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Earth Overshoot Day - der Tag, an dem wir Schulden bei unserem Planeten machen.

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    German Overshoot Day: Deutschland lebt auf zu großem Fuß

    Wenn alle auf der Welt so leben würden wie in Deutschland, wären schon heute die kompletten Jahres-Ressourcen der Erde erschöpft. Deutschland schneidet damit im internationalen Vergleich schlecht ab. Warum das so ist und was dagegen helfen könnte.

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    Von
    • Sylvaine von Liebe

    Vom 1. Januar bis zum 5. Mai hat jeder von uns in Deutschland im Durchschnitt so viele natürliche Ressourcen verbraucht, wie auf der Erde bis Ende des Jahres pro Kopf nachwachsen können. Ab dem "German Overshoot Day", dem "Deutschen Erdüberlastungstag", leben wir, was die Natur angeht, sozusagen "auf Pump". Das heißt: Unser Lebensstil kostet der Erde ab diesem Tag mehr, als sie sich leisten kann. Das geht aus Berechnungen der Organisation "Global Footprint Network" hervor.

    Wie wird der "Overhoot Day" berechnet?

    Jedes Jahr zieht die Organisation Bilanz über den "ökologischen Fußabdruck" einzelner Länder. Dazu wird die Biokapazität der Erde, also die Fähigkeit unseres Planeten, Ressourcen zu produzieren oder wiederherzustellen mit dem Verbrauch der Ressourcen im jeweiligen Land verrechnet. Multipliziert mit der Anzahl an Tagen im Jahr, in der Regel 365, ergibt sich dann, ab welchem Tag die Jahres-Ressourcen unserer Erde aufgebraucht sind.

    German Overshoot Day: Warum Deutschland so schlecht abschneidet

    Die Ressourcen der Erde, die in den "ökologischen Fußabdruck" einfließen sind: Wasser, Holz, fruchtbare Ackerböden und andere Rohstoffe. Aber auch der produzierte Müll und Abgase, insbesondere CO2, spielen für die Bilanz eine erhebliche Rolle. Klar, dass Deutschland als Industrienation im globalen Vergleich schlecht abschneidet. Die USA stehen allerdings noch schlechter da. Für sie war schon am 14. März 2021 "Overshoot Day". Und auch unser Nachbarland Österreich verbraucht im Durchschnitt pro Kopf mehr Ressourcen als wir. Ihr Erdüberlastungstag war bereits am 7. April.

    Die vier Fs: Fleisch, Fass, Fliegen und Fahren

    Um Ihren eigenen Fußabdruck zu verkleinern, können Sie Folgendes tun:

    • weniger Fleisch essen: Massentierhaltung ist mit die größte Ursache für eine schlechte Umweltbilanz
    • wohnen wie im Fass, das heißt: wohnen Sie bescheiden, achten Sie auf Isolierung und Heizkosten
    • weniger Fliegen: Fahren Sie besser mit der Bahn. Die Umweltbelastung ist geringer
    • weniger Fahren: Nutzen Sie anstatt dem eigenen Auto Fahrgemeinschaften und öffentliche Verkehrsmittel

    Earth Overshoot Day 2021 steht noch nicht fest

    Wann weltweit die natürlichen Ressourcen der Erde für dieses Jahr aufgebraucht sind, steht noch nicht fest. Noch kann jeder auf der Internetseite von "Global Footprint Network" dazu auf der Seite "Overshoot Day Guess-the-DateContest" seine eigene Prognose einreichen. So will die Organisation mehr Aufmerksamkeit für Umwelt und Nachhaltigkeiten hervorrufen.

    Projekt "We #MoveTheDate" gegen die Erdüberlastung

    Im Jahr 1987 war der Earth Overshoot Day noch am 19. Dezember, 2020 schon am 22. August. Um diesem negativen Trend entgegenzuwirken, wurde das Projekt "We #MoveTheDate" ins Leben gerufen. Ziel der Kampagne ist es, durch einen sparsamen Umgang mit Ressourcen den Earth Overshoot Day im Kalender wieder etwas nach hinten zu schieben. Zahlreiche deutsche Städte beteiligen sich bereits an der Aktion, darunter Aachen und Wuppertal.

    Erfahren Sie mehr dazu im Gespräch mit Professor Uwe Schneidewind, Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal, um 18.05 Uhr in IQ, Bayern 2.

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