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Grasmilbe auf einem Finger

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    Grasmilben im Garten: Bisse erkennen und Juckreiz bekämpfen

    Sie sind besonders gemein - die kleinen Grasmilben, die sich auf dem Rasen im Garten tummeln können. Zwar sind sie nicht gefährlich, aber der Juckreiz durch ihre Bisse ist unerträglich. Was kann man tun, um die Milben aus dem Garten zu verbannen?

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    Von
    • Marlene Riederer

    Herbstmilbe, Herbstgrasmilbe, Erntemilbe, Heumilbe - die Grasmilbe hat viele Namen. Diese suggerieren, dass sie erst im Herbst zur Plage wird, aber das stimmt leider nicht. Bereits ab dem Frühling können Grasmilben zur juckenden Qual werden.

    Wie sehen Grasmilben aus?

    Grasmilben sind rot bis bräunlich und haben Ähnlichkeit mit Minispinnen - kein Wunder, denn sie gehören auch zu der Familie der Spinnen und Zecken. Die Tierchen sind mit maximal 0,3 Millimeter so winzig, dass man sie mit bloßem Auge kaum entdecken kann.

    Das heißt aber nicht, dass sie nicht da sind. Die Milben legen von April bis November ihre Eier auf Wiesen und Rasen ab. Sobald die Larven schlüpfen, geht es auf die Suche nach etwas Essbarem - und zwar eiweißhaltiger Kost. Da kommen spielende Kinder, schlendernde Erwachsene oder tobende Hunde gerade recht. Ausgewachsene Milben beißen nicht.

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    Bildrechte: picture alliance / Mary Evans Picture Library | Last Refuge / ardea.com

    Grasmilbe in mikroskopischer Aufnahme

    Wo lauern die Grasmilben?

    Die Milbenlarven lauern zum Beispiel auf Grasspitzen ihren Opfern auf. Sie krabbeln bevorzugt dorthin, wo die Haut schön dünn und weich ist. Dann verletzen sie die Haut mit ihren Mundwerkzeugen, injizieren ihren Speichel, der ein bestimmtes Enzym enthält, und saugen das sich auflösende Gewebe auf.

    Das hört sich gruselig an, aber die Menschen merken nicht einmal etwas davon. Anders als Zecken verlassen sie ihre Opfer in der Regel nach einigen Stunden wieder oder werden durch die Kleidung oder Bewegungen abgestreift.

    Wie kann man Grasmilben finden?

    Grasmilben zu entdecken, ist ziemlich schwierig - allein aufgrund ihrer minimalen Größe. Wenn Sie testen wollen, ob die Spinnentierchen in Ihrem Garten lauern, können Sie das mithilfe eines kleinen Tests versuchen. Legen Sie weißes Papier oder ein weißes Stück Stoff auf einen sonnigen Platz des Rasens. Die Tiere werden durch die Helligkeit angezogen und sind dann bestenfalls als winzige Pünktchen zu erkennen.

    Bisse der Grasmilbe treten nicht vereinzelt auf, sondern das betroffene Gliedmaß sieht aus, als wenn eine Horde Mücken sich darüber hergemacht hätte.

    Wie sehen Grasmilben-Bisse aus und sind sie gefährlich?

    Grundsätzlich ist der Biss einer Grasmilbe ungefährlich. Sie saugt kein Blut wie die Zecke und überträgt auch keine Krankheiten. Auch von den Quaddeln, die nach den Bissen entstehen, geht für andere Personen keine Gefahr aus. Das Problem bei Grasmilben-Bissen ist der ungeheure Juckreiz, der tage- mitunter auch wochenlang anhalten kann.

    Wer da kein Meister der Selbstbeherrschung ist, läuft Gefahr, sich die Stiche aufzukratzen. Auf diese Weise könnte es zu Entzündungen kommen. Der Juckreiz setzt meist erst ein, zwei Tage später ein - wenn von der Grasmilbe selbst längst nichts mehr zu sehen ist. Wenn er nicht auszuhalten ist oder schon länger als eine Woche anhält, sollte man zum Arzt gehen und sich cortisonhaltige Salben, Antihistaminika oder bei Entzündungen auch Antibiotika verschreiben lassen. Das entscheidet der Arzt.

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    Allergische Reaktion die Stiche einer Grasmilbe oder Entemilbe.

    Wie schützt man sich am besten vor Grasmilben?

    Es ist leider eine Tatsache, dass im Gras Insekten und eben die Spinnentierchen lauern können, die einem die Sommerfreuden vermiesen können. Aber gleichgültig ob Zecken, nektarsammelnde Bienen oder eben Grasmilben: Barfuß über den Rasen oder eine Wiese zu laufen, ist nicht immer eine gute Idee.

    Das gilt vor allem für Wiesen, auf denen auch Nutztiere weiden. Am besten ist hier - allein schon aufgrund der wesentlich gefährlicheren Zecken - hohe Gummistiefel zu tragen oder die Socken über die Hosenenden zu ziehen. Zugegeben, schön ist das nicht, aber es schützt - ebenso wie Insektenspray, das man vor einem Spaziergang auf Körper und Kleidung aufträgt.

    Öfter mal den Rasen mähen

    Gerade von Kindern kann man im Sommer aber kaum verlangen, auf barfüßiges Toben im eigenen Garten zu verzichten. Darum sollten Sie den Rasen häufig mähen. Damit erwischen Sie auch die Milben, die auf den Grasspitzen sitzen. Der Grasschnitt sollte sofort entsorgt werden - und natürlich nicht in einer Ecke Ihres eigenen Gartens.

    Wenn es zu feucht wird, verziehen sich die Grasmilben in den Boden. Wässern Sie also ihren Garten vor der nächsten Gartenparty oder dem Kindergeburtstag, damit hinterher keine Klagen kommen.

    Englischer Rasen oder doch lieber Naturgarten?

    Für manche Gartenbesitzer ein Muss, für andere übertriebene Rasenpflege - das Vertikutieren. Wenn Sie partout das Risiko von Grasmilben eindämmen wollen, gehört das Vertikutieren mit dazu. Denn im Moos fühlen sich die Tierchen sehr wohl.

    Eine andere Möglichkeit ist es, den Kampf gegen die Plagegeister aufzugeben. Wenn Sie die Entscheidung treffen, den Rasen wachsen zu lassen und alle Wildblumen darauf gleich mit, verhindert das zwar nicht die "fiesen" Insekten, hilft aber allen anderen Tieren und Insekten, die immer mehr unter dem Artenschwund zu leiden haben.

    Kommen Grasmilben auch ins Haus?

    Übrigens: Wenn man Pech hat, schleppt man die Tiere auch mit ins Haus. Deshalb der Tipp: Nach einem Aufenthalt im Freien am besten gleich unter die Dusche springen und die Kleidung in die Waschmaschine stecken. Heißes Wasser und Duschgel vertreiben die Milben zuverlässig.

    Eine gute Idee ist es zudem, zwischen Rasen und Haus eine Art Sicherheitsabstand von zwei bis drei Metern zu lassen, damit die Milben nicht ins Haus gelangen.

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