Nobelpreis 2022: surfende Enten und Skorpione mit Verstopfung

    Ig-Nobelpreis 2022: surfende Enten und Skorpione mit Verstopfung

    Mit dem Ig-Nobelpreis werden alljährlich skurrile Forschungen ausgezeichnet. Diesmal waren es unter anderem die Entwicklung eines Elch-Crashtest-Dummys, Formationsschwimmen bei jungen Enten und die Paarungsaussichten von Skorpionen mit Verstopfung.

    Seit 1991 werden an der Harvard-Universität in Cambridge in den USA jedes Jahr scheinbar abstruse und überflüssige Forschungsarbeiten mit den Ig-Nobelpreisen geehrt, verliehen von der Zeitschrift "Annals of Improbable Research". Der Ig-Nobelpreis ist eine Art Anti-Nobelpreis. Sein Name ist ein Wortspiel mit dem englischen Wort "ignoble", was so viel bedeutet wie "unwürdig". Gestern wurden die Preise zum 32. Mal verliehen. Die Gala fand wegen der Corona-Pandemie zum dritten Mal in Folge nur im Internet statt.

    Die Gewinner der Ig-Nobelpreise 2022

    Die spaßigen Preise sollen laut Veranstalter "das Ungewöhnliche feiern und das Fantasievolle ehren". In der rund anderthalbstündigen Online-Preisverleihung, die diesmal unter dem Oberthema "Wissen" stand, wurden folgende Arbeiten ausgezeichnet:

    Physik: Forscher aus China, Großbritannien, der Türkei und den USA bekamen die Auszeichnung für ihren Versuch zu verstehen, wie junge Enten in Formation schwimmen. Die kleinen Enten surften dabei quasi auf der von ihrer Mutter ausgelösten Welle. "Ich fühle mich wie eine glückliche Ente", kommentierte einer der Wissenschaftler mit Quietsche-Ente im Bild. "Lasst es mich euch allen sagen: Ihr macht nicht wirklich Wissenschaft, wenn ihr nicht Spaß dabei habt."

    Biologie: Wissenschaftler aus Brasilien und Kolumbien untersuchten die Frage, ob und wie Verstopfung die Paarungsaussichten von Skorpionen beeinflusst. Das Erforschte demonstrierten sie anhand eines Stofftier-Skorpions.

    Sicherheits-Ingenieurwissenschaft: Ein schwedischer Forscher wurde für die Entwicklung eines Elch-Crashtest-Dummys ausgezeichnet. Seine Forschung widmet sich vor allem der Frage, welche Auswirkungen der Zusammenstoß mit einem Elch auf ein Auto haben kann.

    Angewandte Kardiologie: Wissenschaftler aus Tschechien, den Niederlanden, Großbritannien, Schweden und Aruba haben Beweise dafür gesucht und gefunden, dass sich die Herzfrequenzen von frisch verliebten Paaren angleichen, wenn sie sich zum ersten Mal treffen und zueinander hingezogen fühlen.

    Literatur: Forscher aus Kanada, den USA, Großbritannien und Australien erhielten den Preis für die Analyse der Frage, was genau gerichtliche Dokumente so schwer verständlich macht.

    Medizin: Forscher aus Polen haben nachgewiesen, dass Patienten, die sich einer bestimmten Form von Chemotherapie unterziehen, möglicherweise Nebenwirkungen wie Schwellungen am Mund ein wenig lindern können, indem sie Eiscreme lutschen. Bisher kommen hier eher Eiswürfel zum Einsatz.

    Ingenieurswissenschaften: Forscher aus Japan erhielten die Auszeichnung für die Suche nach dem effizientesten Weg, wie Menschen ihre Finger einsetzen können, wenn sie einen Knauf drehen.

    Wirtschaft: Forscher aus Italien, von denen zwei schon einmal einen Ig-Nobelpreis gewonnen hatten, bekamen den Preis für die mathematische Erklärung dafür, warum meistens nicht die talentiertesten Menschen, sondern die mit dem meisten Glück Erfolg haben.

    Kunstgeschichte: Forscher aus den Niederlanden, Guatemala, den USA und Österreich wurden ausgezeichnet für ihre Studie zu "rituellen Darmspülungs-Szenen auf antiken Maya-Tonwaren".

    Frieden: Dieser Preis ging an Forscher aus China, Ungarn, Kanada, den Niederlanden, Großbritannien, Italien, Australien, der Schweiz und den USA. Sie entwickelten einen Algorithmus, der den Verbreitern von Klatsch und Tratsch dabei helfen soll, zu entscheiden, wann sie die Wahrheit sagen und wann sie lügen.

    Online-Event mit hohem Unterhaltungswert

    Vor der Corona-Pandemie waren jedes Jahr mehr als 1.000 Zuschauer live vor Ort und verfolgten die Gala in einem Theater der Universität Harvard. In diesem Jahr fand die Preisverleihung wieder nur als Online-Event statt. Wie auch in den letzten Jahren hatten alle trotzdem sehr viel Spaß: Es flogen wie üblich Papierflieger, es gab Sketche, bizarre Kurz-Opern und noch mehr skurrilen Klamauk. Marc Abrahams, der Herausgeber der wissenschaftlichen Zeitschrift zu kurioser Forschung, beendete die Zeremonie wie jedes Jahr mit der klassischen Abschiedsformel: "Wenn Sie dieses Jahr keinen Ig-Nobelpreis gewonnen haben, und besonders dann, wenn Sie einen gewonnen haben: mehr Glück im nächsten Jahr!"

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