Zurück zur Startseite
Wissen
Zurück zur Startseite
Wissen

Größter Vollmond des ganzen Jahres | BR24

© Bayerischer Rundfunk

Am 19. Februar 2019 ist Vollmond - der größte des ganzen Jahres! Denn zugleich ist der Mond an seinem erdnächsten Punkt. Doch von dieser Größe werden Sie nicht viel sehen ...

3
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Größter Vollmond des ganzen Jahres

Der Vollmond am 19. Februar 2019 ist der größte Vollmond des ganzen Jahres. Doch einen "Supermond" sieht man höchstens in den Schlagzeilen, die wahre Größe des Mondes bleibt unserem Auge verborgen.

3
Per Mail sharen
Teilen

Es sieht toll aus, wenn am Horizont eine riesige Vollmondscheibe emporsteigt. Das wird auch am Dienstagabend so sein, wo das Wetter und die richtige Perspektive mitspielen. Aber dass da ein "Supermond" aufgeht, wird einem wohl entgehen. Das sieht man nämlich nicht. Der "Supermond" ist ein reines Pressephänomen.

Mondscheibe ist wirklich größer

Dabei ist der Vollmond am 19. Februar wirklich größer als normal, weil er näher bei uns ist. Die Umlaufbahn des Mondes um die Erde ist nicht kreisrund, sondern elliptisch. Daher ist er mal näher, mal weiter weg - mit etwa 50.000 Kilometern Unterschied. Der Vollmond am 19. Februar ist genau am erdnächsten Punkt seiner Umlaufbahn - "nur" 356.762,8 Kilometer entfernt. Die Mondscheibe am Firmament ist dadurch tatsächlich größer: Im Durchmesser misst sie etwa 5,5 Prozent mehr als ein Durchschnittsvollmond, elf Prozent mehr als ein Vollmond in Erdferne.

© DLR

Vollmond bei Erdferne (Apogäum, links) und Erdnähe (Perigäum, rechts): Der Größenunterschied entspricht dem zwischen 1-Euro- und 2-Euro-Münzen.

Fürs bloße Auge nicht zu sehen

Dieser Größenunterschied wäre für uns wahrnehmbar, wenn ein normaler Vollmond direkt neben dem Supermond am Himmel stehen würde. Doch ohne direkten Vergleich können wir die Größe des Mondes nicht richtig einschätzen. Da vertun wir uns jedes Mal: Steht der Mond nahe beim Horizont, kommt er uns viel größer vor, als wenn er ein paar Stunden später hoch am Himmel steht. Das ist beim größten Vollmond genauso wie beim kleinsten.

Mondtäuschung am Horizont

Wenn der Vollmond auf- oder untergeht und man ihn dabei aus der richtigen Perspektive sieht - am besten mit einem Blick über weites Gelände mit Vergleichsgegenständen wie Häusern, Bergen, einer zum Horizont verlaufenden Straße - dann sieht die Mondscheibe riesig aus. Eine optische Täuschung, die im Gehirn entsteht, weil man einfach nicht weiß, wie weit dieses Riesending weg ist.

© Bayerischer Rundfunk

Manchmal ist der Vollmond riesengroß, besonders im Sommer. Eine optische Täuschung, die nur durch die Nähe zum Horizont entsteht. Wir zeigen Ihnen, wie der Vollmond in Ihrem Kopf zum Scheinriesen wächst.

Hellster Vollmond des Jahres

Was sich vielleicht eher bemerkbar macht, ist die Helligkeit des Vollmonds am 19. Februar. Weil der Mond näher an der Erde ist und die Fläche seiner Mondscheibe größer, leuchtet er heller: Etwa dreißig Prozent mehr Licht kommen von einem Supermond hier bei uns an - fast ein Drittel.

Stärkere Gezeiten

Am ehesten nimmt man diesen Mond an den Küsten wahr: Bei Vollmond treten höhere Tidenhube auf, weil Sonne, Erde und Mond in einer Reihe stehen und sich die Gezeitenkraft von Sonne und Mond dadurch verstärkt. Noch extremer sind die Gezeiten allerdings bei Neumond, der zwischen Sonne und Erde steht: Dann ziehen Sonne und Mond von der gleichen Seite an der Erde. Sind Neu- oder Vollmond auch noch am erdnächsten Punkt, können Ebbe und Flut noch ausgeprägter ausfallen.

Supermond keine Seltenheit

Es ist gar keine Seltenheit, dass der Vollmond zugleich in Erdnähe steht und deshalb größer ist: Alle 29,5 Tage ist Vollmond, alle 27,5 Tage ist der Mond am erdnächsten Punkt - macht summa summarum: Alle 13,6 Monate ist der Vollmond zugleich am erdnächsten Punkt - in fast jedem Kalenderjahr gibt's also einen Supermond. Und die Vollmonde davor und danach sind immerhin fast am erdnächsten Punkt, also auch recht nah und überdurchschnittlich groß.

Rekordhalter bis 2026

Dieser Supermond ist auch gar nicht so super wie manch anderer: Der Vollmond am 2. Januar 2018 war beispielsweise zweihundert Kilometer näher an der Erde. Ganz zu schweigen von dem Wahnsinns-Vollmond am 4. Januar 1912: fast 400 Kilometer näher, ein Rieseneumel, wer sich noch erinnert. Aber immerhin: Erst zu Weihnachten 2026 in knapp acht Jahren wird wieder ein Vollmond größer sein als der am 19. Februar.

Ach ja: Wenn Sie schöne Fotos vom Mond machen, dann schicken Sie uns Ihre Bilder! Die schönsten zeigen wir gerne in einer Bildergalerie - super Fotos, ob Supermond oder nicht!