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Gibt es noch Chancen auf weiße Weihnachten 2019? | BR24

© picture alliance/Pascal Deloche

Laut Wetterprognosen stehen die Chancen für eine weiße Weihnacht schlecht.

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    Gibt es noch Chancen auf weiße Weihnachten 2019?

    Frühlingshafte Temperaturen bringen den Traum von weißen Weihnachten zum Schmelzen. Eine Einschätzung von Wetterexperten zeigt: Die Wahrscheinlichkeit für verschneite Feiertage ist nicht nur heuer niedrig - sie ist allgemein ein Mythos.

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    Bei der aktuellen Wetterlage haben Experten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) die Chancen auf weiße Weihnachten als gering eingeschätzt. Auch wenn es für genaue Angaben zum Weihnachtswetter 2019 noch zu früh ist, zeichnet sich in den Feiertagen ein "eher nasskaltes Schmuddelwetter ab", sagte DWD-Experte Tobias Reinartz der dpa. Allein in den Mittelgebirgen ab der Höhe von 700 Metern, sowie in den Alpen könne es im Fall von Niederschlägen, eventuell zu Neuschnee kommen, erklärte Reinartz weiter.

    Zu warm - aber nicht rekordverdächtig

    Die eisigen Temperaturen im Dezember mit einem heißen Getränk auf dem Weihnachtsmarkt auszugleichen – dieses Bild scheint bei den ansteigenden Temperaturen in den letzten Tagen nur schwer möglich. Ein Zeichen des Klimawandels seien die aktuellen Temperaturen in Deutschland für sich genommen nicht, sagt DWD-Sprecher Andreas Friedrich. "Das ist alles noch im Bereich der jahreszeitlichen Schwankungen."

    Auch wenn am Dienstag an 22 der rund 2.000 DWD-Messstationen in Deutschland Werte von 15 Grad und mehr festgestellt worden seien, seien selbst die 18,8 Grad im bayerischen Sigmarszell noch nicht rekordverdächtig für diesen Monat. Am 16. Dezember 1989 wurde mit 24 Grad der höchste, fast schon sommerliche, Dezemberwert erreicht. Damals wurden auch an zahlreichen anderen Orten Temperaturen über 20 Grad gemessen, sagte Friedrich.

    Wechselnde Temperaturen haben keinen Einfluss auf Biorhythmus

    Für die Gesundheit der meisten Menschen ist das milde Dezemberwetter übrigens kein Problem, so Andreas Matzarakis, Leiter des Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des DWD. "Der Mensch ist an den Wechsel der Jahreszeiten angepasst, durch seine biologische Uhr. Gesunde, unbelastete Menschen können damit den Wechsel etwa von einem kalten Morgen zu milden Temperaturen nur wenig später gut bewältigen", sagte er.

    Vor allem für Menschen, die sich bei der Kleidung dem "Zwiebelprinzip" verweigern, können die wechselnden Temperaturen Probleme bereiten. Der Grund: Sie kleiden sich entweder zu warm oder zu leicht. Deutlich schlechter kann sich hingegen jemand an das untypische Wetter anpassen, der unter Stress stehe oder erkrankt sei.

    Weiße Weihnachten – ein Mythos

    Statt ausgedehnten Wintertagen gibt es lange Gesichter bei den Menschen. "Die Leute wollen Weihnachten kalt und weiß haben", so Matzarakis. Bei dem Bild der weißen Weihnacht handle es sich aber eher um eine Wunschvorstellung, erklärt er weiter. Tatsächlich fände sie aber nur alle fünf bis zehn Jahre in ganz Deutschland statt - mit deutlichen regionalen Unterschieden.

    Zumindest in Bayern hat hat die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten in den vergangenen drei Jahrzehnten abgenommen. Auch in den höheren Lagen ist hier inzwischen mehr mit grauen als weißen Weihnachten zu rechnen. In München, wo es an den Feiertagen statistisch gesehen alle drei bis fünf Jahre nennenswert schneit, konnten sich Schneefans zuletzt 2010 über weiße Weihnachten freuen. Langfristig könnten die Folgen des Klimawandels die Aussichten noch deutlich schlechter aussehen lassen.

    "Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnacht wird geringer" Andreas Matzarakis, DWD.