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Bildrechte: NASA

Weltraumteleskop Hubble

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    Hubble im Sicherheitsmodus: Weltraumteleskop hat Probleme

    Das Weltraumteleskop Hubble ist seit einigen Tagen außer Betrieb. Die NASA hat es wegen eines technischen Problems in den Sicherheitsmodus versetzt: Einer der Stabilisatoren, die das Teleskop im Weltraum ausrichten, ist ausgefallen.

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    Von
    • Jan-Claudius Hanika

    Hubble besitzt insgesamt sechs Kreiselstabilisatoren, auch Gyroskope genannt. Mit ihnen hält das Weltraumteleskop die Lage in der Erdumlaufbahn, während es sein Fernrohr in die Tiefen des Alls richtet. Eines der Gyroskope arbeitet laut NASA seit dem 5. Oktober nicht mehr. Daher befindet sich Hubble jetzt im Sicherheitsmodus: Alle nicht betriebswichtigen Systeme sind abgeschaltet und wissenschaftliche Beobachtungen eingestellt.

    Dauerproblem Gyroskop

    Probleme mit den Stabilisatoren gab es bei Hubble schon früher. Deshalb tauschten Astronauten während einer Reparatur-Mission im Jahr 2009 alle sechs Gyroskope aus. Von den neuen Geräten haben inzwischen zwei den Dienst quittiert, nun ist ein drittes ausgefallen. Die verbliebenen drei sind laut NASA von technisch besserer Qualität und sollten daher länger halten. Allerdings hat auch eines dieser drei Gyroskope Probleme: Bei einem Test funktionierte es zwar, aber nicht gut genug, um die Anforderungen zu erfüllen.

    Ein Stabilisator reicht auch

    Normalerweise nutzt Hubble drei Gyroskope gleichzeitig, um sich mit maximaler Genauigkeit zu positionieren. Es kann aber auch mit nur einem einzigen Stabilisator wissenschaftliche Beobachtungen durchführen. Die NASA-Bodenkontrolle versucht zu klären, warum das nun ausgefallene Gyroskop nicht mehr funktioniert. Falls es dauerhaft nicht mehr einsetzbar ist, wird Hubble in einem "reduzierten Gyro-Modus" mit nur einem Gyroskop ins All schauen. In diesem Fall kann es innerhalb eines bestimmten Zeitraums nur noch ein kleineren Ausschnitt des Weltraums ins Visier nehmen. Ansonsten sollen die Auswirkungen auf Hubbles Beobachtungsmöglichkeiten aber relativ begrenzt sein. Die Beobachtungsinstrumente des mittlerweile 28 Jahre alten Weltraumteleskops sind nämlich laut NASA voll einsatzfähig und sollen noch jahrelang "exzellente Wissenschaft produzieren".

    Start des Nachfolgers lässt auf sich warten

    Bereits im Jahr 2002 sollte der Nachfolger von Hubble starten: Das James-Webb-Weltraumteleskop. Doch wegen technischer und organisatorischer Probleme wurde der Starttermin immer wieder verschoben. Derzeit ist der Start für 2021 geplant.