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Solche Halstücher, die auch oftmals als Mund-Nasen-Schutz verwendet werden, können auf dem Spielplatz zur tödlichen Gefahr werden (Symbolbild).

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    Halstücher als Masken: Strangulationsgefahr auf Spielplätzen

    Auch auf Spielplätzen gelten die Corona-Hygieenregeln und je nach Bundesland wird ein Mund-Nasen-Schutz empfohlen. Eltern sollten darauf achten, dass Kinder keine Halstücher oder Schals als Maske verwenden. Beim Toben droht Strangulationsgefahr.

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    Von
    • Marlene Riederer

    Auch Kinder ab einem bestimmten Alter müssen als Schutz vor Corona einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn sie öffentliche Verkehrsmittel nutzen oder beim Einkaufen sind. Für Spielplätze gibt es unterschiedliche Regeln. In manchen Bundesländern wird das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes empfohlen, in manchen nicht.

    Auf dem Spielplatz: keine Schals und Halstücher

    Wenn Kinder auf dem Spielplatz eine Maske tragen, sollten Eltern dafür auf keinen Fall Schals, Halstücher oder stabile Baumwollmasken, die mit Bändern am Hinterkopf zugeschnürt werden, verwenden. Und auch wenn auf das Tragen einer Maske verzichtet wird, sollten die Eltern den Kindern Tuch, Schal oder Maske zum Spielen abnehmen. Denn es besteht die Gefahr, dass sich die Kinder beim Toben damit strangulieren, warnt die Aktion "Das sichere Haus (DSH)".

    Kordeln, Schnüre, Halstücher - tödliche Gefahr

    Masken und dazu zweckentfremdete Tücher oder Schals sind eine neue Gefahrenquelle, die dazu führen kann, dass sich Kinder beim Spielen versehentlich erhängen. Immer wieder kommt es zu tragischen Unfällen, wenn sich solche Accessoires - dazu gehören auch Schlüsselbänder, Ketten, Kordeln und Schlaufen an der Kleidung - in einem Klettergerüst, auf der Rutsche oder in einer Astgabel verfangen. Kinder können sich aus einer solch bedrohlichen Lage kaum selbst befreien, sodass es bereits zu Todesfälle kam, so "Das sichere Haus".

    Fahrradhelm ab: Es droht Erstickungsgefahr!

    Auch Fahrradhelme sollten auf dem Spielplatz abgesetzt werden. Im Straßenverkehr sind sie ein Muss, auf dem Spielplatz aber eine Gefahr. Bleibt ein Kind mit dem Helm im Kletternetz oder in einer Astgabel hängen, drückt der Kinnriemen des Helms auf den Hals des Kindes, das Gewicht zieht es gleichzeitig nach unten. So besteht auch hier die Gefahr, dass es sich stranguliert.

    Gefahren auf dem Spielplatz

    Die Gefahr, sich beim Spielen zu verletzen, besteht nicht nur durch ungeeignete Kleidung, sondern liegt auch häufig im Zustand der Spielplätze selbst begründet. Zigarettenkippen, Scherben oder Hundekot im Sandkasten, splittrige Wände im Holzspielhaus, rostige Rutschen - das alles sind Sicherheitsmängel, die für Kinder schnell zur Gefahr werden können. Hinzu kommen versteckte Gefahrenquellen, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Für Eltern lohnt sich ein Sicherheitscheck auf dem Lieblingsspielplatz der eigenen Kinder deshalb immer.

    Mängel auf Spielplätzen unbedingt melden

    Kommt Ihnen bei Ihrem Spielplatz-Rundgang ein Spielgerät wackelig vor oder ist der Sandkasten verschmutzt, dann sollten Sie das umgehend bei der zuständigen Stelle melden. Bei öffentlichen Spielplätzen zum Beispiel ist dies die Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Diese sind nicht nur verpflichtet, bei den Spielplätzen regelmäßig eine Funktionskontrolle sowie eine gründliche Inspektion durchzuführen, sondern sie müssen Mängel an Spielgeräten umgehend beheben oder diese sperren.

    Die meisten Spielplätze sind für Kinder im Alter zwischen drei und zehn Jahren gedacht. Bei kleineren Kindern haben die Eltern die Pflicht, permanent aufzupassen, denn manche Geräte können für Kleinkinder gefährlich sein, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

    Spielplatz-Checkliste:

    • Sind Abgrenzungen zu verkehrsreichen Straßen vorhanden?
    • Gibt es ein Hinweisschild mit Notrufnummer und Verantwortlichkeiten?
    • Einzäunungen: Sind sie ungefährlich, also ohne Spitzen und scharfkantige Teile?
    • Gibt es ausreichend Schatten auf dem Platz?
    • Werden die Mülleimer regelmäßig geleert?
    • Weisen Spielgeräte GS-Prüfzeichen auf?
    • Ist der Spielplatz sauber?
    • Haben Klettergeräte, die höher als eineinhalb Meter sind, einen stoßdämpfenden Untergrund wie zum Beispiel Sand oder Fallschutzmatten?
    • Sind Geräteteile aus Holz intakt?
    • Stehen Nägel und Schrauben über?
    • Sind Schraubverbindungen fest?
    • Sind die Enden von Seilen und Tauen in Ordnung?
    • Stehen die Geräte stabil, auch wenn man daran rüttelt?
    • Ist der Sandkasten frei von Glasscherben, Spritzen, Exkrementen oder Zigarettenkippen?
    • Sind die Bauteile an Spielgeräten komplett?
    • Sind die Schaukelbretter in gutem Zustand?
    • Haben die Wippen eine ausreichende Endanschlag-Dämpfung?

    Eine ausführliche Checkliste, die Sie am Spielplatz vor Ort durchgehen können, finden Sie auf der Homepage des Deutschen Grünen Kreuzes zum Download.

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