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Nördlicher Weißwangen-Schopfgibbon (Nomascus leucogenys)
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Nördlicher Weißwangen-Schopfgibbon (Nomascus leucogenys)

Alle zwanzig Gibbon-Arten gelten als bedroht oder gefährdet. Mit der Wahl zum Zootier des Jahres will die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) mehr Aufmerksamkeit auf die Gibbons, die auch Kleine Menschenaffen genannt werden, lenken. Ziel der Kampagne ist es, die koordinierten Erhaltungszuchtbemühungen der Zoologischen Gärten und die Schutzprojekte in den südostasiatischen Ursprungsländern zu unterstützen.

Schutz für Gibbons in Laos

Ein Beispiel ist das Schutzgebiet Nakai-Nam Theun in Laos. Es ist mit 3.500 Quadratkilometern Fläche eines der letzten großen zusammenhängenden Waldgebiete in Südostasien und beherbergt zahlreiche endemische und stark bedrohte Arten. Hier leben auch der Nördliche (Nomascus leucogenys) und der Südliche Weißwangen-Schopfgibbon (Nomascus siki). Ihnen und weiteren seltenen Tierarten in Laos bietet das "Project Anoulak" Hilfe. Um die Wilderei zu reduzieren, patrouillieren in ausgewählten Bereichen 24 ausgebildete Ranger durch den Wald, die durch die lokale Regierungsbehörde unterstützt werden.

Bedroht von Wilderern

Gibbons sind stark durch Wilderei bedroht. Steigende Verkaufspreise für angebliche Heilmittel aus der Traditionellen Chinesischen Medizin oder den Heimtierhandel bewirken, dass seltene Wildtiere immer intensiver gejagt werden. Wilderer dringen immer tiefer in die Wälder vor, da viele Tierarten in den Randgebieten bereits ausgerottet sind. Außerdem werden die natürlichen Lebensräume der Gibbons durch Abholzung, Straßenbau sowie landwirtschaftliche Flächennutzung vernichtet. Doch trotz großer Störungen wandern Gibbongruppen nicht einfach ab. Diese starke Bindung an ihr Territorium wird ihnen daher häufig zum Verhängnis.