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Grippeimpfung für alle: sinnvoll und machbar? | BR24

© dpa-Bildfunk/Martin Schutt

Viele Ärzte und Experten raten dazu, sich gegen die Grippe impfen zu lassen.

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    Grippeimpfung für alle: sinnvoll und machbar?

    Politiker und Experten raten zur Grippeimpfung. Hintergrund ist die Belastung des Gesundheitssystems durch die Corona-Pandemie. Aber wie sinnvoll und machbar ist tatsächlich eine Massenimpfung gegen Grippe in Zeiten von Corona?

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    Hände waschen, Abstand halten und Maske tragen: Die allseits bekannten Hygiene-Maßnahmen helfen nicht nur gegen Corona, sondern schützen auch gegen Grippeviren. Trotzdem raten Ärzte, Wissenschaftler und Apotheker, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Eine Doppelinfektion von Corona und Grippe würde sehr, sehr schwer verlaufen, warnt Impfspezialist Markus Frühwein aus München.

    Problem: Corona und Grippe haben gleiche Symptome

    Noch ist unklar, wie stark die Grippewelle in diesem Jahr verlaufen wird. Frühwein geht davon aus, dass sie schwächer sein wird als sonst. "Wir haben ganz gute Hygieneregeln, die wir vorher nicht hatten. Ich würde dennoch einfach schauen, dass wir genau in so einer Situation, in der wir zur Zeit sind, eine Grippe vermeiden."

    Ein weiteres Problem beim befürchteten Zusammentreffen von Corona und Grippe: Die Symptome sind nur schwer zu unterscheiden. Hat man zum Beispiel Fieber, ist das ein grippales Symptom, aber man sollte trotzdem einen Corona-Test machen, eventuell sogar in Quarantäne gehen, bis man genau weiß, was es ist.

    Hausärzte in Bayern gut auf Grippeimpfung vorbereitet

    Vor allem Risikopatienten wie Ältere und chronisch Kranke, aber auch Kinder sollten sich auf jeden Fall impfen lassen. Die Grippeimpfung ist laut Frühwein gut verträglich und fast frei von Nebenwirkungen. "Die Hausärzte sind gut aufgestellt und könnten einen möglichen Impf-Ansturm stemmen", sagt der Impfexperte. Auch gebe es ausreichend Impfstoff im Freistaat.

    Grippeimpfung bald auch in Apotheken möglich?

    Schon länger laufen Überlegungen, Grippeimpfungen auch in Apotheken anzubieten. So soll die Oberpfalz Modellregion werden. Man erhofft sich davon einen niedrigschwelligen Zugang, damit sich mehr Menschen gegen Influenza impfen lassen.

    Das sieht der Münchner Allgemeinmediziner Frühwein allerdings problematisch: Impfen müsse gelernt sein und zwar nicht in einem Crashkurs. "Impfen als schnelle Dienstleistung mal nebenbei – das geht nicht. Man muss auch den Patienten kennen. Es ist bei der aktuellen Kapazität, die wir in den Praxen haben, eine überflüssige Lösung, die uns wahrscheinlich alle nur vor Probleme stellen wird."

    Bereitschaft sich impfen zu lassen ist gestiegen

    Grundsätzlich ist die Bereitschaft, sich gegen Grippe impfen zu lassen, gestiegen, stellen Experten fest. Durch Corona sind die Menschen offenbar sensibler geworden. Das bestätigt auch eine BR-Stichproben-Umfrage in der Münchner Innenstadt. Die meisten der Befragten lassen sich schon seit langem gegen Grippe impfen, etwa weil sie zur Risikogruppe gehören. Vereinzelte waren noch unsicher, andere wollen sich aus Prinzip nicht impfen lassen.

    Mediziner, Wissenschaftler und Apotheker sagen: Wer sich gegen Grippe impfen lässt, kann nicht nur sich selbst, sondern auch seine Mitmenschen schützen und entlastet somit auch das Gesundheitssystem.

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