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Der Zugspitzgletscher - ein kleiner Rest eines ursprünglich beeindruckenden Gletschers in den Alpen.
© picture-alliance / Sven Simon
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Der Zugspitzgletscher - ein kleiner Rest eines ursprünglich beeindruckenden Gletschers in den Alpen.

Zwei Szenarien haben Forscher der Eidgenössischen Technischen Universität (ETH) in Zürich entworfen und mit einem Computermodell untersucht: Was passiert, wenn wir das 1,5-Grad-Ziel einhalten, das in der Pariser Klimakonferenz vereinbart worden ist? Und was passiert, wenn die Erwärmung unseres Planeten noch weiter fortschreitet?

Das Ergebnis war ernüchternd: Selbst, wenn wir die 1,5-Grad-Grenze einhalten, werden bis 2100 etwa zwei Drittel der Alpengletscher verloren gehen. Sollten sich die Temperaturen noch weiter erhöhen, schmelzen sogar mehr als 90 Prozent. Nur einzelne Flecken verblieben dann, so der Studienautor Matthias Huss.

Mittelfristig keine Besserung in Sicht für die Alpengletscher

Die Forscher gehen davon aus, dass die Gletscher schon bis 2050 die Hälfte ihrer Masse verlieren werden, im Vergleich zu 2017. Ganz egal, wie es kurzfristig weitergeht mit dem Ausstoß der Klimagase.

Damit bestätigen die Forscher aus Zürich die bisherigen Daten aus der Gletscherforschung.

"Die Gletscher in den Europäischen Alpen und ihre jüngste Entwicklung sind einige der klarsten Indikatoren des Klimawandels." Daniel Farinotti, ETH-Zürich

Weltweit schmelzen die Gletscher

Schmelzende Gletscher durch den Klimawandel sind aber ein weltweites Phänomen und mit verantwortlich für den Anstieg des Meeresspiegels. Forscher der Universität Zürich haben nun neue Satellitenmessungen und Beobachtungen vor Ort ausgewertet und am 8. April in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlicht. Sie sagen: Zuletzt haben schmelzende Gletscher den Meeresspiegel im Schnitt um fast einen Millimeter im Jahr steigen lassen, 27 Millimeter insgesamt seit 1961.

In diesem Zeitraum haben die Gletscher weltweit mehr als 9.000 Milliarden Tonnen an Eis verloren. Damit tragen sie zu 25 bis 30 Prozent des gesamten Anstiegs bei, der gerade für Küstengebiete problematisch ist. Weitere Faktoren sind zum Beispiel die Erwärmung der Ozeane.

Erfasst haben die Forscher für ihre Studie 19.000 Gletscher auf der ganzen Welt. Am meisten zum Meerespiegelanstieg beigetragen haben dabei die Gletscher in Alaska, in den patagonischen Eisfeldern und den arktischen Gletscherregionen. Auch in den europäischen Alpen, dem Kaukasus oder in Neuseeland verzeichnen die Forscher aus Zürich massive Eisverluste. Doch diese Gletscher sind im Vergleich relativ klein und tragen darum zum Meeresspiegelanstieg wenig bei.

Gletscherschmelze nimmt weltweit zu

Nach neuen Schätzungen verlieren die Gletscher jährlich 335 Milliarden Tonnen Eis und dieser Verlust hat sich nach Aussage der Forscher in den letzten 30 Jahren deutlich beschleunigt.

"Weltweit verlieren wir derzeit rund drei Mal das verbleibende Gletschervolumen der europäischen Alpen. Und das jedes Jahr!" Michael Zemp, Universität Zürich

Wenn Gletscher in der Arktis abbrechen, tragen sie mit ihrem Schmelzwasser zum Anstieg des Meeresspiegels bei.

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Gletscher in den Alpen könnten bis 2100 weggeschmolzen sein

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