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Rosa Pony - Geschlechterklischees bei Spielzeug
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Autoren

Christiane Streckfuss
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Rosa Pony - Geschlechterklischees bei Spielzeug

Grundsätzlich ist es so: Schon Vorschulkindern ist bewusst, dass es eine Jungen- und eine Mädchenwelt gibt. Mit etwa zweieinhalb Jahren beginnen Kinder, sich einem Geschlecht zugehörig zu fühlen. Mädchen spielen dann mehr mit Mädchen und Jungen mehr mit Jungen. Ob sie deshalb mehr mit Puppen oder Autos spielen wollen, ist nicht gesagt. Erst die Gesellschaft legt fest, welches Spielzeug für welches Geschlecht geeignet und angemessen ist - und die Werbeindustrie.

Gender Marketing - Blau gegen Rosa

Es gab schon immer Spielzeug, das eindeutig für Jungs oder für Mädchen bestimmt war - wie Autos oder Puppen. Heutzutage sind aber sogar Bauklötze blau oder rosa. Gender Marketing nennt man das. Die Hersteller von Kinderspielzeug waren die ersten, die erkannten, wie gut man daran verdienen kann. Alles wird doppelt gekauft. Und die geschlechtsspezifischen Spielsachen oder auch Anziehsachen und Körperpflegemittel transportieren und festigen eindeutige Rollenklischees, die an die 1950er-Jahre erinnern:

"Jungs müssen stark und laut und wütend sein oder aktiv und Mädchen, die sollen zart sein, sich um andere kümmern. Es ist ganz spannend, wenn sie mal auf Duschgel oder irgendwelche Produkte für Kinder gucken. Mädchen gucken immer den Betrachter an, ob sie jetzt ein Cartoon oder reell sind, und lächeln. Die Jungs schauen irgendwo in die Weite und sind gerade in Aktion begriffen. Diese zwei Klischees, das ist unfassbar, die findet man überall. Der Junge ist meistens Pirat, das Mädchen Prinzessin. Es ist ja erst mal nicht schlimm, dass es zwei verschiedene 'Berufe' sind. Aber es geht darum, was damit transportiert wird." Stevie Schmiedel, Dozentin für Genderforschung und Gründerin der Organisation "Pinkstinks", Hamburg