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Pollenflug-Saison beginnt: Hasel und Erle regional unterwegs | BR24

© picture alliance / dpa Themendienst

Die Pollensaison hat begonnen, der Heuschnupfen macht sich bemerkbar.

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Pollenflug-Saison beginnt: Hasel und Erle regional unterwegs

Spüren Sie schon erste Symptome für Heuschnupfen? Nicht wundern, denn der bisher milde Winter führt zu einem frühen Beginn der Pollensaison - auf größere Beschwerden müssen sich Allergiker aber noch nicht einstellen.

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Schnupfen-Symptome? Ihre vermeintliche Erkältung könnte auch ein Heuschnupfen sein! Da der Winter bisher weitestgehend mild verlaufen ist, beginnt mancherorts schon die Pollensaison. Größere Beschwerden sind für Allergiker allerdings noch nicht zu erwarten.

Hasel- und Erlenpollen sind unterwegs

"Vereinzelt fliegen die ersten Pollen, vor allem im Südwesten, und auch im nordwestlichen Tiefland - von der Kölner Bucht, Niederrhein bis hin zum Oberrhein," so Christina Endler, Pollenexpertin des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Von den Hauptallergiearten seien vor allem Hasel und Erle unterwegs. Verbreitet setze der Pollenflug aber eher allmählich ein.

Milder Winter begünstigt Pollenflug

Das Wetter in Deutschland ist für die Jahreszeit ungewöhnlich mild und warm, heißt es beim DWD. Erst am kommenden Wochenende erwarten die Experten mit vier bis sieben Grad immerhin etwas kühlere Tagestemperaturen und frostige Nächte. Damit lasse der Pollenflug nach, sagte DWD-Meteorologin Jacqueline Kernn. Ab Mitte der Woche sei etwa nördlich der Mitte Deutschlands mit Regen zu rechnen, was die Pollenbelastung ebenfalls mindere. Mit Blick auf die vergangenen Jahre ist der frühe Beginn der Pollensaison nach Angaben Endlers nicht ungewöhnlich. Auch 2018 und 2019 sei die Haselblüte früh gestartet.

Pollenfreie Zeit wird immer kürzer

Seit rund zwanzig Jahren lässt sich der Trend beobachten, dass es eine immer kürzere pollenfreie Zeit im Winter gibt. Wenn Hasel und Erle abgeklungen sind, lässt der Allergikerschreck Birke nicht mehr lange auf sich warten. Die Birke sondert verglichen mit anderen Bäumen deutlich mehr Pollen auf einmal ab. Die Birke könnte schon Anfang März ihre Pollen verbreiten.

Heuschnupfen kann bereits vor der eigentlichen Blüte auftreten

Das Gemeine am Heuschnupfen ist, dass sich allergische Reaktionen schon vor der eigentlichen Blütezeit bemerkbar machen können. Selbst wenn in der Luft noch keine Pollen gemessen werden, können Allergene in der Nähe der Bäume vorhanden sein. Allergiker reagieren auf kleinste, für das menschliche Auge unsichtbare Eiweißstückchen im Pollenkorn. Diese Teilchen können sich auch vor dem Beginn der Blüte absondern und mit der Luft weitergetragen werden. Dafür muss man noch nicht einmal im Garten arbeiten oder im Park spazieren gehen.

Bei einer Allergie reagiert unser Körper auf die Pollen

Rund zwölf Millionen Menschen in Deutschland haben Heuschnupfen. Allein in Bayern leiden mehr als zwei Millionen Menschen an einer Allergie oder Überempfindlichkeitsreaktion. Heuschnupfen gehört zum Allergie-Typ I, dem Soforttyp: Der Körper reagiert sofort, wenige Minuten nach dem Kontakt mit den Pollen von bestimmten Pflanzen. Dabei ist der Blütenstaub eigentlich harmlos. Bei Allergikern schaltet das Immunsystem jedoch auf Abwehr, sobald die Allergene auf die Schleimhäute treffen: Dann jucken, brennen und tränen die Augen, es kribbelt und kratzt im Hals, kitzelt in der Nase und es kommt zu Niesanfällen. Betroffene fühlen sich krank, leiden oft zusätzlich unter Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schlafstörungen.

Aus Heuschnupfen kann Asthma werden

Klassischerweise tritt Heuschnupfen zur Hauptblühperiode der Pflanzen auf, also im Frühjahr und Sommer. Weil die meisten Allergiker jedoch auf mehrere Pflanzenarten reagieren, können sich die Symptome auch von Februar bis Oktober hinziehen. Bleiben die Beschwerden unbehandelt, kann daraus chronisches Asthma werden. Betroffene sollten sich bei Verdacht auf Heuschnupfen an einen Arzt wenden. Der kann die Allergie mithilfe eines Pricktests oder einer Blutuntersuchung feststellen.

Allergiker sollten Pollenflug-Vorhersagen nutzen

Heuschnupfen-Symptome lassen sich mit Tabletten, den sogenannten Antihistaminika, unterdrücken. Nasentropfen lassen die Schleimhäute abschwellen. Wann es wieder so weit ist und Betroffene sich wappnen sollten, lässt sich mithilfe von Pollenflug-Kalendern, aktuellen Pollenflug-Vorhersagen oder Pollenflug-Apps herausfinden. Gegen Entzündungsreaktionen verschreiben Ärzte Arzneimittel mit Kortison. Außerdem gibt es die Möglichkeit der Hyposensibilisierung beziehungsweise Desensibilisierung: Dabei wird der Körper über viele Monate hinweg schrittweise an das Allergen gewöhnt. Für mehr Toleranz gegenüber Blütenstaub und einen unbeschwerten Start in den Frühling!

© BR

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