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Guppys auf Kuba im Einsatz gegen Moskitos | BR24

© Bayerischer Rundfunk / IQ - Wissenschaft und Forschung

Gelbfieber, Denguefieber und Zika werden von Mücken übertragen. Abhilfe könnte der Guppy schaffen, ein buntschillernder Zierfisch. Auf Kuba setzen Epidemiologen sie in freier Natur aus, damit sie auf Mückenlarvenjagd gehen.

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Guppys auf Kuba im Einsatz gegen Moskitos

Guppys sind als hübsche Zierfische in Süßwasseraquarien bekannt. Weniger bekannt ist, dass sie als Räuber von gefährlichen Mückenlarven eingesetzt werden. Kuba setzt im Kampf gegen Dengue-Fieber auf Guppys.

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In Kuba sollen Guppys bei der Bekämpfung von Gelbfiebermücken (Aedes aegypti) helfen. Diese Mücken übertragen gefährliche Krankheiten wie Gelbfieber, Dengue-Fieber und Zika. Das Zentrum für Hygiene und Epidemiologie der Provinz Cienfuegos im Zentrum der Karibikinsel habe bereits zahlreiche Süßwasserzierfische ausgesetzt, berichtete die Parteizeitung "Granma" am 3. Oktober 2019. Nach Angaben des stellvertretenden Leiters des Zentrums, Edelis Molina Moreira, kann ein einzelner Fisch pro Tag zwischen 60 und 150 Mückenlarven vertilgen.

Gefährliche Mücken überleben in Wasserreservoirs

Die Larven leben in stehenden Gewässern, häufig in Regentonnen und Zisternen. Wenn in jedem dieser Behälter zwei Guppys ausgesetzt würden, sei das bereits ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Moskitos und eine wichtige alternative Methode, um Pestizide zu ersetzen, sagte Molina. Guppys, so der Experte, beeinträchtigen die Qualität des Wassers nicht und stellen kein Kontaminationsrisiko dar. Nach dem Wirbelsturm "Katrina" 2005 sei die Methode bereits in New Orleans erfolgreich erprobt worden, da sich durch die Überschwemmungen Krankheiten wie Dengue-Fieber und Gelbfieber vermehrt hatten.

Biologische Bekämpfung der Mückenlarven Aedes aegypti

Als 2016 der Kampf gegen Zika auf seinem Höhepunkt war, wurden auch andere Methoden im Kampf gegen die Gelbfiebermücke eingesetzt. Denn bislang gibt es keine Impfung gegen Zika. Diese Methoden - neben der Anwendung von Insektiziden - zielen insbesondere auf die Mückenmännchen ab: von einer Sterilisierung mittels radioaktiver Strahlung über die gentechnische Veränderung bis hin zu einer Infektion mit einem bestimmten Bakterium, das bei den Männchen die Spermien verändert. Die Guppy-Methode scheint dagegen einfach, kostengünstig und effektiv zu sein.

Guppys können Artenvielfalt und Ökosysteme schädigen

Doch Umweltexperten sehen seit Jahren auch die negativen Folgen dieser gängigen Strategie, um die krankheitserregenden Mücken einzudämmen. Guppys, das können Aquarienbesitzer bestätigen, bauen leicht Populationen auf und schädigen damit das Gleichgewicht der Arten in Ökosystemen. Um die Artenvielfalt zu wahren, sei eine streng überwachte Anwendung daher dringend geboten, schrieben Biologen in den "Biology Letters" der Royal Society am 1. Oktober 2016.