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Der Vollmond am 27. April 2021 ist der größte Vollmond des Jahres. Denn er ist der Erde rund 30.000 Kilometer näher als im Durchschnitt. Dadurch ist die Mondscheibe größer, was aber nicht wahrnehmbar ist. Doch die größere Gezeitenkraft ist spürbar.

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Größter Vollmond des Jahres am 27. April - ein Supermond?

Der Vollmond am 27. April 2021 ist der größte Vollmond des ganzen Jahres - neben dem Vollmond im Mai. Doch einen "Supermond" sieht man höchstens in den Schlagzeilen, die wahre Größe des Mondes bleibt unserem Auge verborgen.

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Von
  • Heike Westram

Es sieht toll aus, wenn am Horizont eine riesige Vollmondscheibe emporsteigt. Das wird auch am kommenden Dienstagabend so sein, wenn das Wetter und die richtige Perspektive mitspielen. Aber dass da ein "Supermond" aufgeht, wird einem wohl entgehen. Das sieht man nicht. Der "Supermond" ist ein reines Pressephänomen.

Mondscheibe ist wirklich größer

Dabei ist der Vollmond am 27. April wirklich größer als normal, weil er näher bei uns ist. Der genaue Vollmondtermin ist morgens am 27. April, kurz bevor der Mond untergeht. Seine geringste Entfernung erreicht der Mond am Abend des 27. April, dann sieht er fürs bloße Auge immer noch voll aus.

Leider müssen viele von uns den Vollmond diesmal von zuhause angucken: Der Mond geht abends am 27. April erst um neun Uhr auf, eine Stunde vor Beginn der Ausgangssperre wegen der Corona-Pandemie in allen Orten mit einer Inzidenz über 100.

Die Umlaufbahn des Mondes um die Erde ist nicht kreisrund, sondern elliptisch. Daher ist er mal näher, mal weiter weg - mit etwa 50.000 Kilometern Unterschied. Am 27. April ist der Mond genau am erdnächsten Punkt seiner Umlaufbahn - "nur" etwa 357.400 Kilometer entfernt. Die Mondscheibe am Firmament ist dadurch tatsächlich größer: Im Durchmesser misst sie etwa 5,5 Prozent mehr als ein Durchschnittsvollmond, elf Prozent mehr als ein Vollmond in Erdferne.

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Vollmond bei Erdferne (Apogäum, links) und Erdnähe (Perigäum, rechts): Der Größenunterschied entspricht dem zwischen 1-Euro- und 2-Euro-Münzen.

Fürs bloße Auge nicht zu sehen

Dieser Größenunterschied wäre für uns wahrnehmbar, wenn ein normaler Vollmond direkt neben dem Supermond am Himmel stehen würde. Doch ohne direkten Vergleich können wir die Größe des Mondes nicht richtig einschätzen. Da vertun wir uns jedes Mal: Steht der Mond nahe beim Horizont, kommt er uns viel größer vor, als wenn er ein paar Stunden später hoch am Himmel steht. Das ist beim größten Vollmond genauso wie beim kleinsten.

Mondtäuschung am Horizont

Wenn der Vollmond auf- oder untergeht und man ihn dabei aus der richtigen Perspektive sieht - am besten mit einem Blick über weites Gelände mit Vergleichsgegenständen wie Häusern, Bergen, einer zum Horizont verlaufenden Straße - dann sieht die Mondscheibe riesig aus. Eine optische Täuschung, die im Gehirn entsteht, weil man einfach nicht weiß, wie weit dieses Riesending weg ist.

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Bildrechte: Bayerischer Rundfunk

Manchmal ist der Vollmond riesengroß, besonders im Sommer. Eine optische Täuschung, die nur durch die Nähe zum Horizont entsteht. Wir zeigen Ihnen, wie der Vollmond in Ihrem Kopf zum Scheinriesen wächst.

Hellster Vollmond des Jahres

Was sich vielleicht eher bemerkbar macht, ist die Helligkeit des Vollmonds am 27. April. Weil der Mond näher an der Erde ist und die Fläche seiner Mondscheibe größer, leuchtet er heller: Etwa dreißig Prozent mehr Licht kommen von einem Supermond hier bei uns an - fast ein Drittel.

Stärkere Gezeiten

Am ehesten nimmt man diesen Mond an den Küsten wahr: Bei Vollmond treten höhere Tidenhube auf, weil Sonne, Erde und Mond in einer Reihe stehen und sich die Gezeitenkraft von Sonne und Mond dadurch verstärkt. Noch extremer sind die Gezeiten allerdings bei Neumond, der zwischen Sonne und Erde steht: Dann ziehen Sonne und Mond von der gleichen Seite an der Erde. Sind Neu- oder Vollmond auch noch am erdnächsten Punkt, können Ebbe und Flut noch ausgeprägter ausfallen.

Supermond keine Seltenheit

Es ist gar keine Seltenheit, dass der Vollmond zugleich in Erdnähe steht und deshalb größer ist: Alle 29,5 Tage ist Vollmond, alle 27,5 Tage ist der Mond am erdnächsten Punkt - macht summa summarum: Alle 13,6 Monate ist der Vollmond zugleich am erdnächsten Punkt - in fast jedem Kalenderjahr gibt's also einen Supermond. Und die Vollmonde davor und danach sind immerhin fast am erdnächsten Punkt, also auch recht nah und überdurchschnittlich groß.

Zweiter größter Vollmond des Jahres am 26. Mai

So ist auch der folgende Vollmond am 26. Mai 2021 wieder extrem nah - nur rund 50 Kilometer weiter entfernt als der April-Vollmond. In Größe und Helligkeit macht das einen so geringen Unterschied, dass beide in diesem Jahr als die größten Vollmonde gelten.

Rekordhalter bis 2025

Dieser Supermond ist auch gar nicht so super wie manch anderer:

Der Vollmond vor gut einem Jahr, in der Nacht vom 7. auf den 8. April 2020, war nur 356.907 Kilometer von der Erde entfernt - fast 500 Kilometer näher. Der Vollmond im Januar 2018 war sogar fast 850 Kilometer näher. Ganz zu schweigen von dem Wahnsinns-Vollmond am 4. Januar 1912: über 1.000 Kilometer näher, ein Rieseneumel, wer sich noch erinnert.

Ach ja: Wenn Sie schöne Fotos vom Mond machen, dann schicken Sie uns Ihre Bilder! Die schönsten zeigen wir gerne in einer Bildergalerie - super Fotos, ob Supermond oder nicht!

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