Zurück zur Startseite
Wissen
Zurück zur Startseite
Wissen

Hilfsorganisationen: Ebola-Epidemie unter Kontrolle bringen | BR24

© dpa-Bildfunk/Jerome Delay

Demokratische Republik Kongo: Mädchen wird gegen Ebola geimpft

Per Mail sharen
Teilen

    Hilfsorganisationen: Ebola-Epidemie unter Kontrolle bringen

    Hilfsorganisationen warnen vor einer unkontrollierten Ausbreitung von Ebola im Kongo. Es müssten dringend Präventionsmaßnahmen ergriffen werden. Am Mittwoch hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Epidemie als Gesundheitsnotstand eingestuft.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" hat eine großangelegte Prävention zur Eindämmung der Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo gefordert. Notwendig sei ein besserer Zugang der Bevölkerung zu Impfungen, um die Übertragung zu reduzieren, sagte die Internationale Präsidentin der Ärztehilfsorganisation, Joanne Liu, in einer am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Mitteilung. "Die Epidemie ist nicht unter Kontrolle, und wir müssen bei ihrer Bekämpfung einen Gang hochschalten."

    WHO stuft Ebola-Epidemie als internationalen Gesundheitsnotstand ein

    Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte die vor fast einem Jahr im Ostkongo ausgebrochene Ebola-Epidemie am Mittwochabend als internationalen Gesundheitsnotstand eingestuft. Die Anzeichen für die Ausbreitung sind laut Ärzte ohne Grenzen eindeutig: "Die Menschen sterben immer noch in den Dörfern, das Gesundheitspersonal infiziert sich immer noch, und das Virus überträgt sich weiterhin." Bei einem Vorgehen dürfe es "aber nicht um Bewegungseinschränkungen oder um die Ausübung von Zwang gegenüber der betroffenen Bevölkerung gehen".

    Ebola-Epidemie trifft vor allem Kinder

    Unicef macht darauf aufmerksam, dass der aktuelle Ebola-Ausbruch vor allem für Kinder eine "Katastrophe" sei. Bis zum 7. Juli wurden demnach etwa 750 Kinder mit Ebola infiziert, fast ein Drittel der rund 2.500 Fälle. Kleinkinder seien überproportional gefährdet: Unter den 750 infizierten Kindern seien 40 Prozent unter fünf Jahre alt.

    Kinder litten nach Unicef-Angaben doppelt unter der Ebola-Epidemie: "Bei einer Infektion sind vor allem Kleinkinder einem höheren Risiko ausgesetzt, an der Krankheit zu sterben. Darüber hinaus werden durch Ebola viele Kinder, häufig ganz plötzlich, von ihren erkrankten Eltern getrennt oder sind zu Waisen oder Halbwaisen geworden." Es gebe bisher mehr als 2.800 verwaiste oder getrennte Kinder."

    Gefahr, dass sich Ebola ausbreitet

    Es besteht die sehr reale Gefahr, dass sich Ebola auf die Nachbarländer ausbreitet, daher sollte die internationale Gemeinschaft dringend gemeinsam dafür sorgen, das zu verhindern", forderte die Exekutivdirektorin des UN-Kinderhilfswerks, Henrietta Fore. Das bedeute, mehr Geld für Helfer zur Verfügung zu stellen.

    Angriffe auf Ebola-Behandlungszentren

    Das christliche Kinderhilfswerk "World Vision" begrüßte die WHO-Entscheidung und äußerte die Hoffnung, "dass sie noch rechtzeitig Mittel freisetzen kann, um lebensrettende Hilfen zu bringen und eine Ausbreitung der Krankheit auf weitere Regionen oder instabile Nachbarländer wie den Südsudan zu verhindern".

    Organisationen arbeiten laut "World Vision" rund um die Uhr daran, die Ausbreitung des tödlichen Virus in der politisch instabilen Region Nord-Kivu-Zone zu begrenzen. Die Region leide unter Milizenkämpfen und Angriffen auf Ebola-Behandlungszentren. Seit Januar gab es laut "World Vision" fast 200 Angriffe auf Mitarbeiter und Kliniken, wobei sieben Gesundheitsfachkräfte getötet worden seien.

    Epidemie könnte sich auf Kongos Nachbarländer ausbreiten

    Inzwischen gebe es rund 2.500 bestätigte und wahrscheinliche Fälle von Ebola im Kongo und 1.676 Todesfälle - darunter den eines Pastors in Goma. Es sei der erste Fall von Ebola in der Handelsstadt an der Grenze zu Ruanda. So wachse die Sorge, dass sich das Virus bald in die Nachbarländer ausbreiten könne.