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Neurochirurgen im Rhön-Klinikum während der Wach-OP

Bildrechte: RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt / Katrin Maria Schmitt
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Hypnose statt Narkose: Erfolgreiche Wach-OP im Rhön-Klinikum

Neurochirurgen im Rhön-Klinikum haben eine äußerst komplexe Wach-Operation durchgeführt: es wurde ein Gehirntumor entfernt. Statt einer klassischen Narkose gab es aber nur eine örtlichen Betäubung, denn der Patient stand unter Hypnose.

Von
Vesile ÖzcanVesile Özcan
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Am Rhön-Klinikum im Campus Bad Neustadt wurde erstmals eine Wach-Tumor-OP unter hypnotischer Begleitung ohne Narkose durchgeführt. Das teilte das Rhön-Klinikum mit. Demnach wurde ein 54-jährigen Mann mit einem Hirntumor operiert. Dabei wurde er von Neurochirurg Dr. Rupert Reichart, Oberarzt und Leitender Arzt für Schmerztherapie, in Trance versetzt.

Operation kann von Chirurgen genau kontrolliert werden

Diese Methode wurde laut dem Klinikum unter anderem angewendet, weil sich der Hirntumor in unmittelbarer Nähe des Sprachzentrums befand. Durch den Zustand im Trance könne man die Operation exakt kontrollieren und mögliche Risiken für den Patienten vorbeugen. Der Eingriff hat insgesamt vier Stunden gedauert. Es war sicherheitshalber auch ein erfahrenes Anästhesieteam anwesend. Doch sie mussten nicht eingreifen.

Ärzte unterhalten sich während der OP mit dem Patienten

Der Patient wurde im Vorfeld gründlich auf die OP vorbereitet. Wie das Klinikum mitteilt, hat er dann während des Eingriffs nichts von der OP mitbekommen. Es sei alles schmerzfrei abgelaufen. Der Neurochirurg Reichart hat während der ganzen OP mit dem Patienten leise gesprochen, um ihn in Hypnose zu halten. Währenddessen war auch ein Logopäde im Einsatz. Er unterhielt sich mit dem Patienten, indem er verschiedene Abbildungen auf dem Tablet vorzeigte und nach den Gegenständen, Farben und seinen Gefühlen fragte. Somit hätte man bei einer Verschlechterung der Sprachfähigkeit sofort eingreifen können.

Chefarzt Albrecht Waschke: "Ein voller Erfolg"

Den Eingriff an sich hat Dr. Albrecht Waschke, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie durchgeführt. "Dem Patienten geht es sehr gut, und er konnte bereits wenige Tage nach der Operation nach Hause entlassen werden. Der Tumor wurde entfernt und die Sprachfähigkeit komplett erhalten. Kurzum: Ein voller Erfolg", wird Dr. Waschke in der Pressemitteilung des Klinikums zitiert.

Hypnose wissenschaftlich anerkanntes Heilverfahren

Dr. Reichardt erklärt, dass sich eine Hypnose prinzipiell für jeden Patienten eignet. "Das Versetzen in Trance bedeutet eine Veränderung des Bewusstseinszustands. Dafür ist Vertrauen in den Arzt und eine intensive und transparente Vorbereitung notwendig", beschreibt der Neurochirurg die Methode. Wie das Klinikum mitteilte, handelt es sich bei der Hypnose um ein wissenschaftlich anerkanntes Heilverfahren. Die positive Wirkung sei belegt, Schmerzreize könnten unterdrückt beziehungsweise nicht wahrgenommen werden. Reichart betont: "Die Voraussetzung für den Einsatz sollte immer ein medizinischer Grund sein."

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